Unser Schatten - wie gehen wir damit um?
C. G: Jung und seine Ansicht vom Schatten - Externalisierung des Schattens - Jesus und der Schatten - Gefahr der Diktatur der Gutmenschen
Licht und Schatten liegen oft dicht nebeneinander und sind Teil unserer Welt an sich, aber auch unserer eigenen Person. Während der lichte Teil uns willkommen ist, mögen wir den Schatten nicht, sind wir wenig empathisch mit diesem Teil, der uns Angst bereitet, der aber nicht geleugnet werden kann. Wie gehen wir damit um, sowohl in uns selbst, als auch im Hinblick auf die Welt, in der wir leben?
· J. G. Jung und der Schatten: Der Schatten ist stark verbunden mit dem Psychiater und Begründer der psychoanalytischen Psychologie Carl Gustav Jung (1875 – 1961) [1] , einem Zeitgenossen und „Schüler“ des bekannteren österreichischen Arztes Sigmund Freund (1856 – 1939). Für ihn war der Schatten der nicht gelebte, nicht wahr haben wollende Teil unserer Person. Während Sigmund Freud lieber von Verdrängung sprach, war es für Jung der Teil unserer Person, den wir nicht mögen, der uns unheimlich, fremd oder sogar feindlich gesinnt ist, den er als Schatten bezeichnete. Wir wollen mit ihm nichts zu tun haben, weil er dem widerspricht, wer wir gerne sein möchten: edel, gut, gerecht, sanftmütig oder wohlwollend. Dem steht der andere Teil gegenüber: der fiese Feigling, der böse und heimtückische Nichtsnutz, der nur auf seine eigenen Vorteil bedachte Egoist, der jähzornige Wilde und nach Genuss strebende Taugenichts. Für C. G. Jung war es wichtig zu betonen, dass für unsere Seelenentwicklung darauf ankommt, die Mitte zu finden, um sowohl das Lichte in uns selbst zu sehen, als auch den Schatten dabei nicht aus den Augen zu verlieren [2] . Erst wenn wir beide als existent betrachten, könnten wir somit zu beiden eine kritische Distanz bekommen und damit unsere Autonomie bewahren. Dem Schatten steht die „Persona“ gegenüber, als der Teil unseres Ich-Bewusstseins, den wir gerne nach außen zeigen und mit dem wir uns am liebsten identifizieren [3] .
· Zwei Seelen in einer Brust – oder die Externalisierung des Bösen : Wir sind oft zwiegespalten, weil wir eben nicht nur eine Person sind, sondern zumindest oftmals zwei. Die klassische Vorstellung von der Geisteskrankheit, als die Psychiater noch vom „Spaltungsirresein“ [4] sprachen – gemeint war die Schizophrenie – spiegelt diese unsere innere Spaltung wieder. Vom „Inneren Team“ spricht der Kommunikationspsychologe Schulz von Thun [5] , wenn er die auch im seelisch gesunden Menschen vorkommende multiple Ordnung beschreibt: Das Oberhaupt ist derjenige, der „das Sagen hat“ und dem sich die anderen „Teilpersönlichkeiten“ unterordnen sollten. Beim seelisch kranken Menschen verselbständigen sich diese Teile, werden dominant und bilden sich ein, allein herrschen zu können, ohne das Oberhaupt fragen zu müssen. „Multiple Persönlichkeiten“ [6] entstehen, wenn dies geschieht, wobei es passieren kann, dass diese Teilpersönlichkeiten ein Eigenleben führen, von dem das Oberhaupt nichts weiß. Im literarischen Bereich wurde dies gekonnt umgesetzt in der Geschichte von Dr. Jekyll und Mister Hyde [7] , in der der Arzt Dr. Jekyll ein Serum erfand, das es dem im Inneren verborgene Mister Hyde ermöglichte, aus der Kontrolle des Dr. Jekyll zu flüchten, um ein verbrecherisches Eigenleben zu führen, das diametral dem widersprach, was der Arzt verkörperte: böse, hinterhältig, ohne Rücksicht auf andere nehmend, lustbetont zu sein ohne Reue. Könnte es nicht sein, dass diese Spaltung innerhalb der eigenen Person auch zu Externalisierung führen kann, indem das, was wir Böse nennen, außerhalb der eigenen Person angesiedelt wird? In der Psychologie wird dann von Projektion gesprochen, wenn die inneren Anteile (Schatten, wie C. G. Jung es nenne würde) auf andere Personen übertragen werden: Alles, was wir nicht sein wollen, was wir als verwerflich empfinden, nicht zu uns als zugehörig ansehen, wird auf eine andere Person projiziert. Bevor aber dies geschehen kann, muss eine Spaltung vollzogen werden zwischen dem Ich und dem Du. Die älteste Geschichte hierzu findet man im Alten Testament, und zwar in der von Kain und Abel (1. Mose 4, 1- 10). Abel war der Gute und Kain der Böse, so wird uns diese Schilderung von Theologen verkauft, weil eben Kain seinen Bruder erschlagen hatte. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn es war ja so, dass das Opfer von Kain (Früchte des Erdbodens) von Gott nicht angenommen worden war, sondern nur das von Abel (Fleisch und Fett vom Schaf einer Herde) [8] . Die Externalisierung des Bösen geschieht hier durch eine ungerechte Behandlung des Allerhöchsten, indem das Opfer des einen (Abel) für gut und das des anderen (Kain) für böse erklärt wurde. Könnte nicht hier bereits die Spaltung durch Gott selbst provoziert worden sein? Warum sollte dann auch Kain der Hüter seines Bruders sein, wie er Gott trotzig antwortete, als Gott nach seinem Bruder fragte? Der vermeintlich Gute wurde von dem erschlagen, der angeblich böse war. Aber ist das so? Abels Bevorzugung war nicht gerechtfertigt und führte zur Spaltung. Eine Autorität (Gott) ruft diese hervor. Hätte es Gott nicht gegeben, könnten doch Kain und Abel friedlich miteinander koexistieren. Der eine hütete die Schafe, schlachtete ab und zu eines aus der Herde, um es zu essen und der andere lebte vegetarisch. Die Spaltung war diesem Gott des Alten Testaments zu verdanken, der durch seine nicht klar definierten Kriterien eine unterschiedliche Behandlung der Opfer vornahm [9] . Die Spaltung ist der Ursprung der Zwietracht, denn eine vorher bestehende Einheit (Brüder, die sich vielleicht gemocht haben, sich also nicht im Streit befanden), wird zerstört und der Gedanke der Missgunst gesät. Setzen wir an die Stelle von Gott irgendeine Autorität (Staatsoberhaupt, Wissenschaftler, Kirchenvertreter), dann wird klar, wie die Sache laufen kann: Wer nicht die Kriterien dieser Autorität erfüllt, wird zum Bösen erklärt und dem der Autorität gehorchende Untertan als gute Person deklariert. Um nicht den Konflikt mit der Autorität zu riskieren, wird das Angebot angenommen, den „Ungehorsamen“ für böse zu erklären. Dabei wird der eigene Schatten auf diesen projiziert und damit externalisiert. Der brave Untertan fühlt sich als der Gute und sich darin bestätigt, alles, was ihm an sich nicht gefällt, dem anderen zuzusprechen. Der Gute fühlt sich ohne Makel, weil alles, was ihm als schlecht erscheint, dem anderen, eben dem Bösen, angehängt wird.
· Wie im Märchen : In den Märchen werden auch diese Spaltungen vorgenommen, indem z. B. ungleiche Geschwister dem Zuhörer angeboten werden, dessen Sympathien und Antipathien in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Die einfachen, bescheidenen, aber auch fleißigen Zeitgenossen werden zu den Guten gerechnet, und die hochnäsigen, prahlerischen und faulen Geschwister zu den Bösen erklärt. Goldmarie und Pechmarie sind Paradebeispiele dieser erzeugten Polarität [10] . Während die Goldmarie bei Frau Holle immer die Betten ausschüttelt (damit es auf der Erde schneit) und zuvor auf dem Weg zur Frau Holle die Brote aus dem Backofen holt und die Äpfel pflückt, also fleißig ist, schert sich die Pechmarie nicht darum und schielt nur unentwegt auf die Belohnung (Goldregen),die ihre Schwester erhalten hatte und die sie gerne haben will, ohne dafür etwas tun zu müssen. In dem Märchen vom Aschenputtel wird eine Schwester von ihrer Stiefmutter und von ihren Stiefschwestern schlecht behandelt. Hier wird deutlich, dass es durch eine ungerechte Behandlung seitens der Stiefmutter zu einer Spaltung kommt, wobei die einen bevorzugt (die leiblichen Kinder) und die andere (Stieftochter) benachteiligt wurden. Wie bereits in der Geschichte von Kain und Abel erläutert, führte gerade die Ungerechtigkeit zu einer Spaltung. Ähnlich gelingt es heute den Mächtigen, diejenigen zu den Bösen zu erklären und den Hass der guten Untertanen auf diejenigen zu lenken, die nicht nach der Pfeife der Obrigkeit tanzen wollen. In Corona-Zeiten waren es die „Ungeimpften“ die beschimpft werden durften. Die Anhänger der AfD und ihre Wähler werden von den links-grünen Machthabern verunglimpft und zu „Demokratiefeinden“ erklärt und eine bereitwillige Presse macht hierbei mit und schickt sich an, die Meinung der willigen Leser in „die richtige Richtung“ zu lenken [11] . Alles, was von der AfD-Fraktion im Bundestag vorgeschlagen wurde, wird von den anderen Parteien von vornherein abgelehnt. Jüngstes Beispiel ist der Antrag der AfD-Fraktion an den Bundestag, in dem Ukraine-Krieg durch eine Friedensinitiative einen Waffenstillstand und Verhandlungen über einen Frieden zu erreichen [12] , was nach Vorschlag des Auswärtigen Ausschusses, diesem Antrag nicht zuzustimmen, abgelehnt wurde [13] . Es ist schon erstaunlich, dass eine Sahra Wagenknecht, die sich immer für Friedensverhandlungen stark gemacht hat, der Empfehlung des Auswärtigen Ausschusses gefolgt ist [14] . Die von der links-grünen Regierung geförderte Demonstration „gegen Rechtsextremismus“ in Hamburg und anderen Regione, bei der die AfD als die „bösen Rechten“ dargestellt werden, die gegen Toleranz und Menschenwürde seien, geht in die gleiche Richtung: Die Obrigkeit bestimmt letztendlich, wer oder was zu verurteilen ist und die willfährigen Medien, allen voran die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, stellen sich auf die vermeintlich gute Seite und verurteilen die AfD und ihre Anhängerschaft [15] . Hierbei wird aber genau die Spaltung betrieben, die eigentlich immer den Rechtsextremisten vorgeworfen wird. Machthaber, die eine Spaltung wollen, um vom eigenen Versagen abzulenken, fördern die „Schwarz-Weiß-Malerei“ und erklären die einen (AfD und deren Anhänger) als Staatsfeinde und die anderen zu „Staatsfreunden“. Licht und Schatten wird durch die Autorität der Inhaber staatlicher Gewalt definiert. Aber haben diese überhaupt das Recht, so etwas zu tun?
· Jesus und der Schatten : Jesus war kein Freund von Ausgrenzung und Diffamierung und setzte sich bewusst für diejenigen ein, die zur damaligen Zeit ausgestoßen und gehasst wurden. Es waren z. B. die verhassten Zöllner, mit denen er Gesellschaft hatte, die mit den Römern kooperierten und durch mannigfache Tricks erreichten, mehr als von den Juden zu nehmen, als gefordert war. Deshalb waren sie oft vermögend. Zu diesen gehörte auch Zachäus (Lukas 19, 1-10), zu dem Jesus ging, weil dieser auf einen Baum geklettert war, da er von kleinwüchsiger Gestalt war und er ihr sonst nicht gesehen hätte. Jesus bat ihn herunterzukommen mit der Begründung, dass er zu ihm nach Hause gehen wolle, was das Volk empörte, da Jesus sich mit einem aus ihrer Sicht Sünder treffen wollte. Aber das Treffen blieb nicht folgenlos, denn der Hauptzöllner gab die Hälfte seines Vermögens den Armen und die andere denen zurück, die er betrogen hatte [16] . Hat Jesus damit das frühere Verhalten des Zöllners gutgeheißen? Er begründete sein Verhalten damit, dass er nicht gekommen sei, um zu richten, sondern zu retten, was verloren gegangen ist [17] . Jesus Anspruch an sich selbst war, die Spaltung zu überwinden, den Schatten zu integrieren. Dies betrifft aber nur diejenigen, die bereit sind, ihr Verhalten zu ändern, die umkehren und fortan von ihrem böswilligen, egoistischen Verhalten ablassen. Hier ist entscheidend den „Schatten“ genauer zu definieren. Für Jesus war sicher der Schatten das, was von Gott sich abgewandt hatte, was das Dunkle mehr liebte als das Licht, das von Gott kommt. Er machte aber deutlich, dass die Rückkehr notwendig ist, um aus dem Schatten herauszukommen. Wer im Schatten bleiben will, weil er mehr das Dunkle liebt als das Licht, wird letztendlich auch dort bleiben müssen, weil er sich für diese Seite der Medaille entschieden hat. Dafür spricht das Gleichnis vom Weizen und Unkraut [18] , in dem klar wird, dass am Ende aller Zeiten, diejenigen endgültig vernichtet werden, die Satan mehr lieben als Gott.
· Schatten ist nicht gleich Schatten : Die Ausführungen, wie Jesus mit dem Schatten umgegangen ist, macht deutlich, dass der Schatten in Gottes Augen oft etwas anderes ist als das, was Menschen zum Schatten erklären. Gottes Anspruch ist der, dass Menschen seine 10 Gebote einhalten sollen, aber nicht um seinetwillen, sondern aus dem Gedanken heraus, dass sie dem Menschen helfen, ein Leben zu führen, das einem hohen moralischen Anspruch, ein guter Mensch zu sein, genügt. Aus Gründen der Pflicht gegenüber der Hochachtung der dahinter stehenden Werte entspringt daraus eine Art Pflichtmoral (deontologische Pflichtethik) [19] . Der Schatten ist aus Sicht Gottes das, was die (metaphysische) Seele verdunkelt, weil sie sich vom dem Licht Gottes, dem Guten, abgewandt hat. Das Gute ist nun einmal ein wichtiger Teil dieser Art von „Trinität“ (das Wahre, das Gute und das Schöne), die ich in einem anderen Artikel beschrieben habe [20] . Diese stellen transzendente, unveränderliche Größen dar, an denen alles gemessen werden kann. Der Schatten, ob sich dieser innerhalb einer Seele befindet oder im gesellschaftlichen Umfeld außerhalb davon, ist die Abkehr von Gottes „Vorsehung“ im Hinblick auf eine positive Entwicklung der Menschheit. Das, was von Menschen dagegen als gut definiert wird, entspringt oftmals eher den eigenen Nützlichkeitserwägungen: Das, was mir nützt wird als gut bezeichnet, das was mir schadet, als böse [21] . Die gegenwärtige politische Landschaft ist dergestalt, dass diejenigen, die dem links-grünen Mainstream folgen, der von der Regierung und die sie stützenden Parteien hilft, an der Macht zu bleiben, belohnt werden. Alles, was dieser Diktion nicht folgt, wird zum Bösen und damit zum auszugrenzenden Schatten erklärt. Hierzu wird die Lieferung von Waffen an die Ukraine als Mittel zur Friedenssicherung erklärt, und jeder zum auszugrenzenden Schattenmenschen erklärt, der dem nicht folgt [22] . Wer die Maßnahmen zur „Rettung des Klimas“ hinterfragt, wird zum Klimaleugner erklärt und ausgegrenzt [23] . Wer die Maßnahmen der Corona-Zeiten missbilligt, wird zum Staatsfeind erklärt. Diejenigen, die im Sinne der staatlichen Propaganda folgend zu den „Guten“ gerechnet werden, werden mit Orden bedacht, wie jüngst die Ehrung des ehemaligen Leiters des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler und des Leiters des Paul-Ehrich-Instituts, Klaus Chichutek zeigt [24] .
· Umgang mit dem Schatten in uns selbst : Der Schatten liegt in uns selbst und wird gerne ausgegrenzt, abgetrennt und führt dann manchmal ein gefährliches Eigenleben. Alle Therapien sollten das Ziel haben, die verborgenen Teile der Seele, die im Schattenbereich liegen, ans Licht zu bringen, zu demaskieren, damit sie angesehen und bewertet werden können. Sie rühren manchmal von erlittenen Traumata her (Vergewaltigung, Kindesmissbrauch oder Vernachlässigung) und führten dann zu Abspaltungen, die nicht mehr bewusst sind und deshalb im Verborgenen die oft destruktiven Tendenzen entwickeln. Können wir uns mit ihnen versöhnen? Sind sie gar nur die Kehrseite einer nach außen hin dargestellten Person („Persona“ im Sinne von C. G. Jung), die bisher nur vernachlässigt wurden?
· Diktatur durch Externalisierung des Schattens , Oftmals wird aber der Schatten in unserem Gemeinwesen von der Obrigkeit diktiert und bekämpft, wodurch von eigenen Schwächen abgelenkt werden soll. Wir stehen ständig in der Gefahr, uns selbst bei diesem Externalisierungsprozess als die „Besseren“ zu definieren und die anderen zu verteufeln, ihnen schlechte Eigenschaften anzuhängen, um sie dann besser „behandeln“ zu können, indem wir ihnen vorschreiben, wie sie zu leben haben. Dies geschieht im privaten Umfeld genauso wie auf der politischen Bühne. Das „Gutmenschentum“ ist ein solcher gesellschaftlicher Versuch der Besserwisserei [25] . Die Grünen, die gerne Deutschland in ein Erziehungsheim verwandeln würden, bringen diese diktatorische Besserwisserei auf den Punkt, indem alle, die ihre Vorstellungen nicht teilen wollen, zum Schatten erklärt werden. Im privaten Umfeld neigen wir leider auch zu dieser Art „Schattendefinition“, in dem diejenigen als zu belehrende Personen gesehen werden, die von den von uns selbst definierten Grundsätzen eines „guten Lebens“ abweichen. Die Nonne, die ein keusches Leben in Armut führt, verurteilt die Hure, die einem zweifelhaften Gewerbe nachgeht, um dadurch ihren Lebensstandard zu sichern. Aber hat die Nonne dann das Recht, die Hure wieder auf „die rechte Bahn“ zu bringen und sich anmaßen zu beurteilen, dass sie auf der Seite der Guten steht? Die Freiheit ist ein zu hohes Gut, als das es durch eine solche Art „fürsorgerische Diktatur“ ausgehebelt werden sollte. Und außerdem: Wer sagt denn, dass die Nonne auf Seiten des Lichts steht? Ist die Verweigerung, die natürliche Ordnung (sexuelle Lust als legitimes Vergnügen anzuerkennen) anzunehmen, wirklich so gut? Die Externalisierung des als Schatten definierten sexuellen Begehrens und anderer so genannter verwerflicher Bedürfnisse und gleichzeitige Abwertung derer, die sich diesem hingeben, führt in letzter Konsequenz zu einer Diktatur der sich selbst als moralisch höher definierter Menschen, die meinen, dass nur ihre Einstellung die richtige ist und alle anderen „eines Besseren belehrt“ werden müssen.
Der Schatten begleitet uns unser gesamtes Leben. Werden wir ihn irgendwann verlieren? Das wird erst der Fall sein, wenn wir sterben und in das Licht eintauchen, das von Gott ausgeht und keinen Schatten mehr wirft.
© beim Verfasser
[2] „Wer zugleich seinen Schatten und sein Licht wahrnimmt, sieht sich von zweiten Seiten, und damit kommt er in die Mitte.“ https://zitatezumnachdenken.com/carl-gustav-jung
[4] https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/spaltungsirresein/14596 Es ist interessant, dass die ehemals deutlichen Bezeichnungen verschwinden, damit sie wissenschaftlich klingen. Ähnlich ist mit der Demenz, die sich für die doch leider eher altmodisch oder auf diffamierend klingende Bezeichnung des Abhandenkommens der Geistesklarheit etabliert hat und die ursprünglich vielleicht auch treffender als „Verblödung“ beschrieben wurde.
[6] Heute wird sie als „dissoziative Persönlichkeitsstörung“ bezeichnet; https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/psychische-gesundheitsst%C3%B6rungen/dissoziative-st%C3%B6rungen/dissoziative-identit%C3%A4tsst%C3%B6rung
[9] Die negative Konnotation bedeutet nicht, dass diese Aussage auf Gott selbst tatsächlich zutreffen muss , es ist nur eine Bewertung, die sich auf die Darstellung Gottes im Alten Testament bezieht, in dem er nicht nur an dieser Stelle eher barbarisch und wenig gerecht agiert und sogar zur Tötung anderer auffordert. Fundamentalisten, die die Bibel als das „Wort Gottes“ ansehen, müssen sich Bibelstellen vorhalten lassen, die gar nicht nach einem gutmütigen Gott klingen, der barmherzig ist.
[13] https://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag/20/abstimmungen/friedensinitiative-fuer-die-ukraine-und-russland-beschlussempfehlung
[15] https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Kommentar-Demo-gegen-Rechtsextremismus-ein-starkes-Signal,hamburgkommentar894.html
[17] Lukas 19,10; https://www.bibleserver.com/LUT/Lukas19
[21] Gnadenloser Utilitarismus, mehr hierzu hier: https://www.guentherbirkenstock.de/fuehrt-der-atheismus-zu-einem-moralischen-niedergang
[24] https://www.nius.de/Kommentar/bundesverdienstkreuz-fuer-wieler-cichutek-und-co-sie-haben-nichts-fuers-gemeinwohl-getan-sie-haben-dem-gemeinwohl-geschadet/7fa00c77-823e-4133-9b0b-380bab8c4da7
[25] Die Kunst des Gutmenschen ist es gut zu erscheinen ohne es wirklich zu sein: https://www.guentherbirkenstock.de/der-gutmensch









