Das Individuum und das System

Günther Birkenstock • 3. Oktober 2018

Leben als "Systemler" oder als "Rebell"?

Wir leben in einer Welt, die anscheinend beherrscht wird von Systemen: Das System des Kapitalismus, in dem das Geld die dominierende Rolle spielt, zwingt uns zu bestimmten ökonomischen Entscheidungen, die uns nicht immer passen. Das Gesundheitssystem bereitet uns Probleme, weil wir manchmal das Gefühl haben, als Individuum dort nicht recht verstanden zu werden, weil es dort zwar vielleicht gute Ärzte gibt, die hehre Absichten haben, aber das System, so hört man oft, erlaube keine auf die Patienten zugeschnittene Lösungen, sondern gehorche eigenen Gesetzen. Hier bin ich bei meiner Recherche auf das merkwürdige Paradoxon gestoßen, dass nur 3 % der Onkologen nach einer anonymen Befragung, wenn sie selbst oder ein Angehöriger Krebs hätten, die Chemotherapie anwenden würden, obwohl sie dieses Therapieverfahren bei ihren Patienten anwenden ( https://www.youtube.com/watch?v=2bpcStvwaSw ). Gehorchen sie dann einem Gesundheitssystem und folgen dessen Vorgaben ohne dabei Gewissensbisse zu haben? Das politische System in dem wir leben erlaubt auch anscheinend nicht immer das zu sagen und zu tun, was uns selbst passt, weil die „political correctness“ etwas anderes verlangt. Wer heutzutage Kritik an der Flüchtlings- und Asylpolitik übt, wird sehr schnell als rechtsradikal und nationalistisch verurteilt, denn die „herrschende Meinung“ des politischen Systems begünstigt die zu Lasten der Allgemeinheit gehende Politik der Einwanderung nach Deutschland, ohne die Folgen zu bedenken. Was ist aber das System? Dieses Wort kommt aus dem Griechischen ( ύστημα sýstēma) und bedeutet, dass aus mehreren Einzelteilen zusammengesetze Ganze ( https://de.wikipedia.org/wiki/System ). Das Individuum kann ein Teil dieses Ganzen sein oder sich außerhalb davon befinden. Ist es ein Teil des Systems, dann ist es integriert und muss, um zu funktionieren, sich nach den Regeln verhalten, die in diesem System bestehen. Tut es das nicht, dann treten Mechanismen in Kraft, die dazu tendieren, den Einzelnen dazu zu zwingen, sich nach dem Regelsystem zu richten, nach dem es funktioniert. Dies tut das System aus dem einfachen Grund: Es will selbst überleben! Dafür leistet das System auch einen Beitrag für den Einzelnen: Es schützt ihn vor allem, was außerhalb des Systems an Gefahren lauert. Wir sind von Natur aus aber anscheinend für überschaubare Gruppen gemacht, in der die „Face-to-face-Kommunikation“ dominiert. Man sieht sich an wenn man miteinander spricht und man kann somit ganz konkret und unmittelbar erkennen, wie das, was man sagt und tut, bei dem anderen ankommt. Die Verhaltenskorrektur kann somit unmittelbar erfolgen. Anders ist es in Systemen. Hier ist die Situation für den Einzelnen unübersichtlich, weil kein Sichtkontakt mehr besteht. Es besteht ein quasi unsichtbares Netz von Beziehungen der Mitglieder des Systems, deren Absichten, Regeln und Aktionen nicht unmittelbar zu erkennen sind. Die einzelnen Akteure in diesem System identifizieren sich oft mit den nicht immer offen dargestellten Interessen des Systems insgesamt. Die „Systemler“, also diejenigen, die sich angepasst haben, werden durch dieses System geschützt, solange sie bereit, nach diesen Interessen zu handeln. In dem Film „Matrix“ war dieses System ein von Maschinen beherrschte Scheinwelt, in der die Menschen gefangen gehalten wurden. Die Aufpasser und Mitglieder dieser Matrix verteidigten das System gegen die Rebellen, angeführt von Morpheus, die dafür eine sichere Position erhielten und damit gut überleben konnten. Der erste Schritt, dieses System anzugreifen, bestand darin, dass Neo als der „Auserwählte“ darüber von Morpheus aufgeklärt wurde, dass er überhaupt in dieser Matrix lebt und dass er für die Maschinen nur als Energielieferant diente. Fortan entschied er sich, diese Matrix zu bekämpfen und stellte sich gegen das System. Wer schon einmal selbst in einer Kleingruppe erlebt hat, wie sehr der Gruppendruck ihn dazu bringen kann, gegen seine eigenen Überzeugungen zu handeln, wird vielleicht nachvollziehen können, welche Macht ein System haben kann, eine von diesem erwartete Verhaltenskonformität zu erzwingen. Denn in der Kleingruppe mit dem „Face-to-face-Kontakt“ kann man noch die Akteure erkennen und mit ihnen kommunizieren und seine eigenen Absichten erläutern, kann diese auch eventuell gegen den Gruppendruck durchsetzen. In einem System dagegen sind die Gegenspieler oft unsichtbar und Verantwortliche für bestimmte Vorgaben des Systems nur schwer auszumachen. In der Soziologie hat sich hierfür der Begriff der „strukturellen Gewalt“ (Johan Galtung) eingebürgert, der die oft verschleiernden Macht- und Gewaltverhältnisse eines Systems beschreibt. Manchmal treffen diese strukturelle Gewalt und die tätliche Gewalt aufeinander, wenn z. B. ein „Hartz-IV-Empfänger“ versucht, sich mit körperlichen Aktionen (anschreien oder sogar tätlicher Angriff auf Bedienstete des Systems „Jobcenters“) gegen von ihm als schikanös empfundene Zumutungen zur Wehr zu setzen. Der genau nach Vorschrift vorgehende „Systemler“ des Jobcenters – er hat als Gegenleistung für einen sicheren Arbeitsplatz seine eigene Meinung aufgegeben und funktioniert genau nach den ihm vorgegebenen Dienstanweisungen – ist sich eines Unrechts seines Handelns nicht bewusst, weil er mit den in diesem System geltenden Regeln konform geht. Inge Hannemann hatte als ehemalige Mitarbeiterin des Jobcenters ( https://de.wikipedia.org/wiki/Inge_Hannemann ) diese Situation selbst erlebt und dann versucht, dieses System „von innen zu ändern“, indem sie aus ihrer Sicht die unmenschliche Praxis der Sanktionen angeprangert hat. Das „System“ hat sich aber gewehrt und sie schließlich aus ihrer Position verdrängt. Dies zeigt, dass es schwer bis fast unmöglich ist, als Einzelner eines Systems dies als „Interner“ zu reformieren, weil es oft nicht im Interesse dieses Systems ist; es reagiert wie die Maschinen in dem Film „Matrix“, die versuchten, die „Störenfriede“ zu eliminieren. Entweder der Einzelne wird auch zum „Systemler“ oder er stellt sich außerhalb des Systems, wird zu einem Art „Robin Hood“, der von außen versucht dieses zu bekämpfen. Wir haben also die Wahl: Entweder wir leben als konforme Mitglieder von diversen Systemen oder wir haben den Mut, uns außerhalb dieser Systeme zu stellen, um unseren eigenen Weg zu gehen, uns selbst und unserem Gewissen treu zu bleiben. Der für mich prominenteste Vertreter dieses Weges ist Jesus Christus. Er musste erfahren was es heißt, sich sowohl gegen das weltliche Machtsystem (römischer Staat) als auch gegen das geistliche Machtsystem (jüdische Schriftgelehrte und Pharisäer) zu stellen: Er wurde gekreuzigt. Er erfuhr aber, dass er trotzdem nicht allein geblieben ist, obwohl er zum Schluss das Gefühl hatte, von Gott verlassen zu sein ("Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" - Mk. 15,34), und die uneingeschränkte Hilfe von seinem „Vater“ erhielt, indem er ihn am dritten Tag von den Toten auferweckte (wer Interesse hat, lese hierzu den Artikel in den „Downloads“ über die Auferstehung von Jesus). Vielleicht kann uns dieser Bericht Mut machen, diesem Beispiel, wenn es auch nur ansatzweise ist, zu folgen.

von Günther Birkenstock 20. Februar 2026
Vor kurzem hatten meine jüngste Tochter und ich über überempfindliche Menschen gelästert, wobei wir auf die Idee kamen, dass solche Typen sich am besten einen Stempel mit der Aufschrift „bitte nicht kritisieren“ auf die Stirn oder an einer anderen Stelle der Haut drucken müssten. Es ginge vielleicht auch kürzer, in dem auf dem Stempel nur entweder zwei Buchstaben für „lu“ (lebensuntüchtig) oder vier Buchstaben „znzg“ („zu nix zu gebrauchen“) stünde. Könnte es wirklich solche Typen geben, die derart unfähig, unwillig, unangepasst und undiszipliniert sind, dass sie nur anderen zur Last fallen? • Selbstwertgefühl unten: Das Selbstwertgefühl, gespeist normalerweise aus den erfolgreichen Aktionen eines Menschen, kann derart im Keller sein, dass es immer mehr verschwindet. Es gibt zwei unterschiedliche Reaktionsweisen, um diesem Verschwinden zu begegnen: ein ins eigene Schneckenhaus verkriechen oder eine Überkompensation mit übertriebener Selbstdarstellung. o Schneckenhaustyp: Diese Variante einer Reaktion auf ein niedriges Selbstwertgefühl resultiert aus dem Wunsch, möglichst in Ruhe gelassen zu werden, um im Groll über die böse Welt oder der ungerechten Behandlung zu schmollen. Die Schuld liegt immer für den Gekränkten bei den anderen, eine Selbstbeteiligung an der eigenen Misere wird (unbewusst) ausgeblendet. Wenn er denn einmal befragt wird über die Gründe seines Kummers, drängt sich bei einem noch unkritischen Betrachter der Verdacht auf, dass der Ärmste wirklich einen berechtigten Grund hat, auf andere schlecht zu sprechen zu sein. Später könnte sich das Bild doch ändern und sich sogar ins Gegenteil verkehren, wenn er versucht, die vermeintlichen Täter zu befragen. Denn es stellt sich die Sache oft dann ganz anders dar, nämlich dass das vermeintliche Opfer eher der Täter und irgendwann die Geduld der anderen erschöpft war. o Überkompensation: Diese Variante ist auf eine andere Weise unangenehm, weil nämlich ein großspuriges Auftreten, gepaart mit selbstverherrlichendem Wortgeklingel, abstoßend wirkt. Die Überbetonung der eigenen Fähigkeiten wirkt aufgesetzt und unnatürlich, sodass der Verdacht aufkommt, dass daran etwas nicht stimmen kann. Und richtig: Wer bei diesem Typus einmal nachforscht, wird bald feststellen, dass diese Masche der Aufschneiderei überall zu beobachten ist und unvoreingenommene Betrachter durchaus darauf hereinfallen können, bis sie dann darauf kommen, dass der Angeber nur ein „kleiner Wicht“ ist, der sich größer macht als er in Wirklichkeit ist. • Chaos als Lebensstrategie : Die Ordnung ist das halbe Leben, so sagt ein altes Sprichwort. Nicht so für den „Znzg-Typ“, denn der hält die eigene Unordnung für seine eigene künstlerische Freiheit, er meint, dass Ordnung nur etwas für Spießer sei. Sein Chaos breitet sich auf seine gesamten Lebensbereiche aus: Der Haushalt ist unaufgeräumt, seine wichtigen Papiere liegen verstreut und sind i.d.R. nicht auffindbar oder nur nach langem Suchen zu entdecken, der Tag ist unstrukturiert, seine Zukunftsvorstellungen völlig undurchsichtig und eher vom Zufallsprinzip geprägt als von einem planerischen Gestalten. Die Unaufgeräumtheit im äußeren spiegelt nur das innere Chaos wieder, denn das Seelenleben scheint einem ungeordneten Durcheinander zu gleichen. Diese Unordnung spürt jeder, der mit ihm zu tun hat: Sprunghaftigkeit der Emotionen und Ideen, die Motive sind starken Schwankungen ausgesetzt, die Absichten nur schwer erkennbar (weil auch oft nicht vorhanden) und die Gedanken ähneln einem „freien Assoziieren“ bei einem der Psychoanalyse verhafteten Therapeuten. • Zuverlässigkeit ist Mangelware : Klar, wer so mit sich selbst beschäftigt ist, dem fehlt die für die Außenorientierung notwendige Konstanz im Verhalten, sodass die eigenen Unzulänglichkeiten sich auch im Alltag bemerkbar machen. Termine werden vergessen, Absprachen nicht eingehalten, Unterlagen werden verlegt, die wichtig gewesen wären, andere durch unangemessene Reaktionen vor den Kopf gestoßen, die sich über diese Mängel beschweren. „Wenn man sich auf dich verlässt, ist man verlassen“, ist der häufig zu hörende Vorwurf, dem sich der „Znzg-Typ“ aussetzt. • Keine Selbstdisziplin : Den Alltag gestalten, in dem die Wohnung sauber gehalten, die Kleidung gewaschen, dem Tag eine Struktur gegeben wird, ist etwas, was oft völlig fehlt. Wenn tatsächlich ein Beruf gelernt und dann auch ausgeübt wird, fehlt es oft an der notwendigen Selbstbeherrschung. Die Affekte und Motive zum Verhalten, die eher dem „Lustprinzip“ (Sigmund Freund) gehorchen, dominieren und die Selbstbegrenzung hinsichtlich eines unangemessenen Verhaltens ist Mangelware. Steuerung, Planung, Zielgerichtetheit sind oft nicht zu erkennen und es fehlt an Wachsamkeit gegenüber den möglichen eigenen Fehlleistungen. • Schuld sind die anderen : Wer merkt, dass er sich mit seiner chaotischen Lebensführung keine Freunde macht, neigt dann dazu, die Schuld an dem Rückzug den anderen zu Last zu legen, weil diese für ihn kein Verständnis hätten. Weil er ein geringes Selbstwertgefühl hat, ist eine Selbstanklage nicht gewünscht, weil dies die negative Grundstimmung verstärkt. Die Klage wird gegen die nächsten Verwandten, Arbeitskollegen oder Bekannten erhoben, die an seinem Elend schuldig sein sollen. Wenn er denn noch Zuhörer hat, wird er diesen von den Eltern erzählen, die ihn nie verstanden haben, von den Freunden, die ihn betrogen hätten und von den Kollegen, die nur Intrigen gegen ihn gesponnen hätten. Außerdem sei auch die Welt so schlecht geworden, so sinniert er dann vor sich hin, dass sie es auch nicht mehr verdient hätte, dass er sich in dieser in irgendeiner Weise einbringt. • Rücksicht nicht vorhanden : Weil die anderen aus seiner Sicht an seinem Elend schuld sind, denkt er gar nicht daran, dass er wiederum mit seinem Verhalten andere täuschen, verletzen und damit enttäuschen kann. Die Egozentrik ist so groß, dass er nicht über seinen Tellerrand hinausschaut, dass diejenigen, die sich um ihn noch Sorgen machen, vielleicht über sein Schicksal traurig sein könnten und auch darunter leiden, dass sein Leben so chaotisch verläuft. Die Rücksichtnahme ist deshalb ein Fremdwort, weil sie gar nicht als ein „notwendiges Übel“ ins Kalkül gezogen wird. Er eckt überall an, ohne dass er das so richtig selbst bemerkt, verletzt andere, ohne darüber nachzudenken, dass ihm der Fehler unterlaufen ist und er dafür um Entschuldigung bitten müsste. • Rückzug und Isolation : Der Rückzug beginnt oft schleichend, der damit erklärt wird, dass die ach so böse Welt an allem schuld sei. Er habe doch immer alles nur gut gemeint, beklagt er sich bei anderen, aber man habe ihn nie wirklich verstanden. Der soziale Rückzug aus den Beziehungen zu anderen dient dem Schutz des schwachen Ich, das keine Misserfolge mehr verträgt. Die Integration in der Arbeitswelt scheitert, die sozialen Beziehungen gehen zu Bruch, die familiären Bindungen, die vielleicht noch am längsten gehalten haben, versagen irgendwann auch. Es bleibt nach dem Rückzug nur die Isolation von der Welt und eine quasi paranoide Einstellung zur Welt, der immer nur Schlechtes zugetraut wird. • Teufelskreis : Kein Wunder, dass der „Znzg-Typ“ sich in einem Teufelskreis befindet, den er immer wieder aufs Neue entfacht: Weil er derart unzuverlässig ist, wird er immer mehr zum Außenseiter, zum Zeitgenossen, um den viele lieber einen Bogen machen. Das bewirkt eine weitere „Entspeisung“ seines Selbstwertgefühls, das darunter leidet, weil die Erfolge ausbleiben. Weil er aufgrund seines geringen Selbstwertgefühls verunsichert ist, unterlaufen ihm auch häufiger Fehler und Missgeschicke. Mehr oder weniger absichtliche „Torpedos“ in die soziale Umgebung, die dann da und dort noch vorhandene soziale Netzwerke zerstören, bewirken eine Beschleunigung der Isolation. Diese Entwicklung führt ihn zu dem Schluss, sich immer wieder zu sagen, dass er nichts tauge, dass alle Bemühungen sinnlos seien, dass Ordnung zu halten auch nichts bringt und eine Planung der Zukunft völlig überflüssig ist. Der Tod könnte für einige tatsächlich eine Art „Erlösung“ darstellen. Vielleicht sind einige der Selbsttötungen oft eine Folge einer solchen Fehlentwicklung. Der „Znzg-Typ“ ist vielleicht häufiger anzutreffen, als viele denken. Er ist ein Ärgernis für alle, die unsere Welt, trotz der vielen echten Notlagen und Ungerechtigkeiten, doch noch nicht aufgegeben haben und wollen, dass sie nicht im Chaos versinkt. Schlimm ist es, wenn solche Typen es tatsächlich schaffen, in Führungspositionen zu gelangen, weil sie dann wie ein schleichendes Gift wirken und die Untergebenen sich entweder seinem Stil anpassen oder er sich noch unfähigere Mitarbeiter sucht, die es nicht wagen würden, ihn von seinem Thron zu stoßen. Hinweis zum Genderquatsch: Der „Znzg“-Typ ist selbstverständlich nicht nur männlich, sondern auch weiblich oder meinetwegen auch Divers. © beim Verfasser
von Günther Birkenstock 14. Februar 2026
Es ist mal wieder Faschingszeit Am 11.11. 11 Uhr 11 Es ist dann nicht einmal ganz 12 Versammeln sich die ersten Narren Die nicht mehr wollen länger warten Endlich wieder loszulegen Kurz noch wartend auf den Kirchensegen Um dann zu starten in die 5. Jahreszeit Wir wissen dann schon, es ist wieder so weit Es ist mal wieder Faschingszeit Die Kostüme von der letzten Session Warten in den Garderoben schon Doch mancher sieht dann ein – oh welch ein Schreck Ich hab doch zugelegt so manchen Speck Pass nicht mehr rein in die Narren-Jacke Oder die Bluse fängt an den Nähten schon an zu knacken Dann heißt es tüchtig erst einmal zu fasten Bevor die Kostüme aus den Nähten platzen Ja, ja, sagt da der Narr, ich bin bereit Denn es ist mal wieder Faschingszeit Ist man durch den Winter dann gekommen Und hat nicht wieder zugenommen Hat die Feiertage überstanden Und ist dann im neuen Jahr gelandet Dann kommt das Lampenfieber auf Jeder denkt: Bin ich auch gut drauf Was bring ich nur als Büttenredner Wem schieb ich zu, den schwarzen Peter Wen soll ich verschonen oder wen hau ich in die Pfanne rein Oder lasse ich es vielleicht alles lieber sein Ach, heißt´s dann, ich geb nicht auf Es ist nun einmal so Brauch Ich steige wieder in die Bütt Und feiere mit den anderen mit Lass einfach die Bedenken sein Denn es ist mal wieder Faschingszeit Nun will ich beginnen zu sinnieren Und will doch wagen einiges zu kritisieren Was an der 5. Jahreszeit find´ ich nicht gut Auch wenn man dazu braucht ein bisschen Mut Nicht mit dem breiten Strom zu schwimmen Hoff ich, dass mancher wagt mir zuzustimmen Dass nicht nur in der 5. Jahreszeit läuft so manches schief Und es Zeiten gab, wo´s einfach besser lief Das muss auch einmal erwähnt hier werden Dass viele könnten sich sehr beschweren Manchmal glaub ich, dass wir leben ständig in der Narrenzeit Und nicht nur wenn es ist mal wieder Faschingszeit Was viele anscheinend vergessen haben Ist dass die Fastenzeit beginnt nach diesen Tagen Die beginnt wenn der Aschermittwoch ist vorbei Und die Gläubigen fasten bis zur Osterzeit Naja wird dann so mancher sagen Ich will mich ja nicht groß beklagen Will die Fasterei lieber mal vertagen Und vielleicht doch erst meinen Doktor fragen Von der Fastenzeit wollen viele dann nichts mehr wissen Wollen weiterhin das gute Leben nur genießen Da sage ich: Wenn ihr Feiern könnt an diesen Tagen Wollt immer nur fressen und saufen ohne zu klagen Dann seit auch konsequent und haltet ein die Fastenzeit Nachdem dann war die Faschingszeit Die Faschingszeit ist auch da zu kritisieren, die Mächtigen einmal vorzuführen ihnen zu sagen, dass sie liegen doch oft daneben mit ihrer Politik – da sollten sie sich doch lieber schämen sich selber stopfen sich die Politiker die Taschen voll und holen es sich dann wieder vom gemeinen Volk Ermahnen das Volk, es sollte mehr arbeiten Anstatt zu protestieren und zu streiken Sollten schuften bis sie holt der Tod Erst dann verdienten sie den Lohn fürs Brot Statt bei sich selbst zu sparen und die Ausgaben zu kürzen Wollen sie mit noch mehr Steuern die Menschen in den Abgrund stürzen denken sich ständig neue Steuern aus um davon zu leben in Saus und Braus Es gibt siebenunddreißig Steuerarten Für Hunde, Bier, Sekt und andere Sparten Für allesmögliche langt der Fiskus hin Überall hat er seine Finger drin Nun sollen wir auch fürs Atmen noch bezahlen Wenn wir vergessen CO2 zu sparen Hört endlich auf, uns noch mehr auszupressen Liebe Politiker, wir werden das nicht vergessen Wenn wir demnächst vor der Urne stehen Werdet ihr es dann schon sehen Wem wir dann die Stimme geben Gewiss nicht denen, die uns noch mehr quälen Das sagen wir euch, in dieser Zeit Wenn es ist mal wieder Faschingszeit Wenn Politiker die Steuergelder leichtsinnig verzocken Und sich nicht mal schämen und bleiben auf ihren Posten hocken Wenn jedes Jahr werden Millionen Gelder verplempert Für Klimarettung, Waffen und unnütze teure Politikergehälter Wenn die Steuergeldverschwender bleiben unbelangt Aber bei den Diäten der Abgeordneten wird tüchtig hingelangt Wenn der Friseur des Kanzlers vom Steuerzahler wird bezahlt Und mit Schuldenmachen wird geprahlt Wenn es als Sondervermögen wird kaschiert Und damit gelogen wird ungeniert Dann geht etwas schief in unserem Land Das hat der Dümmste bereits erkannt Darum sollen die, die ehrliche Arbeit in unserem Lande leisten Verdienen doch am allermeisten Wer alte Leute jeden Tag hier pflegt Und sich um ihr Wohlergehen schert Wer sich Sorgen macht um andere und gibt ihnen neuen Mut Das finde ich so richtig gut Der hat verdient ein Spitzengehalt Das sage ich, dass es hier in diesem Saale schallt Und nicht nur in dieser Zeit Wenn dann ist mal wieder Faschingszeit Ich würde es einmal sehr begrüßen Wenn Politiker glauben uns den Jahreswechsel zu versüßen Mit salbungsvollen Reden uns zu umgarnen Und vor Verrohung der Sitten wollen uns noch warnen Dass diesen Politikern drehte man einfach den Ton mal ab Und legte einen anderen Text aufs Band Dass die Wahrheit würde ihnen in den Mund gelegt Obwohl sie nur die Lippen haben zu dem Text bewegt könnten sie dagegen nichts mehr machen Und wir könnten noch darüber lachen Das würde ich mir wünschen zumindest in der Zeit Wenn dann ist mal wieder Faschingszeit Die Autofahrer sind doch sehr geplagt Manchmal werden sie von Gewissensbissen schier benagt Was soll ich denn noch tanken Um Diesel, Super sich die Märchen ranken Mal ist der eine Kraftstoff nicht gut genug Dann sagt ein anderer das ist doch alles nur Unfug Man sollte lieber mit dem Elektroauto fahren Dann könnte man viel CO2 noch sparen Denn der Feinstaub verkürzt dir doch das Leben Ja sag ich, da muss ich erst mal einen heben Und mir schütten den ganzen Staub hinunter Mit einem kühlen Bier, das macht mich munter Und denke mir mein Teil zu meist Nicht nur wenn dann ist mal wieder Faschingszeit Die Weltverbesserer gehen mir auf den Keks Sie machen uns Vorschriften, bis nichts mehr andres geht Sie denken und sinnieren in ihren Stuben Wie kann ich denn melken die bösen Buben Wenn sie mal wieder über die Stränge schlagen Wo kann ich sie mit Bußgeldern dann bestrafen Oder anderweitig malträtieren Und dabei noch kräftig abkassieren Diese Wegelagerer sind mir ein Gräuel Sie sollt man jagen, bis sie fliehen vor Geheul Dass sie uns lassen endlich doch in Ruh Und geben doch vielleicht noch zu Dass sie das alles nur tun, nicht nur um uns zu erziehen Nein, sie wollen uns nur die letzten Kröten aus den Taschen ziehen Um sich dann ein schönes Leben damit zu machen Doch hoff ich, dass sie am Ende haben nichts zu lachen Wenn ihnen die Rechnung wird dann präsentiert Dass sie haben nur andere malträtiert Und dann sollen sie in den finstersten Höllen schmoren Wenn sie dann gestorben sind an einem grauen Morgen Das wünsche ich Ihnen zu dieser Zeit Wenn dann ist mal wieder Faschingszeit Man hört doch beinah schon jede Woche Dass das Klima ist schon fast am kochen Dass die Temperaturen steigen immer weiter in die Höh Oh weh, wenn ich an das Ende seh Auch wenn draußen liegt der Schnee sehr hoch Und wir frieren müssen im Gesicht und auch am Po Auch wenn Menschen mehr von Kälte als von Hitze sterben Müssen sich die Klimahysteriker darum nicht scheren Eine schwedische Schulschwänzerin geht durchs Land Greta Thunberg wird sie doch genannt Sie macht die Jugendlichen schier verrückt Mit Schildern „Fridays for Future“ wird dann ausgerückt Und die Erwachsenen werden stets beschimpft Als Umweltsünder werden sie dann verunglimpft Selbst die Oma, die einst war bei Enkeln eine sehr beliebte Frau Wurde nach einem Lied der Kinder des WDR zur Umweltsau Sie kleben sich an Straßen fest und versauen mit ihrem Geschmiere Manche Wände und wertvolle Gemälde Wenn dann der Rettungswagen bleibt im Stau dann stecken Denken die Klimakleber, sollen die Kranken doch verrecken Hauptsache, wir retten unser Klima Das finden wir toll und prima Sie klagen an, dass jungen Menschen wird geraubt ihre Zukunft Ich glaube das geht doch gegen jegliche Vernunft Diese Kids wollen doch noch ihre Smartphons haben Und sich am guten Essen weiter laben Lassen sich weiterhin von ihren Eltern herumkutschieren Und wollen mit ihnen in den Urlaub fliegen Wo bleibt denn hier die Konsequenz Ich glaub, den Protesten fehlt jegliche Essenz Es ist, da machen sie es doch den andern gleich Nur reine ungenierte Heuchelei So machen die Klimahysteriker uns Angst und bang Und dass schon fast ein paar Jahre lang Wir würden dann einmal absaufen Weil wir zu viel Öl verbrauchen Sollten in unseren Stuben lieber frieren Wer mehr Wärme will, der sollte sich genieren Wir sollten beim Auto sparen und nur zu Fuß noch gehen Wenn wir uns nicht ändern, würden wir schon sehen Dass bald das Ende der Menschheit kommt herbei Ach, sag ich dann, das ist mir einerlei Lasst doch endlich uns in Ruh Und hört uns doch einfach mal zu Ihr geht uns auf den Keks mit euerm Geschwafel Und diesem Weltuntergangsgebrabbel Lasst uns doch einfach mal in Ruhe leben Und uns freuen am schönen Leben Lasst die Weltuntergangsmalerei Und die Katastrophenmeldungen einfach sein Das sage ich euch in dieser Zeit Wenn dann ist mal wieder Faschingszeit Die Faschingszeit ist wohlbemerkt Eine Zeit, in der der Narr sich um nichts mehr schert Er glaubt, dass er über alle Maßen Einen Freischein hat zu wildem Spaßen Was dann geht auf anderer Leute Kosten Er treibt sich herum zu meist üblen Possen Wenn die Witze werden schmutzig Und die Narren finden das sehr putzig Wenn in Gesängen wird gelobt das Saufen Und dass man sollte sich in Bier ersaufen Wenn der Wein als edles Tröpfchen wird besungen Und wenn Lieder werden fromm gesungen Dass es in der Heimat ist doch am schönsten Und die eigene Stadt gehört wohl zu den besten Wenn Freizügigkeit im Liebesleben wird propagiert Und man zum Fremdgehen wird stets animiert Wenn man besingt, dass alle in den Himmel kommen Auch wenn wir uns haben schlecht benommen Wenn in Witzen auf die Schwiegermutter wird geschimpft Und auch der Mann als Trottel wird verunglimpft Dann kannst du wirklich sicher sein Es ist mal wieder Faschingszeit Ob in Mainz, Köln oder anderen rheinischen Regionen Sie sind die Hochburgen der kollektiven Regressionen Verfallen die Menschen In frühkindliche Absurditäten Mitsamt den hohen Tollitäten Ob Prinzen, Bauern oder Jungfrauen, das ist egal Schwenken sie die Arme und rufen helau oder alaaf Im Elferrat sitzen meist wohlgenährte ältere Herrn Die in den Saal „Wolle mer se eireinlosse“ hineinplärren Dann klingt zum Einzug der Narrhallamarsch Und der letzte erhebt sich von seinem Allerwertesten (Arsch) Sieh nur wie sie mit Stielaugen gucken auf die Bühne Wenn die Tanzmariechen geben sich dort große Mühe Unten in den vollgestopften Sälen Versuchen sich die letzten Gäste noch hindurchzuquälen Derweil fangen schon die ersten an zu Schunkeln Und die Augen sind bereits vom Alkohol am funkeln Dann steigt der erste Narr winkend in die Bütt Und meistens hat er einen Zettel mit Damit die Pointe richtig sitzt Wenn er macht den ersten Witz Denn Witze machen, das ist Pflicht Komisch ist´s, wenn einer lacht und der andere lacht mit Egal, auch wenn die Witze werden immer flacher Hauptsache man hat genügend Lacher Wenn die Faschingszeit wird ausgenutzt Und die anderen mit schlechten Witzen werden heruntergeputzt Wenn über denjenigen, vor dem man sonst hat viel Acht Wird nur gelästert und gelacht Wenn jeder glaubt, er könnt sich auf andere Leute Kosten amüsieren Und sich wegen seiner Rüpelhaftigkeit müsst nicht schämen Wenn er den Mächtigen redet nach dem Munde Und steckt mit ihnen in einem Bunde Um sich zu amüsieren mit Witzen über Schwache Und auf deren Kosten geht das Gelache Dann kann ich nur sagen, lasst´s lieber sein Mit eurer verlogenen Faschingsfeierei habt lieber mal Mut etwas zu riskieren Und wagt es auch sonst gegen die Mächtigen zu protestieren Dann dürft ihr euch auch amüsieren, wenn es ist mal wieder so weit Wenn dann ist mal wieder Faschingszeit Ich will nun nicht allen die Zeit vergällen An der viele Menschen finden doch Gefallen Doch sollte der kritische Blick uns zeigen Dass man Extreme sollte meiden Wenn der Frohsinn wird zum Diktat erhoben Dann kann ich das hier nicht mehr loben Dann gehe ich lieber in mein Kämmerlein Und schmunzle still in mich hinein Ich denke dann, es ist bald vorbei ihr Leut´ es war mal wieder Faschingszeit - Helau
von Günther Birkenstock 27. Januar 2026
Günther Birkenstock Markt 12 33142 Büren Der originäre Mensch Den originären Menschen treffen wir manchmal an, aber er wird recht selten sein, denn er ist ein „Sonderling“, einer, der aufgrund seiner Eigenschaften eher ein abgesondertes Leben spielen dürfte. Er ist in seiner Besonderheit deshalb hervorzuheben, weil er sich von dem Menschentyp des Alltags abhebt. Hier sind die aus meiner Sicht wichtigsten Aspekte: • Originär versus nachgemacht : Wer selbst sich etwas ausdenkt, formuliert, komponiert, dichtet, erfindet, malt, bastelt oder tüftelt, schafft etwas, was vorher noch nicht da war, etwas, was gewissermaßen eine Novität darstellt. Originär ist die ursprüngliche Form der Kreativität, die sich in einer für eine Person bezeichnenden Art in den selbst geschaffenen Werken ausdrückt . Die Ausdrucksformen können verschieden sein, aber es geht immer auf einen zurück, der die Idee das erste Mal ins Leben gerufen hat. Neben dem Aspekt der Ursprünglichkeit gibt es noch zwei weitere: Bei dem zweiten Aspekt geht es um die Eigenständigkeit , um die Autonomie des Schöpfungsaktes, also darum, dass bisher niemand anderes dieselbe Idee hatte. Beim dritten Aspekt, nämlich der Echtheit geht es um die Frage, ob bei dem Vergleich mit anderen Ideen und der damit verbundenen Werken die Unverwechselbarkeit Bestand hat, ob die Authentizität bestehen bleibt . Wie eigenständig sind Ideen und Werke? Inwieweit unterscheiden sie sich von den Imitaten? Bei wissenschaftlichen Arbeiten geht es zwar nicht nur darum „das Rad neu zu erfinden“, sondern aufbauend auf den bisher entwickelten Theorien ein über dieses Niveau hinaus ragendes Neues zu entdecken. Der Nachahmer prahlt gerne mit vielen Zitaten aus Werken anderer Wissenschaftler, ohne dass er dabei etwas Neues erfindet, wobei gerade bei Promotionsarbeiten die Gefahr bergen, dass der „geistige Diebstahl“ nicht ausreichend genug kenntlich gemacht wird. Plagiate sind lediglich der Versuch, etwas als etwas Originäres darzustellen, was aber bei näherer Prüfung keinen Bestand hat. Auch in der Musik gibt es eine solche Gefahr, wenn etwa Melodien nur von anderen reproduziert werden, ohne dass hierbei auf die Wiederholung der Notenfolge geachtet wird. Allgemein gibt es Anhaltspunkte dafür, dass eine Melodie „geklaut“ sein kann, wenn eine Aufeinanderfolge von 7 identischen Noten vorliegt. • Originär versus ordinär : Die nächste Abstufung zum „Gewöhnlichen“ finden wir vor, wenn das Nachgemachte und Unechte auch noch in der Qualität im Vergleich zum Original nicht diesem standhalten kann. Wir sprechen vom ordinären Menschen in abschätziger Form, wenn dieser auch noch in seiner gesamten Ausdrucksform der Situation unangepasst und der Angelegenheit, um die es geht, nicht gerecht werden kann. Im juristischen Sinne wird ein Verhalten dann als ordinär bezeichnet, wenn es keine rechtlichen Konsequenzen hat, also wenn das Verhalten keine Rechtsnormen verletzt . Im weitesten Sinne wäre dann ein ordinäres Verhalten irrelevant, unerheblich hinsichtlich seiner Bedeutung. Der originäre Mensch hingegen wird sich nicht nur hinsichtlich der Qualität des Ausgedrückten, des Hergestellten, des Dargebotenen von ordinären Menschen unterscheiden, sondern auch in seiner gesamten Haltung, seiner inneren Gesinnung. Sein Verhalten hat Relevanz hinsichtlich seiner Wegweisung für andere, seiner Bedeutung im Hinblick auf Nützlichkeit und Verwertbarkeit. Eine Erfindung, ein guter (origineller) Witz, eine schöne Melodie, eine philosophische Abhandlung, ein Kunstwerk oder ein Lösungsvorschlag für einen Konflikt, sie alle schaffen eine über die eigene Person hinausragende Bedeutung. • Originalität hat Seltenheitswert : Alles war irgendwann schon mal da: Das Rad – es braucht nicht neu erfunden werden. Vieles, was uns als originell erscheint, ist eigentlich ein Imitat, eine aus anderen Ideen abgeleitete Form des schon einmal Dagewesenen. Deshalb sind wirkliche originelle Werke höchst selten. Die meisten Werke, Erfindungen oder Ideen stammen im Grunde aus dem weiten Fundus eines kollektiven Wissens, das sich im Laufe der Zeit gebildet hat. Manchmal bedarf es einer Neuschöpfung aufgrund neuer gesellschaftlicher Entwicklungen, neuer Problemlagen, neuer Herausforderungen. Dann erst zeigt sich, ob jemand eine Person ist, die allgemein als Genie bezeichnet werden kann. Das Genie schafft „aus dem Nichts“ etwas Neues und kreiert eine Besonderheit, eine Novität, die eine Lösung für Probleme darstellt, die eine Weichenstellung für zukünftige Entwicklungen bringt. Diese Einzigartigkeit ist das entscheidende Kriterium für die Originalität. • Mangel an Originalität : Der Mangel an Originalität ist überall zu beobachten. Besonders dort, wo man sie am häufigsten benötigt wird, ist sie Mangelware. Das liegt wohl entscheidend daran, dass der originäre Mensch nicht gleichzeitig auch der durchsetzungsfähige Mensch ist. Letzterer dominiert in den Führungsetagen der Wirtschaftsunternehmungen und in der Politik. Unser Auslesesystem fördert leider nicht die Originalität, sondern eher das Gegenteil. Das Gewöhnliche ist leider oft das Mehrheitsfähige, das von allen auch befürwortet wird. Originäre Menschen stoßen mit ihren „sonderbaren“ Ideen andere vor den Kopf, verursachen zunächst mal Verwirrung und letztendlich Widerstand. Ihnen fehlt es oft dann auch Durchsetzungskraft. Deshalb werden Erfinder mit originellen Ideen zeitlebens ausgelacht und sogar bekämpft, weil sie die Ordnung stören, weil sie auch denjenigen scheinbar schaden, die lieber den bequemen Weg des Gewöhnlichen gehen wollen. Kopernikus gilt als Begründer des heliozentrischen Weltbildes, wonach die Sonne und nicht die Erde im Mittelpunkt steht, wurde aber zeitlebens von der etablierten Wissenschaft und der Kirche bekämpft . Nikola Tesla war ein Erfinder im Bereich der Elektrotechnik, des Wechselstroms und der kabellosen Übertragung von Energie war den etablierten Wissenschaftlern nicht genehm . Überall, wo Menschen bisherige Denkgewohnheiten infrage stellten, wo sie mit neuen Ideen versuchen, alte Strukturen von religiösen, philosophischen oder politischen Überzeugungen aufzubrechen, stoßen sie auf Widerstand. Platon hatte bereits vor Jahrhunderten mit seinem Höhlengleichnis den „Nagel auf den Kopf“ getroffen: Menschen neigen dazu, in festgefahrenen Vorstellungen von der Wirklichkeit zu verharren und bekämpfen die Abweichler oft mit unbarmherziger Härte. Heute werden die Wahrheitsverkünder nicht wie in dem genannten Höhlengleichnis, gleich umgebracht, aber oftmals sozial isoliert oder wirtschaftlich ruiniert. • Warum hat es der originäre Mensch so schwer? Die Menschen sollten doch eigentlich froh sein, dass es unter ihnen doch noch Personen gibt, die „über den Tellerrand hinaussehen“ und versuchen, neue Sichtweisen zu präsentieren, um das Weltbild zu erweitern oder Lösungen für Probleme zu präsentieren. Warum haben es aber originäre Menschen so schwer? o Angst vor Veränderung: Allgemein haben Menschen Angst vor Veränderung. Sie befürchten, dass sie aus ihren eingefahrenen Gewohnheiten herausgerissen werden, dass ihnen vorgehalten wird, bisher mit ihren Ansichten falsch gelegen zu haben. Jeder denkt von sich selbst doch, dass er alles bisher richtig gemacht hat, dass seine Vorstellungen von der Welt wahrhaftig sind oder zumindest der Wahrheit sehr nahe liegen. Wenn nun jemand behauptet, dass er mit seinem Annahmen falsch liegt, wird damit das Fundament des eigenen Glaubens angegriffen. Dieser Angriff wird dann als Bedrohung empfunden und dann nicht nur die vorgetragenen Ansichten, sondern auch sein Bote bekämpft. o Wirtschaftliche Interessen : Vielfach geht es auch schlicht ums Geld. Wenn jemand eine neue Erfindung macht, dann besteht die Gefahr, dass die alten Erfindungen obsolet werden. An diesen hängen aber oft wirtschaftliche Interessen, auf denen die darauf entwickelten Techniken beruhen. Wer politische Ideen neu formuliert, stößt auf erheblichen Widerstand, weil damit oftmals wirtschaftliche Privilegien infrage gestellt werden. So hatte z. B. Gerhard Schröder mit seiner „Agenda 2010“ etablierte soziale Versorgungssysteme infrage gestellt, was zu erheblichem Widerstand führte . o Machtstrukturen : Diejenigen, die an der Macht sind, haben oftmals kein Interesse an originellen Ideen, weil diese auch ihre Vorrangstellung infrage stellen können. Mit der erreichten Macht in einem politischen System sind Privilegien verbunden, die nicht gerne aufgegeben werden. Deshalb reagieren die Machthaber mit Widerstand und verteidigen ihre Positionen. Die „Etablierten“ kämpfen dann gegen die „Erneuerer“ und damit entsteht oft eine nicht überwindbare Barriere gegen notwendige Reformen. Die „Altparteien“ (alle Parteien außer AfD) kämpfen deshalb oft gegen die AfD, weil sie befürchten, dass ihr Einfluss in vielen Bereichen der Gesellschaft schwindet. Mitglieder dieser Parteien fürchten um ihre Abgeordneten-Mandate und beteiligen sich gerne an dem „Kampf gegen rechts“. Auch Medien beteiligen sich daran, weil sie befürchten, dass auch ihr Einfluss schwindet und damit ihre Absatzmärkte. o Moralischer Verfall : Die Moralität einer Gesellschaft misst sich an ihrem Umgang mit Minderheiten und Andersdenkenden. Nun sind nicht alle Mitlieder dieser Gruppierungen Originelle, aber unter ihnen wird man ehre solche finden als in der etablierten Gesellschaft. Die moralische Hürde, Andersdenke auszugrenzen, ist dann besonders hoch, wenn die Bekämpfung mit eigenen Risiken verbunden ist. Je totalitärer eine Gesellschaft aufgebaut ist, desto geringer ist das Risiko der Diskriminierung. Mehr noch: Die Belohnungssysteme (sozialer Aufstieg, ökonomische Sicherheit) begünstigen noch diesen Prozess des „Niedermachens“ originärer Menschen, die sich dem System nicht anpassen wollen. Dies war in „Corona-Zeiten“ gut zu bemerken, als „Querdenker“, die nicht mitmachen wollten, gnadenlos verfolgt wurden. o Bequemlichkeit der Masse : Die „breite Masse“ hat am liebsten nichts mit den originellen Menschen nichts zu tun, denn diese stören ihre Komfortzone, in der sie sich eingerichtet haben. Viele haben sich „arrangiert“ mit dem gesellschaftlichen System, in dem sie schweigen zu Ungerechtigkeiten gegenüber Andersdenkenden und lieber mitmachen, als selbst in das Fadenkreuz der Funktionäre des etablierten Systems zu geraten. Der Mitläufer ist der wahre Feind des originären Menschen, weil er als Mitglied der angepassten Mehrheit mit seiner Feigheit die Ungerechtigkeiten begünstigt. Der originäre Mensch ist der eigentliche Mensch und nicht der gleichsam roboterhafte, marionettenhafte „Systemling“. Er zeigt uns auf, was es heißt, wahrer Mensch zu sein. Er ist auch damit Gott am nächsten, weil Gott als das Original schlechthin bezeichnet werden kann. Gott müsste eigentlich diejenigen am meisten schätzen, die es wagen, ihm dadurch nahe zu kommen, dass sie sich gegen die Versuchung der Gleichmacherei stellen, die es wagen, neue Wege zu gehen, die beschwerlicher sind als die ausgetretenen Pfade derjenigen, die den bequemen Weg wählen. Jesus hat bereits eindeutig darauf hingewiesen, dass die breite Straße ins Verderben führt (Matthäus 7, 13 ) und der tugendhafte Weg ein beschwerliches Leben bringt, weil es heißt, sich gegen die Lügen der Welt zu stellen. Der originäre Mensch ist somit Gott am nächsten, weil er aus seiner inneren Wahrheit heraus handelt und sich nicht um die Meinung der Mehrheit der Masse schert, die ihn einkerkern will. © beim Verfasser
von Günther Birkenstock 18. August 2025
Wird es in Deutschland eine Wende zum Besseren geben? Deutschland steht am Scheideweg, wobei sich die Frage stellt, ob es möglich ist, eine Änderung der gegenwärtigen Situation hinzubekommen, sodass eine Neuausrichtung ermöglicht wird. Dogmatische Zementierung: Wir erleben in Deutschland eine Art Zementierung, eine anscheinend nicht auflösbare oder zumindest kaum veränderbare politische und gesellschaftliche Landschaft, bei der die Fronten verhärtet erscheinen und jedem Versuch eines Wandels mit vehementer Abwehr begegnet wird. Woran liegt das? · Politische Kaste – alle gegen eine: Die Politiker, die in Deutschland dominieren, lassen keinen Zweifel daran, dass sie jede Öffnung der „Altparteien“ (Alle Parteien ohne AfD) gegenüber der AfD nicht zulassen wollen. Es geht ihnen nicht um Deutschland, um die Rettung der Demokratie, sondern um Machterhalt. Der Machterhalt dient der Sicherung der eigenen Pfründe, der Vorrechte auf die begehrten Positionen im Regierungsapparat und den untergeordneten administrativen Strukturen. Diese Vorrechte dienen der Sicherung der eigenen Existenz und der Befugnisse, das Schicksal von Millionen von Menschen bestimmen zu können. Bundeskanzler Merz hat, trotz anderslautender Beteuerungen vor der Wahl, nicht die verheißende Wende geschafft, sondern bleibt dem linksgrünen Gedankengut treu und versäumt eine wirkliches Aufräumen mit der Vorstellung, dass der Staat alles richten soll, dass er durch sein fiskalisches Gebaren Milliarden von Steuergeldern einnimmt, um sie dann wie ein Weihnachtsmann an diejenigen zu verteilen, die dem Staat treu dienen, die genau das tun, was er von ihnen verlangt. Nicht der mündige Bürger, der in Eigenverantwortung sein Leben gestaltet, ist das Leitbild, sondern der brave Biedermann, das dumme Schaf, das den Leithammeln folgt, ohne darüber nachzudenken, ob diese Nachfolge auch sinnvoll ist. Jeder Versuch der Kritik an diesem Politikstil wird vehement unterdrückt. Jeder Abweichler wird gnadenlos verfolgt durch willfährige staatliche Organe, die sich als Verteidiger der mächtigen Parteifunktionäre und Regierungsmitglieder erweisen, statt sich als neutrale Wächter der Rechtsordnung zu zeigen. Die Verfassungsschutzämter, die die Verfassung schützen sollen, erweisen sich zunehmend als Bespitzelungs- und Diffamierungsorgane, die jeden verfolgen, der nicht der herrschenden Klasse von Politikern gehorchen will. Insbesondere die AfD wird unter Generalverdacht gestellt und sowohl das Bundesverfassungsschutzamt als auch die Landesverfassungsschutzämter, wie z. B. das von Brandenburg [1] , sehen sich eher dem Gehorsam gegenüber den übergeordneten Ministerien verpflichtet, als sich um ihre eigentliche Aufgabe zu kümmern, nämlich die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ vor inneren oder äußeren Feinden zu schützen. Die Einstufung der AfD als „Verdachtsfall“ oder als „gesichert rechtsextrem“ sind Feststellungen, die weitgehend durch die bestehenden klischeehaften Vorurteile gegenüber dieser Partei diktiert werden. Die AfD und ihrer Mitglieder sowie Anhänger werden gewissermaßen als „Vogelfreie“ erklärt, auf die jeder herumhacken kann, ohne befürchten zu müssen, hierfür belangt zu werden [2] . Diejenigen der Altparteien, die als Protagonisten dieser Strategie agieren, tun dies zwar offiziell, um „unsere Demokratie“ zu schützen, insgeheim geht es ihnen aber dabei darum, ihre eigenen Vorteile zu sichern, um durch Ausgrenzung, Diffamierung und Dämonisierung einen politischen Gegner zu zerstören. Im Bundestag werden die Parlamentarier dieser Partei durch Geschäftsordnungsmaßnahmen an der ordentlichen Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert. Deshalb sah sich die AfD gezwungen, sich mit einer Klage an das Bundesverfassungsgericht zu wenden, weil der Ältestenrat des Bundestages ihr nicht gemäß der Erfordernis aufgrund der gewachsenen Mitgliederzahl der Fraktion den größeren Saal zuweisen wollte, den die SPD trotz kleiner gewordenen Fraktionsgröße nicht bereit war aufzugeben [3] . Die gängige Praxis, der AfD auch eine Vizepräsidentschaft für den Bundestag nicht zuzubilligen oder aufgrund des Abstimmungsverhaltens der „Altparteien“ zu verhindern, dass sie den Vorsitz für einen der Ausschüsse erhält, entspricht dem gängigen Muster des Verhaltens der „demokratischen Parteien“ des Bundestages. Klagen der AfD hierzu wurden vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt [4] . Die Strategie der linken Parteien (SPD, Grüne, Linke), durch die Besetzung eines Richteramtes beim Bundesverfassungsgericht mit Frau Prof. Dr. Brosius-Gersdorf, die sich für ein Verbot der AfD ausgesprochen hat [5] , einen geschickten Coup zu landen, ist vorläufig gescheitert, weil diese ihre Kandidatur zurückgezogen hat [6] . Die Ausgrenzung der AfD und auch der Wähler führt zu einer „Einbetonierung“ und Abschottung durch Politiker und Mainstreammedien, die sich in der Verurteilung der Partei und ihrer Anhänger einig sind. Wer sich also zur AfD bekennt (da ist die Meinungsfreiheit gegeben), muss eben mit Nachteilen im Beruf und privaten Leben rechnen. · Ausgrenzung anders denkender Menschen durch Strafverfolgung: Die Ausgrenzung anders denkender Menschen, wenn sie sich kritisch gegen die Regierungsmeinung stellten, begann mit der Ära Merkel und wurde nahtlos unter Scholz fortgesetzt. Sie findet auch unter der Führung von Kanzler Merz weiterhin statt. Wer es wagt, Politiker zu kritisieren, begibt sich in die Gefahr ausgegrenzt zu werden, diffamiert und mit den „rechtsstaatlichen Mitteln“ der Exekutive (Hausdurchsuchungen, Strafbefehle) mundtot gemacht zu werden. Der in der Ära Merkel im Jahr 2021 (während der Corona-Krise!) 2021 [7] geänderte „Gummipargraph“ 188 StGB [8] (Gegen Personen des öffentlichen Lebens gerichtete Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung) dient hierzu als wirksames Mittel, selbst harmlose Bürger zu belangen [9] . Dass diese Änderung mit den Verschärfungen gerade in der Zeit wirksam wurde, als sich die Kritik an den Corona-Maßnahmen häuften, dürfte nicht verwundern. Ein obrigkeitsorientierter Staat wendet sich damit gegen die eigenen Bürger. Er wird dann zu einem totalitären Staat, wenn die Gewaltenteilung ausgehebelt wird. Dies konnte in der Zeit der Corona-Krise beobachtet werden, weil die Justiz Hand in Hand mit der Exekutive die Corona-Maßnahmen „absegnete“ und die Parlamentarier die in dieser Zeit getroffenen Verschärfungen im Infektionsschutzgesetz aufgrund des „Fraktionszwanges“ mitgetragen haben. Der einzelne Bürger wird zur Zielscheibe der Strafverfolgungsbehörden, wenn er es wagt, sich gegen diesen Obrigkeitsstaat zur Wehr zu setzen. Ein eklatanter Fall der Strafverfolgung ist der von Michael Ballweg, der für 9 Monate in Untersuchungshaft blieb und wegen angeblichem Betrug und unterstellter Steuerhinterziehung angeklagt, aber von dem Straftatbestand des Betruges frei gesprochen wurde und nur eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 20 EUR (!) kassiert hatte [10] . Michael Ballweg, das Symbol für den Widerstand gegen die Corona-Politik und Gründer der „Querdenken“-Bewegung, wurde 9 Monate inhaftiert, weil er es gewagt hatte, gegen die obrigkeitsstaatlichen Maßnahmen zu protestieren. Er ist einer von vielen, die auf ähnliche Weise abgestraft wurden. · Ukraine-Krieg – einseitige Positionierung: Die dogmatische Ausrichtung in der Beurteilung des Krieges in der Ukraine ist geprägt durch die einseitige Berichterstattung der öffentlichen Medien (ÖRR, Regierungssprecher) und der Leitmedien, die dazu führt, Putin allein für den Krieg verantwortlich zu machen. Regelmäßig wird die Vorgeschichte des Krieges weggelassen, wonach die NATO-Osterweiterung und die Unterdrückung der russischen Bevölkerung in den östlichen Landesteilen mit zu diesem Krieg geführt haben. Hierdurch entstand der Eindruck, dass Putin allein aus imperialistischen Gründen (Erweiterung des Territorium Russlands) 2022 in die Ukraine eingefallen ist. Wer etwas anderes behauptet, wie z. B. Patrick Baab, der vor Ort war und den Krieg hautnah miterlebt hat (Buch: Auf beiden Seiten der Front: Meine Reisen in die Ukraine [11] ) oder Gabriele Krone-Schmalz (Buch: Russland verstehen? Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens [12] ), wird von den Medien ausgeschlossen, die regierungstreu berichten. Es müssen die Fragen doch erlaubt sein: Ist es im deutschen Interesse, die Ukraine einseitig durch Waffenlieferungen mit öffentlichen Geldern der Steuerzahler zu unterstützen, ohne sich vorher die Zustimmung des Volkes einzuholen? Ist es vertretbar, dass Deutschlands Beziehungen zu Russland und damit auch die Handelsbeziehungen mit der Möglichkeit des Bezugs von wichtigen Rohstoffen (Gas, Öl) durch die einseitige Parteinahme leiden? Ist es legitim die wirtschaftlichen Beziehungen durch politische Vorgaben so einseitig zu gestalten, dass dadurch die energieintensiven Wirtschaftsbetriebe leiden? Warum fliehen so viele Ukrainer nach Russland, obwohl dieses Land der ausgemachte Gegner ist? Warum sehen die westlichen Staaten tatenlos zu, wenn Männer in der Ukraine „zwangsrekrutiert“ werden, um dann in einem sinnlosen Krieg zu sterben oder verwundet zu werden? [13] Warum wäre die Kapitulation der Ukraine tatsächlich von vornherein so ausgeschlossen? Warum geht Deutschland überhaupt dieser Krieg etwas an, obwohl die Ukraine kein EU-Land oder Mitglied der NATO ist? Es hat hier eine starke Polarisierung stattgefunden: Diejenigen, die die Maßnahmen der Regierung unterstützen, werden von der Mainstream-Presse hofiert, die es wagen, sie zu kritisieren, kommen nur in den alternativen Medien vor. · Migrationskrise – nicht anrühren : Die durch die Einwanderung ausgelösten Probleme dürfen nicht angerührt werden, so lautet die Regierungsdoktrin. Wer es wagt, diese zu thematisieren, gilt gleich als ausländerfeindlich, will alle Ausländer aus Deutschland vertreiben, gilt als „Rechtspopulist“ oder gar als „Nazi“. Die Migration wurde mal von Horst Seehofer als „Mutter aller Probleme“ [14] genannt, aber inzwischen gilt sie gemäß dem linksgrünen Meinungsdiktat als nicht-verhandelbar. Der Einsatz von Politikern, aber auch der „Asylindustrie“ [15] , für den Erhalt der unbegrenzten Einwanderung dient nicht der einheimischen Bevölkerung. Die finanziellen Belastungen [16] werden totgeschwiegen und die zunehmende kriminelle Belastung kleingeredet. SPD, Grüne und Linke gelten als die Fürsprecher der bisherigen Politik „der offenen Grenzen“, die Unionsparteien halten halbherzig dagegen. Hinzu kommt, dass eine Reihe von „Gutmenschen“ immer noch meinen, dass die Migration nur oder hauptsächlich eine kulturelle Bereicherung darstellt. Diejenigen, die mit den Folgen dieser Politik konfrontiert werden, bleiben auf sich allein gestellt und werden von Vertretern der Behörden, die sich mit der Aufnahme und Integration zu beschäftigen haben, als ausländerfeindlich diskreditiert. Sogar die Kirchen gewähren immer noch ein rechtlich umstrittenes Kirchenasyl, was an Heuchelei kaum noch zu überbieten ist, da die negativen Folgen für das Zusammenleben und die Folgekosten dieser Maßnahmen der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Der Einsatz für die Asylanten, die kein Bleiberecht in Deutschland haben und deshalb abgeschoben werden sollen, ist eigentlich nicht rechtmäßig, denn die Verhinderung einer Abschiebung kann nach § 257 StGB (Begünstigung) strafbar sein [17] . Es sind auch noch andere Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten denkbar, die von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bis zu Landfriedensbruch reichen [18] . Die Migration als Problem führt zu einer Spaltung in Befürworter und Gegner, die zumeist so ausgefochten wird, dass die regierungsnahen Vertreter zumindest in den öffentlich-rechtlichen Medien dominieren. · Klimawandel – heilige Kuh nicht schlachten : Der Klimawandel und die Unterordnung unter dem Diktat, dass alles getan werden muss, um ihn zu stoppen, gilt bei den Altparteien als gesetzt. Die CDU ist auch auf dem „grünen Trip“ angekommen und behält ihn bei. Vor allem in den Ländern NRW, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, wo es Koalitionen mit den Grünen gibt, wird an dem eingeschlagenen Kurs festgehalten. Die Ideologie, dass Deutschland das Weltklima retten könne, führt dazu, dass Gelder für Klimaprojekte ins Ausland transferiert werden, die dann in Deutschland fehlen. Im Jahr 2024 wurden hierfür 11,8 Mrd. EUR ausgegeben [19] . Berühmt-berüchtigt wurde die Finanzierung von Radwegen in Peru, die auch Kritik daran ausgelöst hat [20] . Tatsache ist, dass der Anteil Deutschlands an dem Ausstoß von dem angeblich schädlichen Kohlendioxid mit nur 2 % des weltweiten Verbrauchs verschwindend gering ist [21] , sodass es lächerlich klingt, noch einmal zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen, um den Ausstoß angeblich klimaschädlicher Gase zu verringern, zumal fernab der allgemeinen Panikmache – der Ausstoß steige ständig – tatsächlich die Emissionen seit Jahren rückläufig sind (seit 1990 um 48,2 %) [22] . Der Prokopf-Verbrauch von Kohlendioxid lag in Deutschland im Jahr 2023 bei 7,16 Tonnen, sodass Deutschland im internationalen Vergleich an 13. Stelle steht, wobei es weit hinter den Hauptverbrauchern wie Katar (42,6 Tonnen), Saudi-Arabien (19,98 Tonnen) oder USA (14,45 Tonnen) zurückfällt [23] . Dabei wird geflissentlich die Frage gar nicht mehr gestellt, ob – wenn die CO2-Hypothese stimmen sollte – denn eine globale Erwärmung Vorteile hätte. Schon jetzt kann man sehen, das die Begrünung der Erde zugenommen hat (Global Greening), was dazu führt, dass in Landstrichen (Kälteregionen), wo bisher vielleicht kein oder nur wenig Ackerbau betrieben werden kann, dann ein Anbau möglich ist. Die positiven Aspekte müssen selbstverständlich – gemäß dem Denkdiktat, dass der Klimawandel schädlich ist - sofort klein geredet werden [24] . Ein weiterer Aspekt, der sich positiv auswirken kann, wäre die Reduzierung der Kosten zur Beheizung der Gebäude, in denen Menschen leben, denn je mehr die Außentemperaturen steigen, desto weniger muss künstlich Wärme hinzugefügt werden. Außerdem werden Schäden, die durch Extremfrost entstehen können, verringert. Wasserleitungen frieren weniger ein, Gebäude erleiden weniger Schäden durch Eisschäden (eindringendes Wasser, das in Ritzen eindringt, dann gefriert und durch die Anomalie des Wassers - Eis nimmt mehr Volumen ein als Flüssigkeit – zu Spannungen führt) und auf den Straßen entstehen weniger Glätteunfälle. Ein weiterer positiver Aspekt betrifft die Schifffahrt, denn durch längere eisfreie Zeiten könnten sowohl die Ost-Westpassage (um Kanada herum Richtung Russland) und die West-Ost-Passage (um Russland herum von Europa aus gesehen) durch Reduktion des Arktis-Meereises länger genutzt werden. Aber die positiven Aspekte werden gar nicht erörtert und dem Mainstream gefolgt, dass der Klimawandel immer schädlich ist, obwohl erdgeschichtlich gesehen die Warmzeiten (römisches Optimum und mittelalterliche Warmzeit [25] ) für die Menschheit zu Blütezeiten geführt haben, während Eiszeiten (z. B. „kleine Eiszeit“ von 17.-19. Jahrhundert) eher schädlich waren. Stützen des Systems : Wer sind diejenigen, die das gegenwärtige System stützen? · Angepasste Mitläufer : Sie gehören zu dem „Systemlern“ [26] , also jenen, die für und von dem System leben. Das gegenwärtig dominierende links-grüne System wird von Journalisten, Vertretern der Kirchen, insbesondere der evangelischen Kirche, den Gewerkschaften, den „NGO´s [27] “, den christlichen Hilfsorganisationen (Diakonie, Caritas) und Gewerkschaften gestützt. Gerade der Öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) gilt als populärer Vertreter, weil er weitgehend in der Einflussnahme der „Altparteien“ steht und deshalb parteiliche Einflussnahme ausübt. Die Mehrheit der dort beschäftigten Journalisten, Moderatoren und Berichterstattern gehören zum links-grünen Meinungsspektrum. Die „Gutmenschen“, die sich regelmäßig für Flüchtlinge einsetzen und gegen die AfD demonstrieren, gehören ebenso zu diesen „Systemlern“. Auch die Kirchenvertreter (Funktionäre, Laien), insbesondere diejenigen, die hierbei reibungslos dem Mainstream folgen, gehören zu den Mitläufern. Die Parteifunktionäre, die Parteisoldaten, die sich erhoffen, irgendwann den Sprung ins Parlament durch angepasstes Mitmachen zu schaffen, tun ihr Übriges, um das System am Laufen zu halten, wobei fast jedes Mittel recht zu sein scheint [28] . Hinzu kommen so genannte „Prominente“ (z. B. Grönemeyer, Uschi Glas, Kerkeling) des Show-Geschäftes, die sich dem links-grünen Mainstream anpassen, um weiter Engagements zu erhalten [29] . · Kollaborateure : Im Krieg gab es diejenigen, die sich mit dem aggressiven Feind verbündet hatten, um sich dadurch vor Verfolgung zu schützen. Ähnlich ist es auch im zivilen Leben. Es gibt die Zusammenarbeit, die über das angepasste Mitlaufen hinausreicht. Es wird regelrecht zugearbeitet von Seiten der Kollaborateure, die sich davon Vorteile versprechen. Die Nähe zwischen Politikern und Journalisten beim ÖRR spricht für eine solche Kooperation, die sogar in private Sphären hineinreicht wie das bei der Beziehung zwischen Julia Klöckner (Präsidentin des Bundestages) und Jörg Pilawa (TV-Moderator) der Fall ist [30] . Ist dagegen etwas einzuwenden? Ja, da hier sich private und öffentliche Interessen verwischen, denn wer zu einem Politiker gute, freundschaftliche oder sogar Liebesbeziehungen unterhält, wird sich scheuen kritisch zu berichten, da er ansonsten eine reibungslose Karriere beim ÖRR aufs Spiel setzt? Der gute Journalist macht sich eben mit niemand gemein, sondern behält einen kritischen Abstand, wie dies bereits die TV-Legende Hanns Joachim Friedrichs (1927 – 1995) gesagt hatte [31] . Der Wechsel vom Journalistenberuf in ein Regierungsamt verläuft beim angepassten Kollaborateur „reibungslos“ [32] . · Denunzianten : Die Mitglieder dieser Spezies sind deshalb „erfolgreich“, weil sie sich durch den Verrat des Mitbürgers an die Obrigkeit bei dieser beliebt machen und mit Vorteilen im beruflichen und privaten Bereich rechnen können. Inzwischen widmen sich „NGO´s“ dieser Aufgabe, die vom Staat hierfür auch finanziell belohnt werden. Die Denunzianten gab es zwar schon immer, aber aktuell scheinen sie sich wie Fliegen zu vermehren [33] . Wer nicht mitspielen will, wird „verpfiffen“, das ist ihr Lebensmotto. · Naive „Mustermanns“ : Sie sind diejenigen, die sich dem jeweils herrschenden System anpassen, um am proklarieren zu können: Ich habe immer den Herrschenden gedient, nun will ich meine Belohnung haben. Werden sie belohnt? Herr oder Frau Mustermann führen ein „mustergültiges“ Leben, das ohne „Reibereien“ verläuft [34] . Sie halten alles für wahr, was ihnen von staatlichen oder halbstaatlichen Medien verkündet wird und bleiben dabei in einer naiven Grundhaltung, dass ihnen dabei nichts vorgemacht wird und sie auch nicht manipuliert werden. Scherzhaft könnte man sagen: Bevor sie zu einer Revolution gingen, würden sie vorher beim Ordnungsamt der Kommune um Erlaubnis bitten. · Schweigende „Masse“ : Wer in einer der vorgenannten Kategorien nicht hineinpasst, gehört zu denjenigen, die sich schon längst von der Vorstellung getrennt haben, dass sie etwas ändern können. Sie schweigen, wenn sie gefragt werden, halten sich aus allem heraus, wenn Konflikte auftreten und haben sich ins „Private“ zurückgezogen. Fazit : Die „dogmatische Zementierung“ führt zu einer Stabilität, die von denjenigen unterstützt wird, die von dem gegenwärtigen System genährt werden und denen sie deshalb dienen. Wird sich etwas in Deutschland zum Besseren wenden? Wohl kaum, die Fronten sind zu sehr verhärtet. Die Profiteure der gegenwärtigen Politik sind in der Überzahl und in den Machtpositionen von Regierung, Parteien, den Verwaltungen und der Justiz zu stark vertreten. Ich habe mich inzwischen damit abgefunden zu glauben, dass ich die Welt verbessern kann [35] . Ich halte es mit Jesus Christus, der die Welt überwunden und sie aufgrund ihrer Vergänglichkeit nicht für die finale Welt gehalten hat, die nicht unsere eigentliche Heimat ist. © beim Verfasser [1] https://mik.brandenburg.de/mik/de/service/presse/pressemitteilungen/detail-pm-und-meldungen/~14-08-2025-einstufungsvernerk-lv-afd [2] https://www.guentherbirkenstock.de/afd-bashing [3] https://afdbundestag.de/afd-fraktion-klagt-vor-bundesverfassungsgericht-gegen-zuteilung-des-fraktionssitzungssaals/ [4] https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bundesverfassungsgericht-urteil-afd-ausschuss-vorsitz-bundestag-100.html [5] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/brosius-gersdorf-verfassungsgericht-100.html [6] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/brosius-gersdorf-rueckzug-102.html [7] https://www.buzer.de/gesetz/6165/al144303-0.htm [8] https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__188.html [9] Eine Rentnerin wurde 2024 zu einer Geldstrafe von 7.950 EUR verurteilt, weil sie in einem Facebook Eintrag geschrieben hatte: „Wir brauchen Fachkräfte und keine Asylanten, die sich hier nur ein schönes Leben machen wollen, ohne unsere Werte und Kultur zu respektieren. Schickt die, die hier sind, mal zum Arbeiten. Wir sind nicht auf Faulenzer und Schmarotzer angewiesen und schon gar nicht auf Messerkünstler und Vergewaltiger“. https://apollo-news.net/rentnerin-zu-7-950-euro-strafe-verurteilt-staatsanwalt-forderte-strafverschrfung-wegen-massiver-politikkritik/ [10] https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/ballweg-urteil-102.html [11] https://www.amazon.de/Auf-beiden-Seiten-Front-Ukraine/dp/3946778410 [12] https://www.amazon.de/Russland-verstehen-Ukraine-Arroganz-Westens/dp/3864893348 [13] https://www.stern.de/politik/ausland/ukraine--zwangsrekrutierung--ein-menschenfaenger-packt-aus-35290880.html [14] https://www.dw.com/de/seehofer-nennt-migration-mutter-aller-probleme/a-45377457 [15] Bereits 2018 von dem Journalisten Udo Ulfkotte (1960 – 2017) verwendeter Begriff: https://www.amazon.de/Die-Asyl-Industrie-Journalisten-Sozialverb%C3%A4nde-Fl%C3%BCchtlingswelle/dp/3864456266 [16] Kosten lagen 2023 bei 29,7 Mrd. laut Statista.com; https://de.statista.com/statistik/daten/studie/665598/umfrage/kosten-des-bundes-in-deutschland-durch-die-fluechtlingskrise/ [17] https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__257.html [18] https://www.bundestag.de/resource/blob/562794/WD-7-119-18-pdf.pdf [19] https://www.bmz.de/de/aktuelles/aktuelle-meldungen/internationale-klimafinanzierung-2024-269418 [20] https://www.rnd.de/wirtschaft/deutschland-zahlt-radwege-in-peru-warum-wird-die-finanzierung-verteidigt-CKETSBEE25CT5NM5LQDKV62KBU.html [21] https://www.klimafakten.de/klimawissen/fakt-ist/fakt-ist-deutschland-gehoert-zu-den-top-ten-der-weltgroessten-co2-verursacher [22] https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#emissionsentwicklung [23] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167877/umfrage/co-emissionen-nach-laendern-je-einwohner/ [24] https://correctiv.org/faktencheck/2022/09/15/co2-kann-zwar-das-pflanzenwachstum-foerdern-ist-aber-auch-haupttreiber-des-klimawandels/ [25] https://nihk.de/forschung/aktuelle-projekte/zwischen-roemerzeitlichem-klimaoptimum-und-dem-jahr-ohne-sommer-1816 [26] https://www.guentherbirkenstock.de/nervensaegen [27] Non-Governmental-Organization, https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17913/non-governmental-organization-ngo/ [28] Caroline Bosbach wird vorgeworfen, sie hätte Geldbeträge und kostenlose Bewirtung denjenigen versprochen, die sie bei der Wahl in die Mittelstands- und Wirtschaftsunion unterstützen würden; https://www.spiegel.de/politik/deutschland/caroline-bosbach-cdu-zaehlt-bundestagsabgeordnete-an-a-b5620428-f8f1-49dd-8c2a-f0a175ae77b8 [29] https://www.derwesten.de/politik/bundestagswahl-promis-parteien-roland-kaiser-dieter-bohlen-id301368248.html ; https://www.n-tv.de/leute/Promis-machen-Wahlwerbung-fuer-Gruene-article22787860.html [30] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/beide-lernten-sich-uber-freunde-kennen-julia-klockner-und-jorg-pilawa-sind-ein-paar-14161271.html [31] Wörtlich sagte er: Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“ https://www.zitate7.de/autor/Hanns+Joachim+Friedrichs/ [32] Aktuelles Beispiel: Wolfram Weimar war früher Journalist, u. a. Chefredakteur der Zeitschrift „Die Welt“ und ist seit 2025 Staatsminister für Kultur und Medien; https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfram_Weimer [33] https://www.guentherbirkenstock.de/denunziation-eine-analyse [34] https://www.guentherbirkenstock.de/herr-frau-mustermann [35] https://www.guentherbirkenstock.de/koennen-oder-sollen-wir-die-welt-verbessern
von Günther Birkenstock 7. Juni 2025
Das Christentum als Religion könnte irgendwann verschwinden, weil es sich entweder selbst erledigt oder durch andere Religionen oder den Atheismus abgelöst wird. Ist dies zu erwarten? Gehen wir der Sache auf den Grund. · Systemimmanente Krise: Unser Bild vom Christentum ist stark geprägt von den christlichen Kirchen wie der katholische oder evangelische Kirche, die vom Steuerzahler unterhalten werden. Ihre Daseinsberechtigung basiert auf dem christlichen Glauben, auf seinen angeblichen Gründer, Jesus Christus, der für die Menschen am Kreuz gestorben sein soll, um uns von den Sünden zu erlösen. Die Kirchenvertreter, in der Hauptsache die hauptamtlichen Vertreter wie Pfarrer und Bischöfe, spüren, dass sie mit den alten Konzepten von Schuld, Sünde, Reue, Buße, Umkehr, Erlösung sowie der Vorstellung von dem Leben nach dem Tod als das Verweilen im Himmel oder Hölle bei den Menschen zunehmend auf Skepsis stoßen [1] . Diese Skepsis gründet gegen ein Konzept, das deshalb unglaubwürdig wirkt, weil es sehr viele Implikationen enthält, die nicht nur aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, sondern einen sehr mit allzu menschlichen Eigenschaften ausgestatteten Gott postulieren [2] . Er soll rachsüchtig sein und muss durch ein Sühneopfer besänftigt werden, weil die Urmenschen (Adam und Eva) ein Gebot (vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse nicht zu essen) übertreten hatten. Dafür muss sein Sohn in die Welt als Mensch erscheinen und stellvertretend für die Menschen einen qualvollen Kreuzestod erleiden. Hierbei wirkt die zum Ausstoß aus dem Paradies begangene Ursünde als Erbschuld bis in die heutige Zeit hinein, die durch die Taufe ausgelöscht werden soll. Die Kirchen versprechen, dass durch die segensreichen, den Gläubigen zuteilwerdenden Sakramente eine Teilhabe an dem Erlösungswerk erfolgt, sodass dann die Seele des Menschen errettet werden könne. Diese Versprechen wirken aus der Zeit gefallen, völlig antiquiert und nicht mehr kompatibel mit Wissenschaft, Technik und dem Leben in einer säkularisierten Gesellschaft. Zwar gibt es sie noch, die „bibelfesten“ Christen, die glauben, dass ihr Seelenheil an der Erfüllung von Aufgaben christlichen Glaubens, an das Einhalten bestimmter an Rituale, an sich wiederholenden Gesängen und magischen Handlungen hängt. Aber es werden immer weniger, die noch regelmäßig beten, die sonntags zum Gottesdienst gehen, die ihre Sünden bei einem Pfarrer beichten in der Hoffnung, dass sie ihnen dadurch vergeben werden. Während die katholische Kirche versucht, dieser wachsenden Skepsis hauptsächlich durch Dogmatismus zu begegnen, indem sie ihren Glauben in festen Glaubenssätzen festlegt und geäußerte Zweifel an der Richtigkeit dieser Annahmen mit Ausgrenzung und vehementer Verteidigung der Dogmen begegnet, versucht die evangelische Kirche einen anderen Weg zu gehen. Ihre modernen Pfarrer sehen ihr Heil in der Anbiederung an den linksgrünen Zeitgeist (was auch leider vor den Toren der bislang als konservativ geltenden katholischen Kirche nicht Halt macht). Sie meinen, wenn sie nur das Vokabular dieser Denkweise mit pastoralen Untertönen versehen, dass dann doch die Gläubigen ihnen andächtig zuhören werden, wenn sie auf ihren Kanzeln stehen und diese Art des modernen Glaubens unter die Kirchengemeinde bringen. Die Kirchengebäude werden deshalb längst nicht mehr als „Gotteshäuser“ gesehen, sondern als multikulturelle Begegnungsstätten. Diesem Trend scheinen auch katholische Vertreter nacheifern zu wollen, indem Kirchen nicht mehr als sakrale Häuser angesehen werden, in denen Menschen beten oder gemeinsam Gottesdienste feiern. Zunehmend werden sie ebenfalls „entweiht“ und für profane Dinge benutzt wie kulturelle Veranstaltungen und Konzerte, Abhalten von Festen der verschiedensten Art oder sogar zur Durchführung von Schutzimpfungen, wie dies in Corona-Zeiten passiert ist. Dabei kommt es auch zu Entgleisungen, wie z. B. am 15.05.2025, als zur Jubiläumsfeier „1250 Jahre Westfalen“ halbnackte Darsteller mit kopflosen toten Hühnern, die in Windel gewickelt waren, zu dem Lied „Fleisch ist Fleisch“ (umgedichteter Text des Schlagers „Life ist Life“) vor einem illustren Publikum mit Bundespräsident Steinmeier, Ministerpräsident Hendrik Wüst und Erzbischof Udo Markus Bentz vortanzten [3] . Eine Petition wurde gestartet, um eine eindeutige Reaktion des Erzbischofs (Entschuldigung, Buß- und Sühneakt sowie Neuweihe des Doms), die bis dato ausblieb, herbeizuführen [4] . Diese Art der „Verweltlichung“ wird von den noch am ursprünglichen christlichen Glauben festhaltenden Gläubigen als Sakrileg empfunden. Diese fundamentalen Christen sehen ihren Glauben als eine auf Gottes Wort (Bibel) begründete Überzeugung an, die es gegen den Zeitgeist zu verteidigen gilt. Ihnen kann vorgehalten werden, dass sie dazu neigen, „unangenehme Bibelstellen“, in denen Gott, vor allem im Alten Testament, sehr autokratisch auftritt, am liebsten umgehen [5] . Olaf Latzel und ähnliche Theologen wirken wie Relikte einer vergangene Epoche, in der das kirchliche Leben noch fester Bestandteil des täglichen Lebens war [6] . Für sie gehört immer das Verbundensein mit Gott als nicht zu leugnender Bestandteil zum Christsein, das auch nach außen offen gezeigt wird (Beten in Kirchen und auch an anderen Orten wie aufgestellten Kreuzen, Wallfahrten zu heiligen Stätten, Teilnahme an Prozessionen, Heiligenverehrung, Anbringen des Kreuzes in öffentlichen Gebäuden). Von dieser fundamentalen Einstellung haben sich viele inzwischen weit entfernt und sind meist in einer opportunistischen Einstellung gelandet. Sie halten es für vorteilhaft, in einem christlich geprägten Land einer Kirche anzugehören, um schlichtweg einfach einer Gemeinde anzugehören, nicht ausgegrenzt zu werden, Vorteile im Beruf zu haben oder die wichtigsten Stationen eines Lebens (Geburt, Heirat, Sterben) durch einen Pfarrer „absegnen“ zu lassen. So gesehen fungieren Pfarrer heute fast nur noch als Zeremonienmeister bürgerlicher Ereignisse eines Lebens oder als Magier kultischer Handlungen (Segen verteilen, Weihwasser versprengen, Wandlung einer Hostie in den „Leib Christi“), die mit feierlichen Gesängen und Orgelspiel begleitet werden. Die klassische „Seelsorge“ gibt es fast nicht mehr. Sie mutiert inzwischen zu eher psychotherapeutischen Angeboten (Telefonseelsorge, Notfallseelsorge), zu denen eigentlich eher Psychologen oder Psychiater prädestiniert sind. In das zunehmende Vakuum der Bedeutungslosigkeit versuchen die Kirchenfunktionäre einzubrechen, indem sie sich immer mehr verweltlichen und meinen, sich zu gesellschaftlichen Themen (Flüchtlinge, Klima, Gleichberechtigung der Geschlechter, Vielzahl von Geschlechtern) äußern zu müssen oder sich zunehmend in die Tagespolitik (Ausgrenzung der AfD [7] ) einmischen, wobei sie auch nicht zimperlich sind im Ausgrenzen bestimmter Bevölkerungsgruppen (Ungeimpfte, AfD-Anhänger). Hierbei tritt eine systemkonforme Haltung zutage, die aus der Besorgnis resultiert, dass den Kirchen irgendwann ihre Privilegien (Kirchensteuer, Zuwendungen des Staates, Rechtsstatus als Körperschaft des öffentlichen Rechts) genommen werden. In dem Maße, in dem die Kirchen sich auf diese Art verweltlichen, haben sie auch ihre spirituelle Kraft verloren und scheinen nur noch auf die Selbstbehauptung in einer Konkurrenzgesellschaft fokussiert zu sein. Diese Art „Funktionärskirchentum“, das sich darin erschöpft, die eigenen Pfründe zu sichern, bewirkt ein starken Zerfall des Glaubens an den Erlöser, Jesus Christus, der fast schon zur Randnotiz verkommt und anscheinend immer unwichtiger wird. So gesehen sind die Hauptgründe für den Schritt zum Kirchenaustritt vieler Christen nicht so sehr finanzielle Gründe, sondern die mangelnde Glaubwürdigkeit der staatlichen Kirchen, die zu einer großen Skepsis gegenüber dieser Institution führt [8] . Hinzu kommen die Missbrauchsskandale, die vor allem die katholische Kirche belasten. Der damit verbundene Mitgliederschwund setzt sich weiter fort. Noch 1990, nach der Wiedervereinigung, waren 72 % der Bevölkerung in einer der beiden Kirchen. Inzwischen (2023) liegt ihr Anteil nur noch bei 46 % [9] . · Bedrohung von außen: Der christliche Glaube ist aber nicht nur intern gefährdet, sondern auch von außen in Bedrängnis geraten. Zu dieser äußeren Bedrohung zählt vor allem die wachsende Zahl der Muslime, die durch die Einwanderung verursacht wird. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands hat sich die Anzahl der Muslime in Deutschland von 2,7 Mio. im Jahr 1995 auf 5,5 Mio. im Jahr 2020 mehr als verdoppelt [10] . Ihr Anteil liegt inzwischen bei 6,6 % an der Bevölkerung. Diejenigen, die als Muslime in Deutschland leben, nehmen ihren Glauben sehr ernst und halten sich zu 70 % an die Regeln und Bräuche (z. B. zu Getränken und Speisen), die der islamische Glaube vorschreiben. Auch wird zu 38 % regelmäßig gebetet (5mal am Tag) und auch das Fastengebot zu 56 % eingehalten [11] . Neben dem muslimischen Glauben spielt der zunehmende Atheismus eine Rolle im Hinblick auf die Frage der Gefährdung des Christentums. Nach einer Umfrage Ende 2024 bekannten sich 62,1 % der Befragten dazu, atheistisch zu sein (über 65-jährige 53 %). Dieses Ergebnis überrascht, denn immerhin gab es Ende 2024 noch 23,7 % Katholiken und 21,5 % evangelische Christen. Zu den „aktiven“ Katholiken (Gottesdienstbesucher) zählen 6,6 % der nominellen Kirchenangehörigen und 2,3 % der evangelischen Christen. Es zeigt sich gegenüber den Muslimen, die angeben zu 25 % zu denen zu gehören, die die Mosche besuchen, dass diese noch stärker den islamischen Glauben ausüben als die Christen [12] . Allgemein ist eine Abnahme der Religiosität in Deutschland zu beobachten, denn während noch 1982 noch 57 % angaben, religiös zu sein, waren es 2012 noch 47 %; gleichzeitig stieg der Anteil derer, die angaben, nicht religiös zu sein (von 43 % auf 55 %) [13] . Die Bedrohung geschieht also durch die Zunahme eines Atheismus und der anwachsenden Zahl von Personen muslimischen Glaubens durch Zuwanderung. · A- religiöse Spiritualität als Ausweg? Derjenige, der sich nicht als „praktizierender Christ“ bezeichnet, ist keineswegs ein Mensch, der sich nicht mit „essentiellen“ Fragen (was ist der Sinn des Lebens, gibt es einen Gott, können wir uns selbst erlösen oder sind wir auf externe Hilfe angewiesen?) beschäftigt. Er passt nur nicht in die vorgestanzten Schablonen eines stark von Traditionen geprägten institutionalisierten christlichen Glaubens. Welchen Weg geht ein solch Suchender? [14] o Individuell: Für einen solchen Menschen ist die Suche nach der Wahrheit ein individueller Weg, er lehnt jede Art von kollektiver Abwicklung des Glaubens in Form der Ausübung bestimmter religiöser Rituale oder gemeinsamer Glaubensbekenntnisse ab. Er macht sich allein auf den Weg, die Wahrheit zu finden, die er für gültig hält. o Keine blinde Gefolgschaft: Ein auf der spirituellen Reise befindlicher Mensch tut sich schwer mit blinder Gefolgschaft. Er akzeptiert keine geweihten Priester, keinen amtlichen Pfarrer als Führer, die sich anmaßen, ihm zu sagen, was er zu tun und was er zu glauben hat. Er sieht diese nicht als privilegierte Personen an, die eine gegenüber den Laien bevorzugte Stellung haben und er wird nicht das glauben, was ihm von diesen Autoritäten als „wahren Glauben“ verkauft wird [15] . o Keine blinde Jesus-Gläubigkeit: Die oft unhinterfragte Gläubigkeit von Christen an Jesus lehnt er ab. Er hält jede Art von „Vergöttlichung“ von Jesus für falsch und damit auch die verbundene Kritiklosigkeit an ihm für grundverkehrt. Ihn als Teil der göttlichen Trinität zu verehren führt aus seiner Sicht zu einer unkritischen Akzeptanz von allem, was Jesus getan und gesagt hat. Er lässt alle Gedanken grundsätzlich zu, auch wenn diese blasphemisch klingen, etwa die, ob Jesus vielleicht verrückt gewesen sei [16] . Heutzutage würde jemand, der behauptet, Gottes Sohn zu sein, nicht gekreuzigt, sondern er landete in der Psychiatrie wegen religiösem Wahn. Warum nennt er Gott seinen Vater? Würden wir nicht erwarten, dass Gott geschlechtsneutral ist? Oder hatte sich Jesus der Vorstellungswelt der Antike bedient, die patriarchalisch geprägt war und in der ein Herrscher selbstverständlich ein Mann war? Die Frau gehörte damals quasi zum Eigentum des Mannes, was auch in dem 10. Gebot deutlich wird, in dem es heißt, dass niemand des „Nächsten Frau , Knecht, Magd, Rind, Esel, noch alles, was dein Nächster hat“ (1. Mose, 20,17) begehren solle. Merkwürdig erscheint hierbei insbesondere die Aufforderung, sein Fleisch und sein Blut zu trinken, um das ewige Leben zu erhalten (Johannes 6,54 [17] ). Auch wenn dies als das bevorstehende Sterben (Opfertod) am Kreuz gerne interpretiert wird, ist und war dieser Ausspruch sehr verstörend für die Zuhörer und auch die Jünger [18] . Könnte dies nicht alles als ein Indiz für einen „verrückten“ Geisteszustand von Jesus gewertet werden? Kann es nicht sein, dass er als junger Mann in Indien gelebt hat, von dort fernöstliches Gedankengut (Hinduismus, Buddhismus) aufgenommen und dann in seine Lehre eingebaut hat? [19] Warum hatte er sich als jemand verstanden, der nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt wurde (Matthäus 15,24) [20] ? Was ist dann mit der übrigen Menschheit? So gesehen gibt es Zweifel, ob die „Göttlichkeit“ von Jesus, wie sie schon seit dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 behauptet wird, überhaupt haltbar ist [21] . o Gott ist nicht sakrosankt: Auch Gott kann und darf kritisiert werden. Ist es z. B. nicht ein Zeichen einer „Doppelmoral“, wenn Gott in seinen 10 Geboten das Töten verbietet und andererseits selbst tötet (Sintflut)? Warum gebietet er den Israeli die Beschneidung bei männlichen Säuglingen (Entfernung der Vorhaut am Penis = Genitalverstümmelung), wenn er doch den Menschen nach seinem Bilde geschaffen hat? Warum erwählt er ein Volk (auserwähltes Volk: Juden) und schließt damit andere Völker aus? Gott gilt dann eben nicht als unfehlbar. Er wird dort kritisiert, wo sich Widersprüche auftun, die nicht mehr geleugnet werden können. Die Kritik darf nicht als Blasphemie sanktioniert werden. o Religion als „Übergang“: Religion könnte als ein Übergangsphänomen gesehen werden, das dann wegfallen kann, wenn wir zur wahren Erkenntnis gelangt sind. Diese Erkenntnis stellt die größte Herausforderung dar, da uns zeitlebens unüberbrückbare Grenzen aufgezeigt werden, die diese unmittelbare Schau der Wahrheit versperren. Die Wahrheit zu erkennen stellt aber die grundlegende Voraussetzung für den spirituellen Weg dar. Dabei wird der induktive Weg (unmittelbare Erfahrung, daraus bilden sich Theorien) zu bevorzugen sein, weil bei der Deduktion die Gefahr der Ideologisierung besteht. Das Dilemma, einerseits die Wahrheit erkennen zu müssen, andererseits durch die Grenzen unserer Erkenntnismöglichkeit daran gehindert zu sein, wird sich nicht auflösen lassen. Erst nach dem Tod erscheint es hoch wahrscheinlich, dass sich dieses Dilemma auflösen wird, was eine Reihe von Nahtoderfahrungen nahe legen. Christentum – ein Auslaufmodell? Ja, ich gehe davon aus, dass das Christentum, zumindest in seiner „lauen“ Form, aussterben wird. Die Amtskirchen sind die eigentlichen Totengräber eines an der Wahrheit orientierten Glaubens, weil sie kritische Fragen nicht zulassen. Sie haben sich als ungeeignet gezeigt, den Menschen wirklich eine Stütze zu sein, weil sie im Wesentlichen nur an der Selbsterhaltung interessiert und deshalb diesseitig orientiert sind [22] . © beim Verfasser [1] Mehr hierzu und zu der Vorstellung, wer eigentlich ein Christ ist: https://www.guentherbirkenstock.de/wer-ist-ein-christ9ab4faf7 [2] Mehr hierzu: https://www.guentherbirkenstock.de/kirchenaustritt-die-argumente-dafuer [3] https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2025/warum-christen-eine-petition-gegen-huehner-in-windeln-starten/ [4] https://citizengo.org/de/ot/15514-gegen-die-entweihung-des-paderborner-domes--f%C3%BCr-den-schutz-unserer-heiligen-st%C3%A4tten [5] https://www.guentherbirkenstock.de/olaf-latzel-und-das-fundamentalistische-christentum [6] Siehe hierzu den Artikel über Olaf Latzel und die fundamentalen Christen: https://www.guentherbirkenstock.de/olaf-latzel-und-das-fundamentalistische-christentum [7] https://www.guentherbirkenstock.de/afd-bashing . Leider beteiligen sich auch die Kirchen an dem „Draufschlagen“ gegenüber der AfD, wie z.B. Bischof Bätzing: https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2025-03/baetzing-vollversammlung-deutschland-bischoefe-afd-politik-wahl.html [8] 47,2 % der Austrittswilligen empfinden eine Unzufriedenheit mit der Institution Kirche, für 34,6 % ist die Kirchensteuer der Hauptgrund für einen Kirchenaustritt; https://www.kirchenaustritt.de/nachrichten/umfrageergebnis2023 [9] https://www.kirchenaustritt.de/statistik/religionszugehoerigkeit#google_vignette [10] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72321/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-muslime-in-deutschland-seit-1945/ [11] https://www.deutsche-islam-konferenz.de/DE/DatenFakten/daten-fakten_node.html [12] https://fowid.de/meldung/religionszugehoerigkeiten-2024 [13] https://fowid.de/meldung/nicht-religioese-und-religioese-1982-2018 [14] Siehe auch: https://www.guentherbirkenstock.de/der-spirituelle-mensch [15] Es ist interessant, dass Jesus selbst eine große Skepsis gegenüber den Priestern hatte und diese als Heuchler ansah, die den Weg zur Gottessuche versperrten. Diese waren es auch, die seine Verurteilung durch Pilatus betrieben, weil sie ihn als unliebsamen Konkurrenten sahen. [16] https://www.ibka.org/de/artikel/ag03/jesus.html [17] https://www.bibleserver.com/de/verse/Johannes6,54 [18] https://www.jw.org/de/bibliothek/buecher/jesus/dienst-in-galilaea/fleisch-essen-blut-trinken [19] Holger Kersten behauptet, dass Jesus in Indien sowohl vor der Kreuzigung als auch danach in Indien gelebt hat. https://www.amazon.de/Jesus-lebte-Indien-geheimes-Kreuzigung/dp/3548354904 [20] https://www.bibleserver.com/de/verse/Matth%C3%A4us15,24 [21] Auf dem Konzil von Nicäa 325 wurde die Wesensgleichheit von Jesus mit dem Gott-Vater festgelegt: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/fuers-konzil-von-nicaea-ist-jesus-wesensgleich-mit-gottvater-110192815.html [22] https://www.guentherbirkenstock.de/diesseits-jenseits
von Günther Birkenstock 24. Mai 2025
Wer kennt nicht den „mustergültigen“ Menschen, der uns gerne als Vorbild vorgeführt wird, weil er aufgrund seiner Eigenschaften, Einstellungen und Verhaltensweisen als jemand angesehen wird, den nachzueifern es sich lohnen solle. Wie könnte ein solcher „Mustermann“ beschrieben werden? · Medien: Seine Hauptinformationsquelle ist das Fernsehen. Er sieht regelmäßig die Tagesschau und die Heute-Nachrichten und verfolgt das Weltgeschehen durch das Anschauen anderer TV-Magazine, die zur politischen Bildung ausgestrahlt werden. Gerne schaut er sich auch den sonntäglichen Presseclub an, weil er meint, dass hier Journalisten völlig neutral die aktuellen Geschehnisse in der Welt beleuchten. Er sieht auch gerne Satire-Sendungen, weil er meint, dass Jahn Böhmermann und Oliver Welke schon „die Richtigen“ aufs Korn nehmen und entsprechend kritisieren. Über deren Witze, die auf Kosten der Regime-Kritiker gehen, amüsiert er sich köstlich. Er liest die am Ort verbreitete Tageszeitung und besorgt sich entweder die „Bild“ oder, wenn er etwas auf sich hält, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder die „Süddeutsche Zeitung“. Er hat keinen Zweifel, dass der Öffentlich-rechtliche Rundfunk völlig neutral ist und ihm deshalb, was den Wahrheitsgehalt der Sendungen anlangt, völlig vertraut werden kann. Er misstraut den „alternativen Medien“, weil er meint, dass diese nur „Verschwörungstheorien“ verbreiten. Er ist zwar offiziell gegen eine Zensur, begrüßt aber andererseits, dass die Medien durch entsprechende Portale und Organisationen kontrolliert werden im Hinblick auf die Verbreitung von „Hass und Hetze“. Er bevorzugt die „Qualitätsmedien“, die keinen Zweifel aufkommen lassen, dass die Institutionen des Staates zu Recht ein hohes Ansehen haben. Es stört ihn auch nicht, wenn Vertreter dieser Medien völlig problemlos in ein Regierungsamt wechseln, ohne hierbei Gewissensbisse zu bekommen. · Politiker und Parteien: Er hält Politiker für würdige Vertreter des Volkes, die sich für die Interessen der Bevölkerung einsetzen und deshalb Gesetze beschließen, die den Menschen im Land zugutekommen. Er hält alle Verdächtigungen, dass die gewählten Abgeordneten eigentlich primär für ihre eigenen Interessen sorgen, für aus der Luft gegriffen. Sie gelten für ihn als absolut integer und er meint, dass sie sich bei Abstimmungen nur von ihrem Gewissen leiten lassen. Wenn er wählt, was er grundsätzlich tut, weil er dies für eine staatsbürgerliche Pflicht hält, dann sind es die so genannten „demokratischen Parteien“, die in der politischen Mitte angesiedelt sind wie z. B. die CDU, weil er als guter Christ glaubt, dass sich diese Partei für christliche Werte einsetzt oder die SPD, weil er meint, dass diese Partei sich für den Arbeiter oder den einfachen Angestellten stark macht. Wenn er sich als fortschrittlich ansieht und als sozial engagiert, wählt er vielleicht sogar die Grünen oder die Linke. Es kann sogar sein, dass er Parteimitglied einer der „Volksparteien“ ist. Aber auf keinen Fall würde er die AfD wählen, weil diese ja „rechtspopulistisch“ ist oder als „extrem rechtsradikal“ angesehen wird und die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ gefährdet. Er ist selbstverständlich dafür, dass sich die „demokratischen Parteien“, die sich für „unsere Demokratie“ einsetzen, scharf von der AfD abgrenzen und ist deshalb für das Aufrechterhalten der „Brandmauer“. Er wäre sogar dafür, dass diese Partei verboten wird, weil er meint, dass sie aus „Nazis“ und ausländerfeindlichen Personen besteht, die alle Migranten aus dem Land vertreiben wollten. Er hielt „Mutti“ (Merkel) für eine tolle Politikerin, weil sie so viel für unser Land getan hat. Er steht auch zu Friedrich Merz als neuen Bundeskanzler, den er für einen würdigen Nachfolger für die ehemalige CDU-Vorsitzende hält. Er hält die Bezeichnung „Lügenkanzler“ für überzogen oder sogar ungerechtfertigt, weil er es für notwendig hält, dass Politiker es im politischen Tagesgeschäft nicht mit der Wahrheit nicht so genau nehmen können. · Glaube und Kirchen: Er ist selbstverständlich ein gläubiger Mensch. Er glaubt an die Dreifaltigkeit Gottes (Vater, Sohn und Heiliger Geist), glaubt an die Erlösungstat von Jesus durch seinen Tod am Kreuz, durch die diejenigen gerettet sind und das ewige Leben erhalten, die Jesus anerkennen und ihn als ihren Herrn annehmen. Die guten Werke hält er für entbehrlich, weil allein durch die Erlösungstat durch den Tod am Kreuz er sich bereits gerettet sieht. Er geht regelmäßig zu den Gottesdiensten und ist sogar bereit, als Kirchenvorstandsmitglied ehrenamtlich mitzuwirken, ist vielleicht sogar Lektor und freut sich, wenn er der Gemeinde etwas aus der Bibel vorlesen und die heilige Kommunion verteilen darf. Die Bibel hält er für Gottes Wort, dem unbedingt Folge geleistet werden soll. Textpassagen, in denen Gott zum Töten auffordert oder in denen er sogar selbst Menschen massenweise umbringt (Sintflut, Sodom und Gomorra) überliest er geflissentlich. Er hält die heiligen Sakramente alle für von Jesus eingesetzt und nimmt sie auch regelmäßig in Anspruch. Er glaubt, dass diese ihm helfen, das ewige Leben im Himmel zu erlangen. Wenn er ein guter Katholik ist, freut er sich, den Papst im Fernsehen zu sehen und sein Traum ist es, einmal im Leben nach Rom zu reisen, um eine Audienz bei ihm zu bekommen. Er hält ihn für den „heiligen Vater“, der als würdiger Nachfolger des Apostel Petrus fungiert. Als evangelischer Christ hält er die Bischöfe für absolut notwendig und freut sich, wenn er an den jährlich stattfindenden Kirchentagen teilnehmen kann. Er zahlt gerne die Kirchensteuer, weil er glaubt, dass diese Gelder für karitative Aufgaben verwendet werden und nicht primär dazu dienen, den Klerus zu bezahlen. Er spendet auch regelmäßig an die Kirche und wirft etwas Geld in den „Klingelbeutel“, um zu demonstrieren, dass er ein freigiebiger Mensch ist. Er betet für die Welt und für diejenigen, die vom „rechten Pfad“ abgekommen sind. Er unterstützte die Kirche, die während der Corona-Zeit die „Ungeimpften“ als unsolidarisch handelnde Menschen aus dem kirchlichen Leben ausschloss. Er empfand es als einen solidarischen, christlichen Akt, sich gerade in einem Kirchengebäude gegen Corona impfen zu lassen. Er hält auch die harte Gangart gegen Anhänger der AfD für richtig, weil diese mit ihrer Ausländerfeindlichkeit gegen christliche Grundsätze verstoßen. Es stört ihn, wenn solche Menschen auch noch in der Kirche eine ehren- oder sogar hauptamtliche Aufgabe übernehmen und ist dafür, dass diese Personen ausgegrenzt werden. Es stört ihn nicht, dass Jesus in ganz anderer Weise mit Personen (z. B. Zöllner) umgegangen ist, die zu seiner Zeit ebenfalls aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. · Gehorsamer Staatsbürger: Er hält sich für einen folgsamen Staatsbürger, der alles tut, was der Staat von ihm verlangt. Er hat selbstverständlich alle Corona-Impfungen erhalten und hält die getroffenen Maßnahmen (Lockdown, Freiheitseinschränkungen wie Demonstrations- und Kontaktverbote, das Masken tragen, der Ausschluss von „Ungeimpften“ aus dem gesellschaftlichen Leben) für absolut gerechtfertigt. Als guter Christ hielt er es für selbstverständlich, dass er die Corona-Impfung als einen Akt der Nächstenliebe entgegengenommen hat. Er sieht es nicht als ein Sakrileg an, dass diese Impfungen in den Kirchengebäuden stattgefunden haben. Er hält alle Berichte über Nebenwirkungen der Impfungen für „Verschwörungstheorien“. Er hielt alle Demonstrationen gegen die staatlichen Maßnahmen für ungerechtfertigt und die verhängten Bußgelder und Strafen gegen Maßnahmengegner für absolut notwendig. Er geht aber dann zu Demonstrationen, wenn gegen die „Richtigen“ (gegen rechts) zu Protesten aufgefordert wird und als Frau im „gesetzten Alter“ ist sie als „Oma gegen rechts“ mit dabei, gegen die AfD zu demonstrieren. Er zahlt alle seine öffentlichen Abgaben wie Steuern und den Rundfunkbeitrag gerne, weil er glaubt, dass diese ihm letztendlich wieder zugutekommen. Er ist auch gerne als wachsamer Staatsbürger bereit, Menschen bei staatlichen oder quasi-staatlichen Stellen zu melden, die „Hass und Hetze“ vertreiben. Gerne machte er bereits in Corona-Zeiten davon Gebrauch, um den Nachbarn beim Ordnungsamt zu melden, der mal wieder zu viel Personen trotz Kontaktverbot bei sich zu Besuch hatte. Er war als ein Verfechter der von der Regierung geförderten Aufnahme von Flüchtlingen aus aller Welt und war gerne bereit, an den Bahnhöfen mit Fähnchen im Rahmen der Aktion „Refugees welcome“ den Neuankömmlingen zuzuwinken. Er ist dafür, dass die Menschen aus dem Mittelmeer gerettet und zu uns gebracht und dass hierfür Steuergelder zur Verfügung gestellt werden. Er ist gegen die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern und ist auch für das Kirchenasyl. · Beruf und Freizeit: Beruflich selbständig zu sein ist für ihn zu riskant. Er wird deshalb am ehesten in einer staatlichen Behörde als Beamter oder Angestellter des öffentlichen Dienstes beschäftigt sein. Ihm macht es nichts aus, nach festgelegten Regeln zu arbeiten, die ihm von anderen vorgegeben werden, an die er sich auch akribisch hält. Sein Lieblingssatz ist: „Das ist mal so Vorschrift“. Ehrenamtlich ist er in einer angesehenen Partei Mitglied und sogar auch dort engagiert in einem Vorstand tätig. Er ist auch im Sportverein oder Schützenverein und wird, wenn er es schafft, auch gerne einmal Schützenkönig. Gerne engagiert er sich für Flüchtlinge und ist in entsprechenden Organisationen tätig. Er hat eine Familie mit zwei Kindern, die beide aufs Gymnasium gehen. · Gesundheit und Pharmazie: Er glaubt, dass alle Ärzte daran interessiert sind, die Menschen gesund zu machen. Alle Empfehlungen der Ärzte hält er für richtig, ohne diese irgendwie infrage zu stellen. Da er auch an die Wirkung der Medikamente glaubt, ist er ständiger Gast beim Hausarzt, der ihn mit den nötigen pharmazeutischen Produkten versorgt. Er freut sich, wenn sein Medikamentenschrank stets gut gefüllt ist. Alle von den Ärzten empfohlenen Impfungen hat er erhalten und lässt auch seine Kinder bei den Kinderärzten „durchimpfen“. · Klimawandel: Er hält den Klimawandel für die größte Bedrohung der Menschheit und ist auch gerne bereit, die vom Staat beschlossenen Gesetze zu akzeptieren, weil sie dem Zweck dienen, etwas für die Bekämpfung dieser Gefahr zu bewirken. Wenn dadurch das Benzin teurer und das Heizen immer kostspieliger wird, nimmt er dies als guten Beitrag für die Rettung des Klimas gerne in Kauf. Er begrüßt Windräder, auch wenn diese gesundheitsschädlichen Infraschall erzeugen oder Vögel und Insekten töten. Auch stört ihn nicht ihr Anblick, wenn sie wie Pilze aus dem Boden schießen und ganze Bergkuppen bedecken. Er fastet als Christ für das Klima und fährt sogar zur Arbeit mit dem Fahrrad oder benutzt die öffentlichen Verkehrsmittel, um das Klima zu schonen. · Ukraine- Krieg : Er sieht Putin als alleinigen Schuldigen an diesem Krieg, weil dieser aus imperialistischen Gründen die Ukraine angegriffen hat. Er sieht keinen Zusammenhang zwischen der NATO-Osterweiterung und diesem Krieg. Er glaubt, dass in diesem Krieg die westlichen Werte verteidigt werden und ist hierfür zu jedem Opfer bereit, notfalls müssen dann eben die Steuern erhöht werden, damit die Deutschen noch mehr Waffen an die Ukraine liefern können. Alle Sanktionen gegen Russland sind aus seiner Sicht völlig gerechtfertigt. Sie müssen noch notfalls verstärkt werden. Auf keinen Fall sollte billiges Gas durch die Ostsee-Pipelines wieder nach Deutschland geliefert werden. Dass Ukrainer bei der Zerstörung der Gasleitungen in der Ostsee mitgewirkt haben, stört ihn nicht, denn deren Anliegen war ja ein ehrenhaftes. Er ist auch dafür, dass die Deutschen wieder „kriegstüchtig“ werden, damit sie gegen den Feind (Russland) vorgehen können; deshalb sollte auch die Wehrpflicht wieder eingeführt werden. · Tod: Er glaubt, dass wenn er stirbt, er eine Weile „in Frieden ruht“, wie dies der Pfarrer auch beteuert und am „jüngsten Tag“ von Jesus auferweckt wird und in den Himmel kommt. Er hält nichts von der Reinkarnationstheorie, weil er diese für heidnisch hält. Deshalb kommt für ihn auch keine Urnenbestattung infrage, sondern eine mit dem gesamten Leib, der in einem Sarg in eine geweihte Erde abgelassen wird. Auf seiner Beerdigung wird er als vorbildlicher Mensch vom früheren Arbeitgeber, der Partei und dem Schützenverein geehrt, dessen Vertreter für ihn „Ich hatte einen Kameraden“ bläst. In seiner Todesanzeige wird er als vorbildliches Mitglied der Gesellschaft geehrt und er hat eine lange Kondolenz-Liste. Er hält seinen Taufschein und die regelmäßige Inanspruchnahme der Sakramente als Eintrittskarten für das Reich Gottes bereit. Den Herrn Mustermann gibt es selbstverständlich auch als Musterfrau oder sogar als Diverser. Er wird als Mustervorlage überall gezeigt und als Vorbild dargestellt. Er ist auch am liebsten unter Gleichgesinnten, die genauso denken wie er und die sich gerne gegenseitig in ihren Ansichten bekräftigen. Er ist sich sicher: „(Nur) wir kommen alle, alle, alle in den Himmel.“ © beim Verfasser
von Günther Birkenstock 15. April 2025
Den Sinn des Lebens zu finden ist eine Kernaufgabe des Menschen. Ist diese Suche aber für jeden erstrebenswert? Oder gibt es Personen, die an dieser Frage überhaupt kein Interesse haben? Wie könnte ein Mensch beschrieben werden, der sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens gemacht hat? · Leben in der Vertikalen: Wir leben in einer Welt, die uns mehr oder weniger rätselhaft erscheint – je nachdem ob jemand sich auf die Suche nach den Rätseln des Lebens begibt oder nicht. Leben in der Horizontalen ist ein Dasein ohne Anspruch auf eine solche Suche. Es ist das reine Existieren, das sich auf die Sicherung des eigenen Überlebens beschränkt. Tiefsinnigkeit  bodenständiger Pragmatismus utopische Grübelei  Oberflächlichkeit Wer sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens begibt, wird sich von dieser Perspektive (Oberflächlichkeit) lösen müssen, um in die vertikale Betrachtungsweise zu gelangen, um sich in die Höhe zu begeben (Metaposition) oder in die Tiefe, um die „Abgründe“ des Lebens zu erfahren. Das „Leben in der Vertikalen“ unterscheidet sich von dem „Leben in der Horizontalen“, weil die Oberflächlichkeit verlassen und die Tiefgründigkeit gesucht wird. In Anlehnung an das Wertequadrat von Schulz von Thun [1] könnte die parallele Wertigkeit zur Tiefsinnigkeit in dem „bodenständigen Pragmatismus“ und auf der unteren Ebene („Unwerte“) die „utopische Grübelei“ zu einer Oberflächlichkeit gesehen werden. Die eigentlichen Gegensätzlichkeit liegt dabei immer in der Diagonalen des Wertequadrates (z. B. zwischen utopischer Grübelei und dem bodenständigen Pragmatismus). Wenn jemand also in der Vertikalen leben will, muss er sowohl in die Höhe streben als auch die Tiefe kennen lernen (es gibt nur diese topographischen Begriffe, die diese Dimensionalität wiedergeben können): o Tiefe : Die Tiefe kennenzulernen kann auf unterschiedliche Weise geschehen, je nachdem, ob man sich im Äußeren oder im Inneren auf die Suche geht. Die Erforschung in den Tiefen unserer Seele war ein Hauptaufgabengebiet der klassischen Psychoanalyse, die auf den Neurologen Sigmund Freud (1856 -1939) zurückgeht. Sie bestand darin, die unbewussten Teile der Psyche durch Traumdeutung oder in der freien Assoziation in Tiefenentspannung zu suchen. Dabei kamen die verdrängten Teile des „psychischen Apparates“ [2] zum Vorschein, also diejenigen Strebungen, Wünsche, Gefühle und Gedanken, die, weil sie nicht erwünscht waren, „in den Keller“ verschoben wurden. Alles, was wir im realen Leben nicht verwirklicht haben, kann dabei zum Vorschein kommen, was mit Ängsten, Wut oder Trauer verbunden sein kann. Die Psychoanalyse ist aber im Prinzip a-moralisch, d. h., dass sie das Verhalten, das nicht erwünscht ist, nicht als schlecht bezeichnet, sondern sie die als negativ bezeichneten Seelenanteile wieder mit der Gesamtseele verbinden und sie damit heilen will. Heißt dies aber, dass es dann keine verwerflichen, unmoralischen und damit bösen Seelenanteile gibt? In dem Roman von Robert Louis Stevens über „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ ist das, was wir das Bösen nennen, in dem abgetrennten Teil des Dr. Hekyll verborgen, das in der Person der Mr. Heyde verkörpert wird. Nach den verunglückten Selbstversuchen (mittels einer Droge eine Trennung herbeizuführen) des Arztes verselbständigt sich der unmoralisch handelnde Mr. Hyde, wird zu einer selbständig agierenden Person, die ungezügelt nur ihren eigenen Bedürfnissen folgt, wobei sie jede moralische Hemmung über Bord wirft [3] . Die Spaltung geschieht psychiatrisch gesehen in Form einer „multiplen Persönlichkeit“ (dissoziative Persönlichkeitsstörung [4] ), wobei Teile der Seele sich abgespalten haben und ein vom Oberhaupt [5] der Psyche selbständiges Leben führen (von dem das Oberhaupt im extremsten Fall nicht einmal etwa weiß). Ist diese böse innere Seite also etwas real Existierendes? Hier beginnt das Feld der metaphysischen Betrachtungsweise, denn das Böse in Form von selbständig agierenden Personen (jenseits unserer physischen Welt) zu sehen ist in wissenschaftlichen Zeiten verpönt. Die selbständig agierenden Wesenheiten, die „in der Tiefe“ lauern, wurden aber schon immer in allen Religionen bejaht und als Teil der jenseitigen Welt gesehen, die versuchen, in unsere diesseitige Welt einzugreifen [6] . Dieses Eingreifen soll in der „milden“ Form der „Umsessenheit“ [7] geschehen, wenn also diese Wesen durch „Einflüsterungen“ („es ist doch nicht schlimm“, „es machen doch alle so“, „Hauptsache, du wirst nicht erwischt“) uns zu beeinflussen versuchen. In der schweren Form der „Besessenheit“ wird die Selbstbestimmung gänzlich aufgegeben und das Feld dem bösen Geist (oder sogar mehreren Geistern) überlassen. Der Pakt stellt die mehr oder weniger bewusste Übereinkunft („Teufelspakt“) mit bösen Wesenheiten dar [8] . Wer also in die Tiefe steigen will, kann aus religiöser Sicht an Satan, Teufel, Luzifer oder anderen Wesenheiten nicht vorbeikommen. Von Jesus wird auch von der Begegnung mit diesen negative Wesen berichtet, sowohl zu seiner Lebenszeit (in Form von Besessenheit durch Dämonen, bei denen er eine Befreiung vornahm, Begegnung mit Satan in der Wüste) als auch in der Zeit zwischen Sterben am Kreuz und der Auferstehung („Abgestiegen in das Reich des Todes“- laut apostolischem Glaubensbekenntnis). Nach christlicher Lehre soll er die bis dahin (bis zum „Sühnetod“ am Kreuz) von Satan gefangen gehaltenen Seelen aus dessen Reich befreit haben, was aber nicht die Evangelien, sondern eher die apokryphen Schriften hergeben [9] . Die Verbindung zwischen den „unmoralischen“ Anteilen unserer Seele und einer metaphysischen Welt besteht darin, dass die im Jenseits agierenden Wesenheiten versuchen, auf uns Einfluss zu nehmen, um uns vom „rechten Weg“ abzubringen. Es ist wenig überraschend, dass gerade Politiker, die nach Macht streben, diesen Versuchungen nicht widerstehen können. Interessant ist hierbei, dass auf der physikalischen Ebene sich die Bösartigkeit bis hin zur Physiognomie eines Gesichts oder einer Mimik ausdrückt, sodass hierin schon das Wirken der bösartigen Wesenheiten erkennbar ist [10] . Der Tiefsinnige wird niemals die Tiefe leugnen und ihr mit Mut begegnen in der Hoffnung, dass er hierbei von höheren Mächten beschützt wird. o Höhe : Wenn wir die Höhe kennenlernen wollen, dann könnte auch wie bei der Tiefe zwischen unserer Innenwelt und der Außenwelt unterschieden werden. Die Höhe des Seelischen kann beschrieben werden sowohl als qualitativ höher angesehene Fähigkeiten (z. B. Einfühlungsvermögen) als auch moralisch höher eingestuftes Verhalten (Helfen, Retten). Diejenigen, die nach Vollkommenheit streben (ein wesentliches Merkmal des Strebens nach Erforschung des Sinns des Lebens [11] ) werden nicht umhinkommen, ihre Bestrebungen in diese Art der Höherbewertung unserer seelischen Regungen, unserer Gesinnung und unseres Verhaltens zu streben. Philipp Lersch spricht von „transitiven Gefühlsregungen“, die sich einstellen, wenn wir nach den „höheren“ Regionen unseres Seelenlebens streben: Gefühlsregungen des Miteinanderseins (Sympathie, Achtung, Verehrung), des Füreinanderseins (Mitgefühl, mitmenschliche Liebe), der schaffenden Teilhabe (Schaffensfreude), der verpflichtenden Teilhabe (Liebe zu etwas wie z. B. Kunst, Heimat, Welt) und der enthebenden Teilhabe (religiöse Ergriffenheit, metaphysische Gefühle wie z. B. Ehrfurcht vor Gott) [12] . Je höher wir uns entwickeln, desto feiner wird auch das Gewissen, desto „hellhöriger“ werden wir hinsichtlich der Fehlentwicklungen in unserer Welt. Wir werden feinfühliger gegenüber anderen Menschen und werden Verletzungen anderer vermeiden, wo dies möglich ist. Jesus hat dies vorgemacht. Selbst in der Konfrontation mit dem Bösen, als er von Satan in Versuchung geführt wurde, reagierte er nur mit den Worten, dass der Versucher von ihm weichen oder weggehen solle (Matthäus 4,10 [13] ). Die Milde in der Reaktionsweise besteht in der Weise, dass die direkte Konfrontation mit dem Bösen durch die Zurückweisung des angebotenen „Settings“ geschieht [14] . Der Tiefsinnige wird die Höhen sowohl innerhalb seiner Seele suchen als auch jenseits unserer Wirklichkeit. · „Anderland“ : Als das ZDF noch nicht so „links-grün“ verseucht war, gab es in den 80iger Jahren eine Reihe von Kindersendungen mit dem Titel „Anderland“, in der die „innere Welt“ der Kinder in die Welt der Welt der Erwachsenen transportiert und ihre Wünsche, Träume und Ängsten verdeutlicht wurden. Es spielte immer ein kleinwüchsiger Mensch mit, der hier als Vermittler fungierte. Diese Serie wurde wieder abgesetzt, weil sie angeblich auf Kinder verstörend gewirkt haben soll [15] . Die Welt der Kinder ist noch voller Magie und Zauber, sodass diese oftmals im Kontrast mit der „rationalen“ Welt der Erwachsenen steht. Im Laufe der Zeit „verlernen“ die Kinder diese Denkweisen, bei der hinter die Fassade der rationalen Welt gesehen wird. Es wird auch vom magischen Denken gesprochen [16] , das im Alter von 3 bis 5 Jahren dominiert und in dem noch Fabelwesen (Einhörner, Weihnachtsmänner und andere zauberhafte Wesen) eine Rolle spielen. Kinder sind in dieser Zeit noch nicht völlig in „unserer Welt“ angekommen. Wie sehr wünschen sich noch Menschen heutzutage diese Zeit zurück, was den Boom von Phantasieromanen (z. B. Harry Potter) erklärt. Der Zauber des Magischen wird der Tiefsinnige niemals leugnen und versuchen, den Blick „hinter die Kulissen“ unserer Welt zu wagen. Er wird es ablehnen zu glauben, dass alles dem Zufall überlassen ist oder dass wir nur Spielball eines launigen Schicksals sind. Die Magie als der Versuch, die Welt mit geistigen Mitteln in unserem Sinne zu beeinflussen, wird immer dem Tiefsinnigen in den Sinn kommen, wenn er dem begegnet, was wir das Numinose nennen [17] . Der Glaube, dass wir mit dem Übernatürlichen eigentlich immer verbunden sind, nur dieses oft nicht bemerken, wird dann genährt, wenn wir merkwürdige „Zufälle“ erfahren, die uns in einem größeren Kontext gesehen gar nicht so zufällig erscheinen, wie z. B. die Begegnung bestimmter Menschen, die wir ein Stück des Lebensweges begleiten. Auch die „Schicksalsschläge“ (Krankheiten, Unfälle, Unglücke wie verpasste Gelegenheiten) erscheinen dann nicht mehr so ganz zufällig, wenn sie unser Leben in eine bestimmte Richtung lenken [18] . Der Lebensfilm läuft dann richtig, wenn wir auf unser Herz hören und der inneren Stimme unseres Gewissens folgen. Die Magie des Zufalls kommt uns zu Hilfe, wenn wir in ausweglosen Situationen glauben zu sein, die Verbindungen zwischen der göttlichen Welt und unserer Welt werden sichtbar, wenn wir uns dem Zauber des Magischen nicht verschließen und darauf vertrauen, dass wir uns „in guten Händen befinden“. Lebt in uns der Tiefsinnige und will einfach nur entdeckt werden? Ja, er steckt in jedem. Wir müssen nur den Mut haben, ihm eine Chance zu geben. © beim Verfasser [1] https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-werte-und-entwicklungsquadrat [2] Ausdruck von Sigmund Freud in seinem Strukturmodell, in dem grob gesagt, das Über-Ich als moralische Instanz, das Ich als agierendes Subjekt und das Es als die meist unbewussten Anteile der Triebe fungieren. https://de.wikipedia.org/wiki/Strukturmodell_der_Psyche [3] https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/der-seltsame-fall-von-dr-jekyll-und-mr-hyde/5995 [4] https://www.msdmanuals.com/de/heim/psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen/dissoziative-st%C3%B6rungen/dissoziative-identit%C3%A4tsst%C3%B6rung [5] Begriff von Schulz von Thun (Inneres Team); https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-innere-team [6] Mehr davon hier: https://www.guentherbirkenstock.de/die-dualitaet-zwischen-dem-guten-und-dem-boesen , https://www.guentherbirkenstock.de/die-hoelle-ist-echt [7] https://wiki.yoga-vidya.de/Umsessenheit [8] Robert Morneau berichtet von solchen Verträgen in einem Interview: https://www.oliverduerr.de/evangelium/auszuege-interview-roger-morneau/ siehe auch hier: https://www.guentherbirkenstock.de/blog-search?searchTerm=satan [9] https://religion.orf.at/v3/stories/2760849/ [10] Vergleiche den „bösen Blick“ von Angela Merkel - https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/rueckschau/merkel1027.html - , Friedrich Merz - https://www.deutschlandfunkkultur.de/merz-cdu-vorsitzender-100.html - und der Darstellerin von Theresa Mac Neal in dem Film „Der Exorzist“ https://www.imdb.com/de/name/nm0532290/news/ und des Clowns in dem Film „Es“ https://www.spiegel.de/kultur/kino/stephen-king-verfilmung-es-trailer-schockt-mit-horrorclown-a-1141095.html . Überall findet man dieselbe Physiognomie: leicht nach vorne geneigter Kopf, Augen schauen dadurch von unten nach oben und der Mund wird zu einem hämischen Grinsen verzogen. [11] Die Elemente der Sinnsuche: Wahrheit, Bedeutung, Aufgabe und Erfolg, Ziel, Vollkommenheit, höheres Selbst und Religiosität, siehe auch: https://www.guentherbirkenstock.de/die-zasas-regel [12] Philipp Lersch: Aufbau der Person, Johann Ambrosius Barth Verlag, 1979, S.9-10 [13] https://www.bibleserver.com/ELB.SLT.LUT.ZB.NG%C3%9C/Matth%C3%A4us4 [14] Es ist in der Verhaltenstherapie bekannt, dass nach den Lerntheorien ein unangemessenes Verhalten dann am besten gelöscht werden kann, wenn es ignoriert wird wie z. B. das „Aus-dem-Felde-gehen“ des angebotenen oder angedrohten Settings, wodurch keine Verstärkung erfolgt. [15] https://de.wikipedia.org/wiki/Anderland [16] https://www.eltern.de/kleinkind/entwicklung/magisches-denken--die-fantasievolle-phase-der-kindheit-13515170.html [17] https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-66803-0_15 [18] Mehr dazu hier: https://www.guentherbirkenstock.de/bin-oder-war-ich-auf-dem-richtigen-weg
von Günther Birkenstock 23. März 2025
Was zeichnet einen charaktervollen Menschen aus? Welche Grundeigenschaften sollte er haben? Charakter: Der charaktervolle Mensch - Charakter als einen moralischen Begriff gemeint - kennzeichnet eine Person, die in besonderer Weise sich durch verschiedene Merkmale auszeichnet, die ich jetzt versuche zu beschreiben. Die Charakterlosigkeit ist dann eben die Abwesenheit dieser Merkmale. · Einzigartigkeit : Das erste, was mir in den Sinn kommt, wenn von Charakter die Rede ist, ist die Einzigartigkeit. Der Mensch als Individuum unterscheidet sich von anderen dadurch, dass er durch seine individuellen Eigenheiten von anderen Personen verschieden ist. Er ist ein Unikum, ein unverwechselbares Einzelexemplar, das sich durch seine Individualität von anderen unterscheidet. Von Natur aus sind wir individuell verschiedene Exemplare, die aufgrund ihrer genetischen Ausstattung sehr verschieden sind. Rund 30.000 Gene sind es, die unsere besondere Art prägen [1] . Es gibt kaum Menschen, die exakt genauso aussehen wie andere. Lediglich eineiige Zwillinge sind nicht nur aufgrund ihrer Genetik gleich, sondern sie unterscheiden sich auch in ihrem Aussehen nicht, sodass Verwechselungen vorkommen können. Die Frage ist, warum aber dann eine Angleichung stattfindet, d. h. warum dann die Unterschiede nicht gefördert werden, sondern sich nivellieren. Wirkt das Individuum störend, sodass eine Angleichung an andere gefordert und damit auch gefördert wird? Es ist eine Frage der Einstellung, ob die Unterschiede zwischen Menschen als nützlich und damit förderlich angesehen werden oder nicht. Grundsätzlich gilt es in den westlichen Ländern als opportun, das Individuum zu fördern und damit die Unterschiede als etwas anzusehen, was gerade in gesellschaftlicher Hinsicht als fruchtbar bezeichnet werden kann. Im Gegensatz hierzu war es im Osten, wo der Kommunismus herrschte, eher umgekehrt: Der „sozialistische Mensch“ galt als Erziehungsideal als jemand, bei dem die Unterschiede zwischen den Menschen angeglichen werden sollten. Diese Gleichheit wurde zwar expressis verbis nicht so formuliert, aber die Dominanz des Kollektivs gegenüber dem Einzelmenschen bewirkte einen ungeheuren Anpassungsdruck, dem sich diejenigen, die in einem sozialistischen Land lebten, wie z. B. in der DDR, durch den Rückzug ins Private zu entziehen versuchten [2] . Bis heute wirkt dieser unterschiedliche Ansatz nach und präsentiert sich in der unterschiedlichen Bewertung der individuellen Freiheit des Menschen auf dem Hintergrund des jeweiligen Menschenbildes. Während vom konservativen Standpunkt aus gesehen es als positiv erscheint, dass die Freiheit als eine Möglichkeit zur Entfaltung individueller Eigenschaften nötig ist und deshalb nur dort eingeschränkt werden sollte, wo es absolut notwendig ist, gehen diejenigen, die den sozialistischen Standpunkt vertreten davon aus, dass die Unterschiede zwischen Menschen verhindert oder angeglichen werden sollen. Die Einzigartigkeit des Individuums wird nach sozialistischem Denken durch das Kollektiv in seine Schranken gewiesen. Politisch gesehen ist dieses Denken gerade bei den Grünen und den Linken stark ausgeprägt, die am liebsten alle Unterschiede zwischen den Menschen einebnen würden. Es wird zwar gerne von „Diversität“ [3] gesprochen, aber diese sofort durch den enormen Anpassungsdruck eines starken Kollektivs eingeschränkt, weil die geforderte Diversität als ein Konstrukt einer „Buntheit“ diktatorisch daherkommt. Wer diese Verschiedenheit nicht will, wird zum Feind erklärt und bekämpft. Der Kampf geschieht aufgrund ausgeübten Gruppen-, Autoritäts- oder Systemdrucks oder durch den allgegenwärtigen Zeitgeist, der die Diversität zum Diktat erhoben hat [4] . Die gerade vom links-grünen Mainstream propagierte „Diversität“ wird mit Füßen getreten, weil die Toleranz zwar propagiert, aber nicht im Alltag umgesetzt, sondern eine extreme Intoleranz an den Tag gelegt wird („Antifa“-Gruppen stören bewusst Parteitage der AfD) gegen diejenigen, die die eigenen Vorstellungen nicht teilen. Hier wird auch dadurch die individuelle Freiheit im politischen Raum eingeschränkt. Individuelle Denkweisen sind auch in unserer Parteiendemokratie nicht gefragt, sondern die stromlinienförmige Anpassung an die Parteilinie wird durch Aufstieg und Teilhabe an der Macht durch „Pöstchenvergabe“ gefördert [5] . Der „Fraktionszwang“ konterkariert den Anspruch an den Parlamentarier, dass dieser nur dem Gewissen unterworfen sei. Die jüngste Entscheidung des Bundestages, die Grundgesetzänderung zur „Schuldenbremse“ „aufzuweichen“ spiegelt diese Art der Uniformierung wieder, denn die Karriereristen, angepassten Mitläufer und sonstigen Feiglinge machten bei den Unionsparteien mit. Obwohl einige Kritik angemeldet hatten (junge Union war ursprünglich dagegen [6] ), waren sie zur Akzeptanz der Aufweichung der Schuldenbremse bereit [7] . Menschen mit dem Bewusstsein ihrer Einzigartigkeit widersetzen sich dem Anpassungsdruck und betonen ihre Einmaligkeit. Der Massenmensch ist in gewisser Weise der Gegensatz zum Individualisten [8] . Weil alle das Gleiche tun, passt sich der Massenmensch an, wird er zum auswechselbaren Rädchen eines quasi mechanisch ablaufenden Systems. Er geht zu Demonstrationen und glaubt, in der Masse der Demonstranten sicher zu sein, geht zur massenweise verabreichten Spritze gegen das gefährliche Corona-Virus oder feuert „seine Mannschaft“ beim Fußballspiel an. Er hat damit sein individuelles Dasein aufgegeben und geht in der Masse der angepassten Individuen unter. Der Charaktervolle wird dem Vorrang des Einzelnen ein höheres Gewicht geben und im Gegensatz hierzu jeder „Einebnung“ der gegebenen Unterschiede zwischen Personen entgegenwirken. · Standhaftigkeit : Die Standhaftigkeit ist eine wesentliche Eigenschaft eines Menschen, bei dem man sagt, dass er Charakter habe. Indem er sich dem Anpassungsdruck widersetzt, zeigt er, dass er einen eigenen Standpunkt hat, von dem aus er eine Sache beurteilt. Er wird also nicht umzustimmen sein, sondern geht das Risiko der Isolation ein, der Diffamierung, der Verächtlichmachung durch die Gruppe, Autorität oder dem System, in dem er lebt. Er ist skeptisch, wenn es heißt, dass die „Flexibilität“ notwendig sei, um sich verändernden Situationen anzupassen. Die Standhaftigkeit bezieht sich auf die Festigkeit in der sittlichen Gesinnung, die eine Anpassung zulässt, wenn das sture Beharren auf einen einmal eingenommenen Standpunkt unangemessen ist. Die Nachgiebigkeit kann als „Partnerqualität“ auf der gleichen Ebene liegend notwendig sein, wenn es der Sache dient. Die Standhaftigkeit steigert sich in eine engstirnige Sturheit. Die Nachgiebigkeit kann zur willfährigen Wankelmütigkeit mutieren. Wer also Charakter hat, wird ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Standhaftigkeit und Nachgiebigkeit an den Tag legen, wobei er sein Hauptaugenmerk auf die Standfestigkeit legen wird. Wie so oft kann das „Wertequadrat“ von Schulz von Thun [9] Klarheit verschaffen: Standhaftigkeit      Nachgiebigkeit engstirnige Sturheit    willfährige Wankelmütigkeit Es gibt sie kaum noch, diejenigen, die entgegen der Mehrheit sich durchsetzen. Es ist vielmehr so, dass viele glauben, die Anpassung an den „Mainstream“ garantiert das eigene Überleben. „Charakterköpfe“ wie Franz-Josef Strauß sind ausgestorben und die Politiker, die wie eine Wetterfahne ihre Meinung ändern, um ja nicht anzuecken, sind auf dem Vormarsch. Da sie wie auswechselbare Marionetten wirken, bleiben sie auch einem nicht mehr im Gedächtnis haften, sondern so schnell wie sie auf der Bühne aufgetaucht sind, verschwinden sie auch wieder. Standfestigkeit ist nicht mehr gefragt, sondern die anpassungswillige, weil auch bequemere „Flexibilität“ ist angesagt. Der tiefere Grund dieser Geisteshaltung liegt an der mangelnden Festigkeit im Glauben an eine tiefe Verankerung in einer von guten jenseitigen Kräften getragenen Welt. Für diese Menschen stellt die Welt eine Bühne dar, auf der sie Applaus einheimsen, beliebt, berühmt, reich oder mächtig sein können, wenn sie nur dem breiten Publikum gefallen oder wenn sie den Herrschern nach dem Mund reden, ohne dabei einen eigenen Standpunkt einzunehmen, eine eigene Meinung zu vertreten und diese auch verteidigen. Moral wird über Bord geworfen und es herrscht nur noch die freie Beliebigkeit der jeweils herrschenden Moralvorstellung, sofern man auch noch von Moral sprechen kann, denn es herrscht nur der Wunsch vor, alles dem persönlichen Überleben, dem persönlichen Fortkommen, der eigenen Karriere in einer völlig sinnentleerten Welt zu sichern. Friedrich Merz ist ein Musterbeispiel in dieser Hinsicht, weil er eine Rückgratlosigkeit gezeigt, die fast beispiellos ist, denn er hat vor der Bundestagswahl die Schuldenbremse verteidigt und die Begrenzung der Migration gefordert, aber nach der Wahl will er von diesen Forderungen nichts mehr wissen, sodass eine Vielzahl von Wählern ihm Wählertäuschung vorwerfen [10] . Seine Vorstellungen von einer zukünftigen Politik werden gesteuert durch die egoistischen Wünsche, endlich Bundeskanzler zu werden. Sofern hierbei ein fester Standpunkt hinderlich ist, wird dieser eben beiseite geräumt, um mit der SPD koalieren zu können. · Verantwortlichkeit, Zuverlässigkeit und Eindeutigkeit: Wer standhaft dem Anpassungsdruck die eigene Persönlichkeit mit seiner Eigenartigkeit entgegensetzt, wird auch folgerichtig dann die volle Verantwortung für sein Verhalten übernehmen. Er ist deshalb auch in gewisser Weise für andere berechenbar und damit zuverlässig, weil sein Verhalten nach außen seiner eigenen Gesinnung entspricht [11] . Es gibt dann eben keine Zwei- oder Mehrdeutigkeit und damit auch keine Doppelbödigkeit als einer verlogenen Moral, bei der die eigene Vorteilsmitnahme im Vordergrund steht. Jesus hatte darauf hingewiesen, dass „das Mehr“, das über die reine Bejahung oder Verneinung hinausgeht, bereits das Übel in sich trägt (Matthäus 5, 37-40 [12] ), weil dieses Mehr die Wahrheit „verwässert“. Welcher Politiker wurde schon einmal für das zur Verantwortung gezogen, was er getan hat? Keiner! Es ist auf der politischen Bühne möglich, jeden Tag Fehler zu begehen, die Steuergelder zu verschwenden, die Wähler zu belügen, die Menschen über die wahren Absichten zu täuschen, ohne dass hieraus Konsequenzen gezogen werden. Die Amoralität auf diesem Gebiet besteht in der Verweigerung, Fehler einzugestehen und die notwendigen Schritte zur Bereinigung zu gehen. · Wahrheitsliebe : Die Wahrheitsliebe ist die logische Folge der vorausgegangen Eigenschaften eines Charaktervollen. Wer sich darum bemüht, authentisch zu sein, wobei es eine Stringenz (Folgerichtigkeit) vom rechten Denken zum rechten Reden und Handeln gibt, wird stets versuchen, die Wahrheit als ein wertvolles Gut zu bewahren. Das Gegenteil der Wahrheit ist die Lüge, die stets den Stachel der Verderbnis in sich trägt, mit dem alles vergiftet wird: Beziehungen der Menschen zueinander, Vertrauen zueinander und Respekt voreinander. Jesus hat zu Recht Satan als den Vater der Lüge bezeichnet (Johannes 8,44 [13] ). Er ist der Meister der Täuschung, der Hinterlist und damit der Unmoral. Wer ihm nacheifert (Charakterlose), wählt den Weg in den Abgrund einer gottlosen Welt, die auf Lügen, Verrat und Zwietracht aufgebaut ist. Es ist schon bezeichnend für die politische Kultur eines Landes, dass man mit der Wahrheit nicht weit kommen kann. Treffend hatte Dr. Karl Lauterbach 2019 hierzu gesagt, dass die Wahrheit zum politischen Tod führe [14] . · Altruismus : Es könnte eine Zugabe sein, die den Charaktervollen auszeichnet, nämlich die Einstellung, dass das eigene Handeln einen positiven Effekt für andere bewirken sollte (Altruismus). Die Nächstenliebe als eine Kernforderung christlichen Glaubens [15] , bei der es darauf ankommt, für andere (Menschen, Tiere, Welt) das zu bewirken, was für sie das Beste ist, könnte als ein Ausfluss eines charaktervollen Menschen bezeichnet werden. Der Charakterlose wir stets den eigenen Vorteil im Auge haben und die Nachteile für andere billigend in Kauf nehmen (Egoismus), oder sogar in extremen Formen die Nachteile bewusst herbeiführen (Narzissmus) und mithin zum eigenen Genuss auf die Spitze treiben, wobei die Schädigung des anderen das Hauptziel eigenen Handeln ist (Psychopath) [16] . Die extremen Formen der Eigenliebe sind mit einem charaktervollen Menschen nicht vereinbar. Die Erde - ein Gefängnis ? Zum Schluss ein Traum: Ich träumte davon, mich in einem Haus aufzuhalten, das mehrere Stockwerke hatte. Auf jedem Stockwerk hielten sich eine Vielzahl von Menschen auf, die irgendeiner Weise beschäftigt waren. Die allseitige Geschäftigkeit war nach meiner Erinnerung ein Kennzeichen, das diese Menschen in diesem riesigen Gebäude an den Tag legten, die einen etwas mehr als die anderen. Das Merkwürdige war aber, dass dieses Haus keine Türen hatte, sodass es unmöglich war, dieses Haus zu verlassen. Es war möglich, aus den zahlreichen Fenstern zu sehen, so dass man auf eine vielseitige Landschaft sehen konnte. Weil ich aber das Haus verlassen wollte, nahm ich kurzerhand einen Gegenstand und warf ihn durch eines dieser Fenster, um dadurch mir einen Ausgang zu verschaffen. Zu meinem Erstaunen war aber durch das zerbrochene Fenster nur eine unendlich scheinende Schwärze zu sehen, die zutiefst erschreckend war. Es gab also keine Möglichkeit des Entkommens aus diesem Haus. Die Landschaft, die zu diesen Fenstern zu sehen war, existierte in Wirklichkeit gar nicht, sondern war nur eine Illusion. Die Welt erscheint mir, folge ich diesem Traum als einem Sinnbild hierfür, wie ein geschlossenes Gebäude zu sein, in dem Menschen meinen frei zu sein, in dem sie nach Belieben agieren und eine mehr oder weniger große Rolle spielen können. Aber letztendlich gibt es kein Entkommen, keine Fluchtmöglichkeit. Ist die Welt also wie ein riesiges Gefängnis, aus dem heraus es kein Entkommen gibt? Der Charaktervolle wird dies so empfinden und sich fragen: Was soll dieses ganze Theater? Was soll dieses Gemache und Getue der überaus sich wichtig dünkenden Menschen, die glauben, in diesem Haus eine gewichtige Rolle zu spielen? Der Charaktervolle wird dies so durschauen und es aufgeben, in dieser Welt eine wichtige Rolle spielen zu wollen [17] . Er wird lieber bescheiden bleiben, sich sagen: Warum soll ich mich bemühen, auf der dargebotenen Bühne mich in besonderer Weise hervorzutun, wenn doch alles vergebens ist und es aus dem Haus kein Entkommen gibt? Gibt es Hoffnung? Die Hoffnung stirbt mit dem sich Verlassen nur auf die eigenen Kräfte, auf die Illusion, wir könnten diese (materielle) Welt ohne fremde Hilfe verlassen. Es ist nicht möglich. Jesus hatte uns eine andere Welt versprochen, eine, die der Vergänglichkeit nicht unterliegt, die für uns bereitet ist (Johannes 14,2 [18] ), wo wir wohnen können, ohne die Angst zu haben, dass alles nur eine Illusion ist. Für den Charaktervollen ist die Tür zu dieser Welt offen, er muss nur den Mut haben, den schmalen Weg zu gehen und die breite Straße zu verlassen, die ins Verderben führt (Matthäus 7, 13-14 [19] ). Diejenigen, die – wie man heute sagt – dem „Mainstream“ folgen, gehen diesen Weg, der bequem ist, der – um die Traummetapher zu gebrauchen – ein geschäftiges Treiben mit vielerlei Abwechslung und Amüsement verspricht, der aber nicht einen Ausgang aus dem geschlossenen Haus dieser Welt ermöglicht. Nur der Mutige und auf Gott vertrauende, bescheidene und vor allem charaktervolle Mensch kann den Ausgang aus diesem Gefängnis finden, so wie ich diese Welt – folge ich dem beschriebenen Traum – empfinde. © beim Verfasser [1] https://www.apotheken-umschau.de/familie/entwicklung/persoenlichkeit-was-ist-vererbt-was-anerzogen-793663.html [2] https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/havemann/docs/material/9_M.pdf [3] https://www.fes.de/wissen/gender-glossar/diversitaet [4] https://www.guentherbirkenstock.de/konformitaet-und-non-konformitaet-als-lebensweisen [5] Der „Pöstchenjäger“ ist der Prototyp des erfolgreichen Parteisoldaten: https://www.guentherbirkenstock.de/poestchenjaeger [6] https://www.rnd.de/politik/junge-union-lehnt-reform-der-schuldenbremse-in-naechster-legislaturperiode-ab-B33MTWR43NAQ5F3OQLBH6ARJKI.html [7] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-2025-prognose-hochrechnung-ergebnisse-liveticker-142.html [8] https://www.guentherbirkenstock.de/massengesellschaft-vs-individualismus [9] https://www.schulz-von-thun.de/die-modelle/das-werte-und-entwicklungsquadrat [10] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/cdu-und-schuldenpaket-drei-viertel-der-befragten-werfen-friedrich-merz-laut-umfrage-taeuschung-vor-a-59c6f97a-02be-4462-9162-92235adc195e [11] Philipp Lersch: „Charakter hat hier den Sinn eines sittlichen Wertes und wird den Menschen zugesprochen, die in ihrer Willenshaltung und ihrer Gesinnung so durchorganisiert sind, dass sie zwei Grundeigenschaften aufweisen: volle Verantwortung für ihr Handeln und Folgerichtigkeit und damit Zuverlässigkeit ihres Verhaltens. Die Treue zu sich selbst, die Festigkeit und Folgerichtigkeit der Lebensführung sind die Grundmerkmale …, wo von Charakterbildung gesprochen wird.“ Aufbau der Person, Johann Ambrosius Barth 1970, S. 58 [12] https://www.bible.com/de/bible/compare/MAT.5.37-40 : Eure Rede sei: Ja, ja, nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel. [13] https://www.bible.com/de/bible/58/jhn.8.44 [14] Wörtlich sagte er in der WDR-Sendung „Könnes kämpft“: „Die Wahrheit, also die Wahrheit, führt in sehr vielen Fällen zum politischen Tod, ich bitte Sie...“ https://www.nordkurier.de/politik/lauterbach-wahrheit-fuehrt-in-sehr-vielen-faellen-zum-politischen-tod-2250783 [15] https://www.guentherbirkenstock.de/was-ist-naechstenliebe [16] https://www.guentherbirkenstock.de/formen-der-ichbezogenheit94126566 [17] Ich nenne solche Menschen „Weltüberwinder“: https://www.guentherbirkenstock.de/koennen-oder-sollen-wir-die-welt-verbessern [18] https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes14,2 : In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. [19] https://www.bible.com/de/bible/157/MAT.7.13-14.SCH2000 : Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt.
von Günther Birkenstock 27. Februar 2025
Die Lage in Deutschland ist deshalb verfahren, weil die maßgeblichen Parteien des linken Spektrums dominieren und es an einem ausgewogenen Gegengewicht mangelt, das man als rechts oder konservativ bezeichnen kann. Hat die Bundestagswahl am 23.02.2025 hier eine Änderung gebracht? Zunächst soll die links-grüne Blase beleuchtet werden. (Pseudo)-linke Dominanz: Seit Angela Merkel die CDU, die noch unter Helmut Kohl und seinen Vorgängern konservativ geprägt war, zu einer quasi-grünen Partei umgeformt hat, ist ein Teil der Bevölkerung politisch heimatlos geworden. Sie leidet unter einer mangelnden wirklichen Alternative zum dominierenden linken Mainstream. Dabei wird übersehen, dass das linke Denken in Deutschland eher einem gewissen Lifestyle entspricht, als einer echten linken Gesinnung [1] , weil der Einsatz für ausgebeutete, sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsteile eigentlich nicht mehr auf der politischen Agenda steht, sondern man sich lieber auf „exotische Themen“ („Genderideologie“, „Sprachpolizei“, übertriebener Minderheitenschutz, Klimawandel, Einsatz für Asylanten) stürzt, die nichts mehr mit der eigentlichen linken politischen Denkweise zu tun hat. Dies liegt vor allem daran, dass es „die Linke“, mit ihrem „Marsch durch die Institutionen“ geschafft hat, in allen wichtigen Teilen der Republik angekommen zu sein. Das links-grüne Denken hat sich überall breit gemacht und beherrscht den politischen Diskurs. Hierbei entwickelte sich eine neue Besitzstandwahrungskultur einer inzwischen etablierten Linken, die mit allen Mitteln versucht, ihre Besitzstände zu verteidigen. Jeder, der versucht, diese anzugreifen, wird als Nazi oder Rechter verunglimpft. Dabei wird gerne von „unserer Demokratie“ gesprochen, die es zu verteidigen gilt [2] . Dabei werden alle ausgegrenzt, die dabei nicht mitmachen wollen. Notfalls wird auch zur Gewalt gegriffen (Antifa) und Mitglieder von Parteien gewaltsam an der Ausübung ihrer politischen Aufgabe gehindert, die sie als rechts verorten und somit als zu ihrer Vorstellung einer totalitären sozialistischen Gesellschaft nicht zugehörig deklarieren. Die spannende Frage ist, ob sich durch die Bundestagswahl etwas daran geändert hat. Rechtsruck: Die Bundestagswahl vom 23.02.2025 hat gezeigt, dass es ein hohes Potential an Wählern gibt, die einen grundsätzlichen Wechsel in der Politik wollen. Sieht man sich die Ergebnisse an [3] , dann kann man feststellen, dass vor allem im Osten Deutschlands die Alternative für Deutschland (AfD) dominiert. Partei Zweitstimmen Sitze SPD    16,40% 120 CDU 22,60% 164 CSU 6,00% 44 Grüne 11,60% 85 FDP 4,30% 0 AfD 20,80% 152 Die Linke 8,80% 64 BSW 4,97% 0 SSW 0,20% 1 Hier konnte sie 34,5 % der Stimmen holen [4] . Während im Westen die CDU bzw. CSU die meisten Wahlkreise für sich erobern konnten (30,6 %), hatte es die AfD geschafft, in den Neuen Ländern zu dominieren. Nominell könnte von einem „Rechtsruck“ gesprochen werden, wenn man die Stimmenanteile der AfD (20,8 %) und der Union ((28,6 %) zusammenrechnen würde, vorausgesetzt, man stuft die CDU/CSU als als „rechte Partei“ ein. Dies ist aber seit Merkel und jetzt auch unter der Führung von Friedrich Merz nicht mehr der Fall. Merz hat durch seine Politik der „Brandmauer“ deutlich gemacht, dass er keine Zusammenarbeit mit der AfD will. Stattdessen präferiert er eine Koalition mit der SPD. Hierfür gäbe es eine knappe Mehrheit (120 SPD +164 CDU + 44 CSU= 328, absolute Mehrheit 316 Stimmen bei 630 Sitzen), vorausgesetzt, dass die Abgeordneten ihm bei einer Wahl zum Bundeskanzler auch die Stimmen geben würden. Hieran bestehen aber Zweifel, da bereits 8 Abgeordnete der SPD Bedenken gegen eine Wahl geäußert haben [5] . Linke „Volksfront“ verhindert: Der Traum von den Grünen, der Linken und der SPD war es, durch die Bildung einer „Rot-rot-rot-grünen Koalition“ gemeinsam mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ein Volksfront [6] -Regierungsbündnis schließen zu können. Das hätte auch gelingen können, wenn die Grünen mehr Stimmen geholt hätten (11,6 %, - 3,1 %) und es dem BSW gelungen wäre, in den Bundestag einzuziehen. Da aber das BSW mit 4,97 % Stimmenanteil die 5%-Hürde nicht geschafft hat, wurde eine solche Koalition verhindert. Gleichzeitig wurde auch der Traum der Grünen zerstört, weiterhin dadurch an der Macht zu bleiben oder aber in ein Dreierbündnis mit der Union und der SPD weiter regieren zu können. Als indirekte Folge hiervon hat sich Robert Habeck zurückgezogen mit der Erklärung, dass er in der Partei keine besondere Rolle mehr spielen wolle [7] . Wählerwille – uninteressant: Wenn es nach dem „Wählerwillen“ ginge, dann müsste es eine andere „Groko“ geben, nämlich eine zwischen der Union und der AfD, denn sieht man sich die politische Landkarte an, dann ist der Westen „schwarz“ und der Osten „blau“ [8] , sodass dann das zusammenwachsen könnte, was zusammengehört. Die Offerten der AfD an die Union lassen erkennen, dass es ein Interesse an einer Koalition mit der Union gibt [9] . Zwar soll immer noch nach einer Wählerbefragung im Januar 2025 die Mehrheit der Wähler eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht befürworten (66 %), aber immerhin sind schon 33 % für eine solche Kooperation [10] . Dass der „Wählerwille“ durchaus manipulierbar ist, kann einen nicht verwundern, sind doch die so genannten „Mainstreammedien“ in der Hand von links-grün gesinnten Journalisten [11] . Das hat sich an der einseitigen Propaganda gezeigt, mit der „Die Linke“, die lange Zeit nicht mehr als salonfähig galt, protegiert wurde, die es jetzt noch vor dem „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW) mit 8,8 % doch in den Bundestag geschafft hat. Ist das BSW bei den vorwiegend linken Journalisten wegen ihrer kritischen Haltung in Sachen Migration in Ungnade gefallen? [12] So könnte sich auch rasch die Meinung in der Bevölkerung in der Einschätzung der AfD ändern, wenn diese Partei nicht weiterhin bei dieser einseitigen Berichterstattung in den Mainstreammedien benachteiligt würde. Dass nun aber statt der AfD die SPD, die massiv Stimmen verloren hat (-9,3 %) [13] , als Juniorpartner der Union für eine Koalition geadelt werden soll, ist eine Ohrfeige für den Wähler. Merz wäre ein „pseudo-rechter“ Kanzler: Friedrich Merz hatte sich vor der Wahl klar positioniert und hierbei zu erkennen gegeben, dass er in der Migration eine Kehrtwende will. Aber nach der Wahl sieht das schon wieder ganz anders aus, denn jetzt ist er nicht mehr für die radikale Grenzschließung zur Begrenzung der Migration [14] . Auch war für ihn die im Grundgesetz verankerte „Schuldenbremse“ (jährliche Neuverschuldung nur bis 0,35 % des Bruttoinlandprodukts, ca. 9 Mrd. [15] ) unantastbar. Nun will er tatsächlich nach der Wahl – noch in der 20. Legislaturperiode – diese verändern, sodass eine zusätzliche Kreditaufnahme vor allem für höhere Verteidigungsausgaben zur Schaffung eines „Sondervermögens“ möglich wäre, wozu aber eine Grundgesetzänderung mit einer Zweidrittel-Mehrheit erforderlich ist. Damit käme er den Forderungen der SPD und Grünen entgegen, die schon lange eine Aufweichung der Schuldenbremse forderten. Merz gilt als „Weltmeister im Zurückrudern“ [16] und hat in seiner politischen Karriere stets wagemutig Thesen vertreten, die eigentlich Applaus verdient gehabt hätten, aber sobald er etwas Gegenwind bekommt, nimmt er alles zurück oder schränkt seine radikalen Behauptungen wieder ein. Man könnte auch sagen, dass Merz gerne „rechts blinkt, aber dann links abbiegt“ [17] . Er tarnt sich also als radikaler rechter Politiker, aber wenn es darauf ankommt, kippt er um und passt sich dem links-grünen Mainstream an. CDU-Anfrage als Torpedo : Die „kleine Anfrage“ der CDU-Fraktion an die Bundesregierung zur Frage der Finanzierung der NGO´s [18] ist eine Steilvorlage für die SPD, die Koalitionsgespräche mit der Union platzen zu lassen oder zumindest sie politisch unter Druck zu setzen. Lars Klingbeil hatte als Fraktionsvorsitzender der SPD klar gemacht, dass eine Rücknahme dieser Anfrage eine Bedingung für die Koalitionsverhandlungen ist [19] . Dabei ist es erstaunlich, dass diese Anfrage vom 21.02.2025 stammt – also zwei Tage vor der Bundestagswahl –, aber die Presse dies erst jetzt nach der Wahl zum Thema macht [20] . Mit 551 Fragen zur Finanzierung der NGO´s wird die noch amtierende Regierung in Bedrängnis gebracht, denn der entstandene Filz zwischen Regierung und meistens gegen rechts operierender NGO´s ist ein Ärgernis, weil der Verdacht besteht, dass hier die Neutralitätsgebot durch einseitige Parteinahme zu Gunsten linker Parteien („Demos gegen rechts“, „Omas gegen rechts“) verletzt wurde. Nun laufen diese Organisationen Sturm, weil sie befürchten, dass dieser Sumpf trocken gelegt werden soll [21] . Dabei ist diese Anfrage der CDU ein legitimes Recht und sogar die Pflicht der Abgeordneten, denn sie dienen der Kontrolle der Regierung. Wird hier Merz klein beigeben und die Anfrage zurücknehmen? Partei-Raison statt Staats-Raison: Dass die Parteien den Staat sich zur Beute gemacht haben, ist allen klar, die sich die politische Landschaft ansehen . Dieser auf den früheren Bundespräsidenten Weizsäcker zurückgehende Satz hat sich leider bewahrheitet [22] . Die heutige Entwicklung angesichts des Ergebnisses der Bundestagswahl müsste eigentlich lauten: Wir müssen unsere parteiinternen Interesse denen des Staates unterordnen. Die Interessen des Staates sind innere Stabilität, Bekämpfung von Kriminalität (innere Sicherheit), sparsamer Umgang mit Steuergeldern, außenpolitische Ausgewogenheit zur Wahrung der nationalen Interessen (äußere Sicherheit) und Sicherstellung der Versorgung mit kostengünstiger Energie. Aber aus parteiinternen Interessen werden diese Ziele nur nach außen kommunikativ als gültig erklärt, doch wenn es um die egoistischen Motive geht, die die Agierenden in den Parteien verfolgen, verflüchtigen sich diese sehr schnell. So könnte man durchaus von „Brandmaueropfern“ (Tote und Verletzte durch abgelehnte Asylbewerber, die nicht abgeschoben wurden) sprechen [23] , wenn die Union aus ideologischen Gründen eine Kooperation mit der AfD ablehnt, um die Zuwanderung von illegalen Migranten zu verhindern und für konsequente Abschiebungen zu sorgen. Bereits in der 20. Wahlperiode wären entsprechende Mehrheiten vorhanden gewesen. Nun verweigert sich die Union – allen voran Friedrich Merz – zu akzeptieren, dass eine echte Wende nur mit der AfD möglich wäre, denn viele politische Positionen sind deckungsähnlich, was die Analysen des „Wahl-O-Mat“ [24] zeigen. Aber statt im Interesse des Staates zu handeln, was auch mit den Wahlergebnissen übereinstimmen würde, wird die „Brandmauer“ aufrechterhalten. Die von oben diktierte Abgrenzung besteht schon lange in der Basis nicht mehr, denn auf kommunaler Ebene gibt es schon zahlreiche Kooperationen [25] . Auch auf Landesebene bröckelt die Brandmauer, wie die Entwicklung in Sachsen gezeigt hatte, als zahlreiche CDU-Mitglieder für eine Kooperation mit der AfD geworben haben [26] . Es wird sich zeigen, ob sich die politische Landschaft ändern und dem Wählerwillen Rechnung getragen wird. Es ist Zeit für eine politische Wende. Eine kleine Anekdote zum Schluss: Die FDP wollte schon 2021 nicht mehr neben der AfD im Plenum sitzen und hatte es tatsächlich geschafft, dass sie in die Mitte gesetzt wurde [27] . Nun ist ihr Wunsch abermals in Erfüllung gegangen, da sie in dem Bundestag nicht mehr vertreten sein wird. Es zeigt sich einmal mehr, dass man mit den Wünschen vorsichtig sein muss, denn manchmal gehen sie in Erfüllung. © beim Verfasser [1] Mehr hierzu: https://www.guentherbirkenstock.de/der-links-gruene-zeitgeist [2] https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Flugblaetter/2023/20230823_FB_Demokratie.pdf [3] https://www.bundeswahlleiterin.de/bundestagswahlen/2025/ergebnisse/bund-99.html :. [4] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-ost-west-gruende-wahlverhalten-100.html [5] https://www.dw.com/de/kanzlerwahl-spd-abweichler-friedrich-merz-sondierungsgespr%C3%A4che-bundestagswahl-koalition-cdu-csu/a-71792681 [6] https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/18436/volksfront/ : Zusammenschluss von Kommunisten, Sozialisten und links-bürgerlichen Parteien [7] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-2025-robert-habeck-gruene-rueckzug-100.html [8] https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/bundestagswahl-ost-west-gruende-wahlverhalten-100.html [9] https://www.n-tv.de/politik/Weidel-bietet-AfD-fuer-Koalition-an-und-warnt-vor-Neuwahlen-article25583368.html [10] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1393454/umfrage/umfrage-zu-einer-oeffnung-der-cdu-fuer-eine-zusammenarbeit-mit-der-afd/ [11] https://janfleischhauer.de/rot-gruener-mainstream-die-zwei-gruende-weshalb-journalisten-viel-linker-als-das-land-sind/ [12] https://www.nachdenkseiten.de/?p=128570 [13] https://www.dw.com/de/bundestagswahl-2025-karte-wahlbezirke-grafik-wahlergebnisse-w%C3%A4hlerwanderung-bundestag-v10/a-71723879v [14] https://www.dushanwegner.com/der-zurueckruderer/ [15] https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/321093/schuldenbremse/ [16] https://x.com/EsraLimbacher/status/1879801621259125049 [17] https://www.anonymousnews.org/meinung/portrait-friedrich-merz-rechts-blinken-links-abbiegen/ [18] Non-Governmental-Organization https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17913/non-governmental-organization-ngo/ [19] https://www.merkur.de/politik/regierungsbildung-klingbeil-verlangt-rueckzug-von-cdu-csu-anfrage-zu-ngos-drohende-belastung-der-93597219.html [20] https://dserver.bundestag.de/btd/20/150/2015035.pdf [21] https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/politiklexikon/17913/non-governmental-organization-ngo/ [22] https://www.morgenpost.de/printarchiv/leserforum/article104328025/Parteien-haben-sich-den-Staat-zur-Beute-gemacht.html ; Weizsäcker: „Parteien haben sich den Staat zur Beute gemacht“ [23] https://afdoberhavel.de/blog/2025/02/13/die-brandmauer-der-altparteien-fordert-weitere-opfer/ [24] https://www.derwesten.de/politik/wahl-o-mat-cdu-afd-merz-id301364527.html [25] https://katapult-mv.de/artikel/wo-die-brandmauer-schon-laengst-nicht-mehr-nur-broeckelt/ [26] https://www.bild.de/politik/inland/brandmauer-broeckelt-cdu-mitglieder-fordern-gespraeche-mit-der-afd-670628124427f364f1569cdd [27] https://www.stern.de/politik/deutschland/stuehleruecken-im-bundestag--fdp-will-nicht-mehr-neben-afd-sitzen-31431740.html
von Günther Birkenstock 2. Februar 2025
Deutschland steht am Scheideweg. Es kommt darauf an, dass nun im Angesicht einer beabsichtigten Neuwahl im Frühjahr 2025 die Weichen richtig gestellt werden. Gegenwärtig sieht es nach einem Sieg der Union von CDU/CSU aus und einem neuen Kanzler Friedrich Merz. Wird das die Lösung sein? · Die CDU – schlimmer als die Ampel? Die drei Jahre „Ampel-Regierung“ haben uns in eine schwere Krise gebracht. Diese wurde im Wesentlichen verursacht durch die ideologische Ausrichtung der Grünen, die mit ihrem „Klima-Wandel-Wahn“ die anderen Parteien angesteckt haben . Hinzu kommt die anti-liberale Haltung dieser Partei, die in der Befürwortung von Waffenlieferungen an die Ukraine gipfelt, sodass diese einstmalige Friedenspartei zur Kriegstreiberpartei mutiert ist. Sie hat mit ihrer „Verbotspolitik“ mit dafür gesorgt, dass Deutschland mit einer überbordenden Bürokratie zu kämpfen hat. Wenn wir aber zurückblicken, dann sind die 16 Jahre CDU/CSU-geführte Regierungen unter Angela Merkel der jetzigen Regierung vorausgegangen. Diese Regierungen haben eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, die zumindest einen zweifelhaften Charakter haben, denn sie haben die Rechte von Bürgern eingeschränkt oder sogar massiv beschnitten [1] : o Allgemeines Gleichstellungsgesetz (2005): Dieses Gesetz hatte die hehre Absicht, vor sogenannten Diskriminierungen zu schützen, hatte aber den Pferdefuß, dass es eine Welle von Klagen ausgelöst und das so genannte „AGG-Hopper“-Phänomen beschert hat, wonach sich Personen nur auf bestimmte Stellen bewerben, um anschließend wegen angeblicher Diskriminierung zu klagen [2] . Außerdem wurde eine so genannte „Antidiskriminierungsstelle“ geschaffen, die eine weitere Aufblähung des Staatsapparates gebracht hat. o Gesundheitsreform (2007): Statt einer strukturellen Reform wurde mehr Bürokratie eingeführt und der Wettbewerb der Anbieter auf dem Gesundheitsmarkt unterbunden [3] . o Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht (2011): Die Einführung eines „Berufsheeres“ hat die Verankerung der Armee in der Bevölkerung durch die Aufhebung der allgemeinen Wehrpflicht verringert. Diese Reform zerstörte das bis dahin bewährte System des Einzugs von Wehrpflichtigen mit der Ausnahme, dass bei jungen Männern, die aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe ablehnten, der Zivildienst als Alternative blieb. o Beschluss über den Atomausstieg (2011): Die damalige Bundeskanzlerin drängte nach dem Reaktorunglück in Fukushima in Japan, bei dem durch einen Tsunami ein Reaktor beschädigt wurde und dabei radioaktives Material ausgestoßen worden war, auf den Ausstieg aus der Erzeugung von Strom durch Kernkraftwerke. o Das „unbestimmte Gesetz“ (2013): Das Personenstandsgesetz wurde geändert, wonach das Geschlecht eines geborenen Kindes nicht mehr in der Geburtsurkunde festgehalten werden muss, sodass „wenn ein Kind weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden kann, die Angabe in das Geburtenregister weggelassen wird" [4] . Diese Gesetzesänderung kann als Vorläufer des seit dem 01.11.2024 geltenden Selbstbestimmungsgesetzes angesehen werden. o Doppelte Staatsbürgerschaft (2014): Das Staatsangehörigkeitsrecht wurde dahingehend geändert, dass Kinder von ausländischen Bürgern, die acht Jahre in Deutschland gelebt oder sechs Jahre zur Schule gegangen sind, sich nach der Vollendung des 21. Lebensjahres nicht mehr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden müssen, sondern ihre ausländische Staatsangehörigkeit neben der deutschen behalten können [5] . o Öffnung der Grenzen (2015): Merkel hatte angesichts des Ansturms von Flüchtlingen sich dafür entschieden, die Grenzkontrollen auszusetzen, um die Einwanderung von geflüchteten Personen zuzulassen. Diese Entscheidung basierte auf der Angst vor „unangenehmen Szenen“ an deutschen Grenzen, wenn dort die einreisewilligen gewaltsam am Grenzübertritt gehindert würden. Mit dem ominösen Satz „Wir schaffen das“ [6] hat sie ganz Deutschland in eine Art „Zwangshaft“ genommen, die grenzenlose Aufnahme von Asylanten zu unterstützen. o Frauenquote (2015): „Die 30-Prozent-Quote gilt für die Aufsichtsräte von voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten Unternehmen, die ab 2016 neu besetzt werden. Ab 2018 soll der Frauenanteil auf 50 Prozent erhöht werden“ [7] . Damit wurde der Grundstein für ähnliche Modelle in Unternehmen und Parteien gelegt. o Ehe für alle (2017): Gleichgeschlechtliche Paare können heiraten und werden rechtlich den heterosexuellen Paaren im Adoptions-, Steuer- und Erbschaftsrecht gleichgestellt. [8] Damit wurde der Grundstein für die so genannte „LGBTQ+“-Bewegung gelegt [9] . o Fachkräfteeinwanderungsgesetz (2019): Dieses Gesetz, das die Einreise von ausländischen Arbeitnehmern erleichtern sollte, hatte leider mehr Bürokratie als Einwanderer gebracht [10] . o Gebäudeenergiegesetz (2020): Das Gesetz wurde bereits unter CDU-Führung beschlossen und von der Nachfolgeregierung verschärft. Diese Gesetze haben vielfach den Weg geebnet zu Entwicklungen, die zu einem „bevormundenden Staat“ führen, bei dem die liberalen Grundsätze, wie sie im Grundgesetz verankert sind, ad absurdum geführt werden. Nicht vergessen werden sollten die Einschränkungen in der „Corona-Zeit“, in der durch die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes die Freiheitsrechte von Bürgern massiv beschnitten wurden. · Die AfD als das schlechte Gewissen der CDU: Die CDU hatte noch zu Zeiten von Helmut Kohl ein konservatives Profil, denn es wurden die „christlichen Einstellungen“ zur Ehe und Familie hochgehalten und die nationalen Rechte – eingeschränkt durch die westliche Ausrichtung bedingt durch die Mitgliedschaft in der NATO und durch die Folgen der Zeit der Besatzung Deutschlands durch die alliierten Mächte – verteidigt. Unter Kohl wurde als einen Höhepunkt dieser Politik die deutsche Einheit erreicht. Als 2013 die AfD gegründet wurde [11] , geschah dies in der Zeit, als die CDU unter Angela Merkel dieses Profil immer mehr aufgegeben und sich dem links-grünen Zeitgeist angepasst hatte. Die AfD stellte seit ihrem Erstarken eine zunehmende Gefahr dar, weil sie das „schlechte Gewissen“ der CDU symbolisierte, die es einmal gab, als sie selbst die konservativen Positionen vertrat, die danach von der AfD aufgegriffen wurden. Die Abgrenzung zur AfD in Form einer so genannten „Brandmauer“ geht vor allem auf Friedrich Merz zurück, der eine solche scharfe Abschottung gegenüber der AfD im Jahr 2021 anlässlich seiner Wahl zum Parteivorsitzenden proklamiert hatte. Seit dem hat sich im Wesentlichen daran nichts geändert [12] . Diese „Brandmauer“ wirkt psychologisch gesehen wie der Abwehrmechanismus der Verdrängung, durch den unliebsame psychische Inhalte ins Unbewusste verschoben werden. Hier ist es der Versuch einer Partei, die Anwesenheit der AfD als Gesprächs- oder sogar als Koalitionspartner zu leugnen, weil diese Abwehr notwendig ist, um das eigene Gewissen zu beruhigen. Wer diese „Brandmauer“ versucht infrage zu stellen, wird ebenfalls zum Feind erklärt. In einer Art Rechtfertigungszwang wird diese Abschottung aufrechterhalten, um nicht zugeben zu müssen, dass die AfD in einigen Punkten recht hat. · Machtwechsel möglich – aber nicht gewollt : Es wäre ein Machtwechsel auch ohne eine Vertrauensfrage durch den Kanzler Olaf Scholz möglich, wenn Friedrich Merz den Mut hätte, „über den eigenen Schatten zu springen“, um in einem konstruktiven Misstrauensvotum nach Art 67 GG mit den Stimmen der AfD, FDP und vielleicht noch denen von freien Abgeordneten (und evtl. denen von BSW – aber es ginge auch ohne) sich selbst zum Kanzler wählen zu lassen. Die Sitzverteilung der Parteien [13] erlaubt eine solche Ablösung, da die Union mit 196 Stimmen, AfD mit 76 Stimmen und FDP mit 90 Stimmen bereits über 362 Stimmen verfügen. Rechnet man noch die Stimmen der freien Abgeordneten hinzu (9), könnte Merz 371 Stimmen bekommen oder auf die Zustimmung der BSW (10) hoffen, sodass er 372 Stimmen erhalten könnte. In beiden Fällen wäre die absolute Mehrheit von 367 – über 50 % von 733 Sitzen im gegenwärtigen Bundestag – erreichbar. Warum nimmt er aber diese Möglichkeit nicht wahr? Es liegt an der selbst gelegten „Brandmauer“ gegenüber der AfD, die dies verhindert. Er würde sich selbst mit diesem Schritt ad absurdum führen. Prof. Rieck erklärt dieses Verhalten damit, dass Politiker eigentlich nicht sachthemenorientiert sind, sondern eigentlich primär nur ihre eigenen Interessen im Auge haben. Hierbei würde spieltheoretisch so gehandelt, dass bei politischen Entscheidungen die eigenen Vorteile überwiegen sollen, was vor allem dann der Fall ist, wenn die eigenen Präferenzen unabhängig sind von anderen Faktoren. Da aber eine Aversion gegen die AfD besteht, wird die Option, mit dieser Partei zusammenzuarbeiten nicht gewählt, weil dann diese Unabhängigkeit verloren geht [14] . Dies bedeutet, dass allein aufgrund dieser sachfremden Erwägung heraus, dieses konstruktive Misstrauensvotum nicht als Möglichkeit ins Kalkül gezogen wird. Sitzverteilung Bundestag absolut Zw. Summen CDU/CSU 196 AfD 76 FDP 90 BSW 10 372 fraktionslose Abgeordnete 9 371 SPD 207 Die Linke 28 Grüne 117 352 Alle 733 absolute Mehrheit 367 · Willfährige Medien und vergessliche Wähler : Es ist nicht wenig überraschend, dass die „Mainstreammedien“ die Option des konstruktiven Misstrauensvotums kaum thematisieren, weil sie willfährig der Propaganda der „Altparteien“ folgen. Diese Strategie hat eine gewisse Tradition, da diese bereits in der Corona-Krise angewandt wurde, indem bereitwillig die Regierungspropaganda aufgegriffen und gegen die Maßnahmengegner („Coviditioten“, „Pandemie der Ungeimpften“) vorgegangen wurde. Nun wollen sie es sich anscheinend mit den Hauptakteuren (Union, SPD) nicht verscherzen und propagieren als einzige Möglichkeit die Vertrauensfrage. Die Wähler hingegen gehen schon wieder der über diese Medien verbreitete Propaganda auf den Leim und präferieren erneut die Union (32 % laut aktuellen Umfragen [15] ), obwohl sie eigentlich wissen müssten, dass viele der heutigen Probleme nicht die „Ampelparteien“ zu verantworten haben, sondern die CDU/CSU. Die Migration wurde von Angela Merkel den Deutschen „aufgerückt“, der „Atomausstieg“ von ihr eingeleitet und der Niedergang des Ansehens der traditionellen Werte über Ehe und Familie forciert, indem die entsprechenden Werte über Bord geworfen wurden, um nur einige Beispiele zu nennen. Eigentlich müsste die AfD in den Umfragen vorne liegen, aber auch hier wirkt die negative Propaganda gegen diese Partei, die von den „Altparteien“ gegen diese Partei betrieben und von den Medien bereitwillig aufgegriffen wurde [16] . Die Wähler lassen sich also manipulieren und verweigern ein Umdenken, um einen wirklichen Wechsel in der Politik zu erhalten, denn die CDU/CSU wird entweder wieder mit der SPD koalieren oder mit den Grünen, sodass im Endergebnis keine Änderung erfolgen würde. · Der Versuch einer 180 Gradwende : Nach dem die CDU/CSU ein konstruktives Misstrauensvotum nicht in Erwägung gezogen hatte, ist es nach den Gesprächen zwischen den Vertretern der SPD, den Grünen und der Union (nicht: AfD!) sowie dem Bundespräsidenten doch zu der von Scholz gestellten Vertrauensfrage gekommen, die „verabredungsgemäß“ gescheitert war. Die vorgezogenen Bundestagswahlen für den 23.02.2025 sind das Ergebnis dieses „Deals“ zwischen den „Altparteien“. Die Folge war die Eröffnung des Wahlkampfes mit den üblichen Klischees, die zu erwarten waren, wobei von vornherein klar wurde, dass es eine Allianz der „Altparteien“ gegen die AfD geben sollte, um zu verhindern, dass es diese nach der Wahl zu einer Regierungsverantwortung schafft. Nach dem am 22.01.2025 verübten Massaker an einem zweijährigen Kind und einem 41 Jahre alten Mann, der die Attacke eines Messerangriffes auf eine Kindergruppe verhindern wollte [17] , hat sich der CDU-Kanzlerkandidat Merz dazu durchgerungen, den Versuch einer 180-Grad-Wende hinzubekommen. In der Abstimmung am Mittwoch, den 29.01.2025, hatte er noch eine Zustimmung mit den Stimmen der AfD-Abgeordneten für seinen 5-Punkte-Plan zur Begrenzung der Migration [18] bekommen, ist jedoch am Freitag, den 31.01.2025, mit einem Gesetzentwurf gescheitert, weil Teile der Abgeordneten der CDU und der FDP die Gefolgschaft verweigert und gegen das eingebrachte „Zustrombegrenzungsgesetz“ (Begrenzung der Zuwanderung, Aussetzung des Familiennachzuges für subsidiäre Schutzbedürftige, größere Zuständigkeit für Bundespolizei bei aufenthaltsbeendende Maßnahmen [19] ) gestimmt hatten [20] . Der Stimmungsumschwung kam vor allem deshalb zustande, weil die Alt-Kanzlerin Angela Merkel Friedrich Merz wegen seiner Kooperation mit der AfD öffentlich gerügt hatte [21] . Die spannende Frage ist aber: Ist dies alles Zufall oder Kalkül? Befremdlich ist auf jeden Fall ist, dass sich am Donnerstag zwischen den beiden Abstimmungen Vertreter der CDU-Spitze (Spahn, Merz) mit Vertretern der Grünen (Özdemir, Baerbock, Göring-Eckardt) bei Armin Laschet („Auf ein Glas mit Armin“) privat getroffen hatten [22] . Ist dieses zwar schon lange geplante Treffen nur zufällig zwischen den beiden Abstimmungen gefallen oder wurde hier doch hinter verschlossenen Türen ein Komplott für eine „schwarz-grüne Koalition“ geschmiedet? [23] Auch stimmt es merkwürdig, dass die Reaktion von Merz auf die Intervention von Angela Merkel relativ zahm ausfiel? [24] Es wäre sicher nicht verwunderlich, wenn diese Intervention der Alt-Kanzlerin mit Merz abgesprochen war, um ihm nicht – wie es anscheinend ist –„in den Rücken zu fallen“, sondern ihm die Möglichkeit der Täuschung der Wähler zu ermöglichen, nämlich so zu tun, als wollte er eine Wende in der Migrationspolitik, aber dies durch alte „Merkelianer“ verhindert wurde. · Merz als Gefahr : Die Wahl von Donald Trump zum nächsten US-Präsidenten nährt die Hoffnung, dass es dieser schaffen wird, den Krieg in der Ukraine gemeinsam mit seinem russischen Amtskollegen Putin Anfang nächsten Jahres zu beenden. Wenn dies nicht gelingt und Friedrich Merz neuer Bundeskanzler wird, dann besteht die Gefahr, dass der Konflikt eskaliert. Während Olaf Scholz stets zurückhaltend war im Hinblick auf den Einsatz von Taurus-Raketen [25] , mit denen aufgrund der großen Reichweite Ziele in Russland angegriffen werden könnten [26] , wendet sich Merz dagegen, der den Einsatz dieser Flugkörper befürwortet [27] . Brisanz erhält diese Haltung, weil gleichzeitig die Grünen, insbesondere Robert Habeck, sich für die Lieferung der Marschflugkörper an die Ukraine ausgesprochen haben [28] . Würde es tatsächlich zu einer Koalition der Union und den Grünen kommen, könnte dies zu einer Verschärfung des Konfliktes beitragen und der dritte Weltkrieg stände möglicherweise kurz bevor. „Schützenhilfe“ erhält Merz hierbei auch noch ausgerechnet von der katholischen Kirche [29] . Es ist schon fast makaber, dass sich ein „Friedensbeauftragter“ der evangelischen Kirche bereits 2023 für den Einsatz von Taurus-Raketen ausgesprochen hat [30] . Verdächtig sind auch Äußerungen von Merz, dass er gerne das auf Konten liegende Privatvermögen von 2,8 Billionen EUR „mobilisieren“ will, um sie in die marode Infrastruktur zu stecken. Es wird also nicht primär an Einsparungen gedacht (Bürgergeld, Entwicklungshilfe), sondern er will wieder nur die Staatseinnahmen erhöhen [31] . Es ist außerdem zu befürchten, dass viele Ankündigungen (Abschaffung des Gebäudeenergiegesetzes, Verschärfung der Asylregeln mit Zurückweisung an den Grenzen) mit einem SPD- oder Grünen-Partner nicht umgesetzt werden würden, weil dies dann die Koalition gefährden und ihm den geplanten Bundeskanzlerposten kosten würde. Außerdem erscheint angesichts der jüngsten Entwicklung im Hinblick auf das Scheitern der Pläne für eine Begrenzung der Migration die Frage berechtigt, wie Merz den „Eiertanz“, möglichst „niemand auf die Füße zu treten“, hinbekommen will. Er möchte (notfalls) die AfD für eine Mehrheitsbeschaffung zur Durchsetzung seiner Migrationsbegrenzung gebrauchen, ihr aber eine Zusammenarbeit aufgrund der errichteten „Brandmauer“ verweigern. Er will eine Koalition der „politischen Mitte“ (Grüne, SPD) [32] , weiß aber ganz genau, dass mit diesen eine Migrationspolitik nicht verändert werden kann. Es ist schon bezeichnend, dass er vor dem Bundestag bedauerte, dass mit Stimmen der AfD seinen Entschleßungsantrag, der im Übrigen nur deklaratorischen Charakter hat und keine rechtliche Verbindlichkeit entfaltet [33] , beschlossen wurde [34] . Es erscheint also nur ein wahltaktisches Manöver gewesen zu sein, den Wählern zu suggerieren, eine Wende in der Migrationspolitik erreichen zu wollen, die aber insgeheim nicht beabsichtigt ist, indem man den rechtsunverbindlichen Entschließungsantrag durchbringt, aber die Gesetzesänderungen scheitern lässt (indem man sich nicht vor der Abstimmung der Zustimmung der Abgeordneten vergewissert). Merz erscheint fernab von Prinzipien zu stehen, die er beherzigt, sondern eher von opportunistischen Überlegungen getrieben zu sein. In diesem Punkt ähnelt er sehr der Alt-Kanzlerin Angela Merkel, die darin eine Art Meisterschaft errungen hatte. Die Aussichten sind nicht rosig und wer jetzt noch denkt, mit der Wahl der CDU oder CSU würde sich etwas zum Besseren wenden, wird spätestens nach der Wahl aus seinen Träumen erwachen. Die Wahlen im Osten des Landes sollten eine Lehre sein, dass man den Unions-Parteien nicht vertrauen kann. © beim Verfasser [1] Die folgende Auflistung entstammt einem Video aus einem Beitrag von der Youtuberin „Lil“ (Warum kritisch) https://www.youtube.com/watch?v=Ddl-5MfkKW4 [2] Zehn Jahre Antidiskriminierungsgesetz - Seite 2 (lto.de) [3] Kritik an Gesundheitsreform: Wirtschaftsexperten fordern Systemwechsel (deutsche-apotheker-zeitung.de) [4] Gesetzesänderung für Intersexuelle: Junge, Mädchen oder keins von beidem | ZEIT ONLINE [5] Doppelpass: Bundestag weitet doppelte Staatsbürgerschaft aus | ZEIT ONLINE [6] "Wir schaffen das!" | "Wir schaffen das" | bpb.de [7] Deutscher Bundestag - Frauenquote für die Top-Positionen beschlossen [8] Ehe für alle: Rechtliche Neuerungen in Deutschland - RECHTECHECK.DE [9] L = Lesbian ( lesbisch , homosexuelle Frauen), G = Gay (schwul, homosexuelle Männer), B = Bisexual ( bisexuell , Personen, die sich emotional, romantisch und/oder sexuell zu Männern und Frauen hingezogen fühlen), T = Transgender (transgender, manchmal auch Transsexualität oder Transidentität: Geschlechtsidentität stimmt nicht mit dem biologischen Geschlecht überein), Q = Queer ( queer : ein Sammelbegriff für Personen, die von der heteronormativen Geschlechts- oder Sexualnorm abweichen, einschließlich verschiedener sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten), Was bedeutet LGBTQ+? Diese Kürzel solltest du kennen (desired.de) [10] Fachkräfte-Einwanderungsgesetz: Zu viel Bürokratie, zu wenig Fachkräfte? | tagesschau.de [11] AFD Gründung: Wann und wie die Partei entstand | FOCUS.de [12] Brandmauer? Welche Brandmauer?: Merz' Behauptung stimmt nicht - und wirft Fragen auf - n-tv.de : Im Dezember 2021 sagte er dem „Spiegel“: „Mit mir wird es eine Brandmauer zur AfD geben. Die Landesverbände, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.“ [13] Fraktionen im 20. Deutschen Bundestag 2024 | Statista [14] Die AfD-Lüge der CDU | Prof. Dr. Christian Rieck - YouTube [15] Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die CDU /CSU daraus als stärkste Kraft hervorgehen. Das zeigt eine INSA-Umfrage vom 16.11.2024. Nach den Zahlen der Demoskopen würde die Partei von 32 Prozent der Bevölkerung gewählt und läge damit 13 Prozentpunkte vor der AfD, die mit 19 Prozent zweitstärkste Kraft würde. Auf Platz drei folgt in der Umfrage die SPD mit 16 Prozent, die Grünen kämen aktuell auf 10 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht würde 8 Prozent der Stimmen bekommen. Die Linkspartei läge den aktuellen Prognosen zufolge bei 4 Prozent und würde somit an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Sonntagsfrage Bundestag vom 16.11.2024: CDU/CSU mit höchstem Stimmenanteil in aktueller Wahlumfrage | news.de [16] "AfD-Bashing" (guentherbirkenstock.de) [17] https://www.br.de/nachrichten/bayern/toedlicher-messerangriff-in-aschaffenburg-was-wir-bisher-wissen,UacXLCm [18] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/migration-antrag-union-100.html [19] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/faq-abstimmung-bundestag-merz-gesetzentwurf-100.html [20] https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung/?id=946 [21] https://www.focus.de/politik/deutschland/daempfer-im-wahlkampf-merkel-kritik-an-merz-loest-beben-bei-der-union-aus_id_260680870.html [22] https://www.youtube.com/watch?v=QGTc7xuj1Co [23] https://www.bild.de/politik/nach-bundestags-asyl-eklat-merz-und-baerbock-feiern-bei-wein-party-679e213dd72ca12c3499c1c1 [24] In der Neuen Westfälischen vom 01.02.2025 sagte er in einem Interview auf die Frage, ob die Kritik von Angela Merkel relevant sei, dass er die AfD-Zustimmung in Kauf genommen habe: „Angela Merkel drückt ein Unbehagen aus, das von vielen – auch von mir - geteilt wird.“ [25] Scholz verweigert Taurus-Raketen: „Und dabei bleibt es auch“ (fr.de) [26] Die Raketen haben eine Reichweite von 500 km und werden von einem Flugzeug aus gestartet, das dabei nicht einmal in den feindlichen Luftraum eindringen muss; Taurus: Ringtausch, Lieferung, Kritikpunkte – darum geht es in der Debatte (wiwo.de) [27] Ukraine-Ultimatum für Putin: Merz plant Bruch mit Scholz‘ roter Linie (msn.com) [28] Habeck: Würde Ukraine Taurus-Marschflugkörper liefern (freiepresse.de) [29] Kirche-und-Leben.de - Ja zu Marschflugkörpern an Ukraine - und zu Diplomatie und Solidarität [30] Kirchlicher Friedensbeauftragter befürwortet Taurus-Lieferungen | Evangelische Zeitung (evangelische-zeitung.de) [31] Der nette Herr Merz will Ihr Geld „mobilisieren“ – Vera Lengsfeld (vera-lengsfeld.de) [32] https://www.rnd.de/politik/friedrich-merz-im-interview-drohen-der-union-waehler-der-mitte-zu-entglitten-WJYGSSTDW5A27LPONZHZ5E5U3I.html [33] https://www.bundestag.de/parlament/plenum/abstimmung/abstimmung?id=940 [34] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2025-01/friedrich-merz-bundestag-abstimmung-migration-mehrheit-afd